Primärenergiegewinnung und -importe

Deutschland ist ein rohstoffarmes Land. Rund 70 Prozent des Energieaufkommens wird durch Importe diverser Energieträger gedeckt. Um die Versorgung zu sichern, sollte die Importabhängigkeit verringert und die Vielfalt an Lieferländern und Transportstrukturen erhöht werden.

Entwicklung der Primärenergiegewinnung

Seit dem Jahr 1990 reduzierte sich die Gewinnung von Energierohstoffen wie Erdgas und Kohle in Deutschland um etwa 40 Prozent (%). Heute werden nur rund 4.000 Petajoule (PJ) inländisch gewonnen (siehe Abb. „Primärenergiegewinnung“). Das entspricht in etwa einem Drittel des gesamten Primärenergiebedarfs.

Fast ausschließlich im Inland gewonnene Energieträger sind die Braunkohle und der biogene Anteil des Abfalls. Auch die erneuerbaren Energieträger Wind, Sonne und Biomasse werden hierzulande gewonnen. Bestimmte Anteile biotischer Brennstoffe, wie zum Beispiel Palmöl und Bioethanol, werden jedoch importiert.

Das Diagramm stellt die Primärenergiegewinnung in Deutschland für unterschiedliche Energieträger von 1990 bis 2015 dar. Sie ist von ca. 6.000 auf 4.000 PJ gesunken. Die bedeutendsten heimischen Energieträger sind die Braunkohle und erneuerbare Energien.
Primärenergiegewinnung
Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen Diagramm als PDF

Importabhängigkeit verringern

Importiert werden vor allem die Energieträger Mineralöl, Gas, Steinkohle und Uran. Uran zur Kernenergienutzung wird zu 100 % eingeführt, ebenso wird Mineralöl vollständig aus dem Ausland bezogen (siehe Tab. „Primärenergieimporte und Versorgungssicherheit“). Auch Erdgas und Steinkohle werden zum größten Teil importiert. In den kommenden Jahren wird Deutschland voraussichtlich nicht nur bei den Energieträgern Uran und Erdöl, sondern auch bei Erdgas und Steinkohle vollständig auf Importe angewiesen sein. Um die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern, sollten erneuerbarer Energien weiter ausgebaut (siehe dazu die Studie „Gesamtwirtschaftliche Effekte energie- und klimapolitischer Maßnahmen“) und Lieferländer und Transportstrukturen diversifiziert werden. Auch das Einsparen von Energie hilft, genügend Energieträger verfügbar zu halten.

Die Tabelle stellt für 2015 den Import-Anteil Deutschlands für alle wichtigen Energieträger, ihre weltweite Reichweite, ihrem Anteil am deutschen Primärenergieverbrauch und der Bruttostromerzeugung dar.
Tab: Primärenergieimporte und Versorgungssicherheit
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF