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Letzte Änderung: 19.10.2011
Bisher wird in Klimaanlagen von Fahrzeugen als Kältemittel das fluorierte Treibhausgas Tetrafluorethan (R134a) eingesetzt. Die Richtlinie 2006/40/EG über Emissionen aus Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen verbietet den Einsatz dieses Stoffes in neuen Typen von Pkw und Pkw-ähnlichen Nutzfahrzeugen ab dem 01.01.2011. Ab 01.01.2017 gilt das Verbot für die Klimaanlagen aller neuen Fahrzeuge dieser Klassen. Als mögliche Kältemittelalternativen wurden Kohlendioxid (CO2) und ein fluorierter Stoff, 2,3,3,3‑Tetrafluorpropen (1234yf), von der Automobilindustrie betrachtet.
Messungen im Rahmen eines Forschungsvorhabens des Bundesumweltministeriums (BMU) belegen die Leistungsfähigkeit des Kältemittels CO2 in Autoklimaanlagen. Die CO2-Klimaanlage kühlt sehr gut. Die Anlage arbeitet energieeffizient – in normalen europäischen Sommern ist der Energieverbrauch der CO2-Klimaanlage sogar geringer als der einer R134a-Serienklimaanlage. Messergebnisse des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) bestätigen dieses Ergebnis. Mit der CO2-Klimatechnik ist ein Innovationssprung verbunden – die Klimaanlage könnte z. B. in Elektrofahrzeugen zusätzlich als Wärmepumpe genutzt werden – was mit anderen Kältemitteln nicht oder nur sehr ineffizient möglich ist.

VW Touran: Das klimafreundliche Auto des Umweltbundesamtes.
R744 ist die Bezeichnung von CO2 als Kältemittel, R steht für Refrigerant (deutsch: Kältemittel)
Bisher wird für Pkw-Klimaanlagen das fluorierte Treibhausgas Tetrafluorethan (R134a) eingesetzt. Im Jahr 2008 entwichen allein in Deutschland 2.700 Tonnen des Treibhausgases Tetrafluorethan (R134a) aus Pkw. Umgerechnet sind das 3,2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, das ist soviel CO2, wie 1,4 Millionen Pkw im Jahr mit dem Abgas freisetzen.
CO2 als Kältemittel für Pkw-Klimaanlagen ist eine klimafreundliche Alternative zum bislang eingesetzten Kältemittel R134a. CO2 schädigt das Klima 1.300 Mal weniger als R134a. CO2 hat eine hohe Kälteleistung, ist nicht brennbar, bildet keine Zerfallsprodukte und ist weltweit kostengünstig verfügbar.
Die Delegierten der UN-Klimagespräche Anfang Juni 2009 in Bonn konnten einen weltweit einzigartigen Pkw buchen. Das Fahrzeug, ausgerüstet mit einer innovativen CO2-Klimaanlage, stand für den Fahrzeugpool des hochrangigen internationalen Treffens zur Verfügung. CO2 (Kohlendioxid) wird als Kältemittel mit R744 bezeichnet, R steht für Refrigerant (deutsch: Kältemittel). Die Emissionen aus der neuartigen CO2-Klimaanlage sind geringer als die eines Fahrzeuges mit einer herkömmlichen Klimaanlage.
Vom 1. bis 12. Juni 2009 trafen sich 5.000 Delegierte aus 182 Ländern zu den UN-Klimagesprächen, den Bonn Climate Change Talks 2009. Sie bereiteten hier die internationale Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember 2009 für ein Kyoto-Nachfolgeabkommen für den weltweiten Klimaschutz vor. Für notwendige Transporte der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Klimagespräche war ein VW Touran, ein Dienstfahrzeug des Umweltbundesamtes (UBA), im Einsatz. Es unterstützte den Fahrzeugpark des Bundesumweltministeriums (BMU).