Indikator: Grünlandfläche

Ein Diagramm zeigt die Fläche des Dauergrünlandes sowie ihren Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche 1991 bis 2016. Beide Indikatoren gingen bis 2013 kontinuierlich zurück und sind seitdem wieder langsam gestiegen. zum Vergrößern anklicken
Gesamtfläche von Dauergrünland und prozentualer Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche
Quelle: BMEL / Statistisches Bundesamt Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Die Grünlandfläche ist in Deutschland von 1991 bis 2016 um 12 % geschrumpft.
  • In den letzten Jahren stieg die Dauergrünlandfläche wieder leicht an.
  • Aus der letzten Reform der Europäischen Agrarpolitik und deren nationaler Umsetzung lässt sich das Ziel ableiten, dass die Grünlandfläche gegenüber 2012 nicht weiter schrumpfen soll.
  • Um dieses Ziel auch dauerhaft zu erreichen, sind weiterhin ambitionierte Anstrengungen notwendig.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Extensiv bewirtschaftetes Grünland ist wichtig für artenreiche Pflanzengesellschaften, die nährstoffarme Böden benötigen und mittlerweile in der Agrarlandschaft selten sind. Rund 40 % aller in Deutschland gefährdeten Farn- und Blütenpflanzen kommen im Grünland vor (BfN 2014). Darüber hinaus sind Dauergrünlandflächen wichtig für den Boden- und Gewässerschutz und leisten als Kohlenstoffspeicher einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Relevant ist dabei vor allem „Dauergrünland“: Es umfasst Wiesen und Weiden, die seit mindestens fünf Jahren nicht als Acker genutzt wurden.

Der Grünlandrückgang resultiert zum einen aus der steigenden Nachfrage nach Futter- und Energiepflanzen aus dem Ackerbau: Auch ökologisch besonders wertvolle Standorte wie Grünland auf kohlenstoffreichen Moorböden werden zunehmend umgebrochen und in Ackerland umgewandelt. Damit verlieren die Flächen ihre oben beschriebenen positiven Eigenschaften für den Umwelt- und Klimaschutz. Zum anderen sind auch ertragsarme und schwer zugängliche Standorte gefährdet: Können solche Standorte nicht ökonomisch genutzt werden, wird ihre Nutzung oft eingestellt (Nutzungsaufgabe). Die Standorte „verbuschen“ häufig, seltene Pflanzenbestände und die darauf angepasste Fauna gehen verloren.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

In Deutschland ist das Dauergrünland in den letzten Jahrzehnten unter Druck geraten. 1991 wurden noch über 5,3 Millionen Hektar (Mio. ha) als Dauergrünland bewirtschaftet. Bis 2016 sank die Gesamtfläche des Dauergrünlands um 12 % auf circa 4,7 Mio. ha.

Seit dem Beschluss der EU-Agrarreform im Jahr 2013 wird der Erhalt von Dauergrünland im Rahmen der sogenannten Greening-Auflagen geregelt. Landwirte und -wirtinnen müssen diese Anforderungen einhalten, um flächengebundene Direktzahlungen zu erhalten. Mit verschiedenen Regelungen wie einer allgemeinen Genehmigungspflicht für den Umbruch von Dauergrünland und einem vollständigen Umwandlungs- und Pflugverbot für besonders schützenswertes Dauergrünland soll der Verlust von Dauergrünland gestoppt werden.

Seit 2013 sind die Anbaufläche von Dauergrünland und ihr Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche wieder leicht angestiegen. Nach wie vor sind die übergeordneten Treiber des Grünlandumbruchs jedoch weitgehend unverändert. Dies gilt insbesondere für die Förderung des Anbaus von Energiepflanzen, den hohen Bedarf an ackerbaulichen Futtermitteln sowie die sogenannte Nutzungsaufgabe (s.o.). Deshalb ist davon auszugehen, dass das Grünland weiterhin stark unter Druck stehen wird. Ein wirksamer Grünlandschutz bleibt damit von herausragender Bedeutung.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator basiert auf Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung der Statistischen Ämter der Länder. Die Ergebnisse werden im Statistischen Jahrbuch und zuvor im Monatsbericht des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlicht. Eine ausführliche Beschreibung des Verfahrens findet sich im Qualitätsbericht zur Bodennutzungshaupterhebung (StBA 2016).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Grünlandumbruch".