Naturschutz und Biodiversität

Bild weitläufiger Dünen auf der Kurischen Nehrungzum Vergrößern anklicken
Dünen auf der Kurischen Nehrung
Quelle: A. Klein/BTE

Inhaltsverzeichnis

 

Moderner Naturschutz erfordert, dass die zu schützenden Gebiete und Güter in den gesellschaftlichen Zusammenhang gestellt werden. Eine nachhaltige Bewirtschaftung in und um Schutzgebiete bietet Vorteile für Mensch und Natur. So gilt umweltverträgliches Wirtschaften als Voraussetzung dafür, Natur- und Kulturlandschaften und deren biologische Vielfalt zu erhalten, wie auch einer nachhaltigen und sozialverträglichen Entwicklung für den Menschen und der Umweltsicherung Rechnung zu tragen. Insbesondere Biosphärenreservate können in ländlichen Regionen als Modellregionen für ein nachhaltiges Wirtschaften wichtige Wirtschaftsimpulse im Sinne der „Green Economy“ geben, vor allem in den Themenbereichen nachhaltige Landnutzung, ökologischer Landbau, erneuerbare Energien, Artenschutz für zukünftige Nutzungen, Tourismus (Ökotourismus, Kulturtourismus, Gesundheitstourismus), aber auch zu Themen aus dem Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Bislang gibt es im Gebiet Kaliningrad allerdings noch kein entsprechendes Biosphärenreservat. Zu den Kandidaten für die Ausweisung gehört der 2012 gegründete Naturpark „Wischtynezki“ (Rominter Heide), dessen Fläche zusammen mit den angrenzenden Gebieten in Polen und Litauen einen der letzten großen zusammenhängenden Tieflandwälder Mitteleuropas umfasst. Des Weiteren könnten die staatlichen Naturschutzgebiete „Djunny“ und „Gromowski“ geeignet sein, die wichtige Biotope des Nemandeltas und der Kurischen Nehrung im Grenzgebiet zu Litauen beinhalten. Als Großschutzgebiete regionaler Bedeutung könnten sich diese mit ihren vom Menschen schonend und nachhaltig bewirtschafteten Anrainergebieten in eine „Green Economy“ einbringen und damit ein umweltverträgliches Wirtschaften modellhaft aufzeigen.

(aus der Dokumentation der Deutsch-Russischen Umwelttage 2013)

 

Machbarkeitsstudie für ein Schutzgebiet im Nemandelta

Das Nemandelta und die Küste des Kurischen Haffs bilden einen einzigartigen Naturraum mit hoher biologischer Vielfalt. Naturschützer empfehlen die Ausweisung eines Großschutzgebiets im russischen Teil, welches zusammen mit dem angrenzenden litauischen Regionalpark zu einem länderübergreifenden Biosphärenreservat entwickelt werden könnte.

Die Nemandelta-Region im Grenzraum zwischen Litauen und dem Kaliningrader Gebiet unterlag in der Vergangenheit einer wechselvollen Geschichte. Zu deutscher Zeit war die Region als ausgedehntes Elchrefugium (Elchniederung und Elchwald) und Jagdrevier bekannt. Schon damals begann die Urbarmachung von Überflutungsräumen. Durch Deichbauten und Entwässerungssysteme wurde die landwirtschaftliche Nutzung intensiviert. Zu sowjetischer Zeit begann in großem Maße der Abbau von Torf aus den ausgedehnten Regenmooren. Nach 1990 verlief die Entwicklung des Gebietes auf russischer und litauischer Seite sehr unterschiedlich: Während sich in Litauen Landwirtschaft wie auch Tourismus entwickelten, war die russische Seite in großem Umfang durch Nutzungsauflassung und Landflucht gekennzeichnet. Der Torfabbau, als nicht nachhaltige Nutzungsform, schritt in Litauen voran, während er im Kaliningrader Teil nahezu zum Erliegen kam. 1997 wurde der litauische Regionalpark Nemandelta eingerichtet; 2011 folgte die Unterschutzstellung zweier bedeutender Moorflächen im Kaliningrader Teil.

Die Michael Succow-Stiftung engagiert sich dafür, diese Entwicklung im Nemandelta weiter voranzubringen. Die Stiftung beriet die russischen Behörden bei der Einrichtung eines umfassenden Großschutzgebietes. Zusammen mit dem litauischen Regionalpark hat das Gesamtgebiet hohes Potential für die Nominierung als länderübergreifendes Biosphärenreservat.

Laufzeit
01.05.2012 bis 30.04.2013

Fördernde Institution/Auftraggeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Projektnummer 18957

Durchführende Organisation
Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur, Ellernholzstr. 1/3, 17489 Greifswald

Lokale Partner und Adressaten
Kaliningrader Verein „Naturerbe“; Kreisverwaltung Slawsk, Gebiet Kaliningrad; Regionalpark Nemandelta, Litauen

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank der DBU
Projektinformationen der Michael Succow Stiftung

Bild des Nemandeltas
Wasserlandschaft im Nemandelta an der Grenze zwischen Kaliningrader Gebiet und Litauen
Quelle: Stefan Schwill
 

100 Jahre Zehlau - Klimarelevanz eines Hochmoores in Kaliningrad

Auf Grund seiner ökologischen und geschichtlichen Bedeutung ist das Zehlau-Moor Thema der deutsch-russischen Zusammenarbeit im Umwelt- und Naturschutzsektor. Im Rahmen eines Kooperationsprojektes wurden der ökologische Zustand des Moores und seine Klimarelevanz bewertet sowie Möglichkeiten zum Schutz des geschichtsträchtigen Gebietes aufgezeigt.

Vor mehr als 100 Jahren unter Schutz gestellt, ist das etwas südöstlich von Kaliningrad gelegene Zehlau-Moor eines der ältesten Moorschutzgebiete Europas. Bekannte Moorforscher beschrieben das Zehlaubruch in verschiedenen wissenschaftlichen Arbeiten bereits in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. Diese Arbeiten sind später zur Grundlage der klassischen Moorkunde geworden.

Neben der kulturhistorischen Bedeutung ist das Zehlau-Moor als Hochmoor von großer ökologischer Bedeutung. Gleichzeitig hat das Gebiet in den letzten Jahrzehnten unter Moorbränden, Abholzung und Ölförderung gelitten. Zum Zeitpunkt der Projektdurchführung bestand kein wirksamer Schutzstatus.
Die Michael Succow Stiftung führte gemeinsam mit russischen Partnern detaillierte Untersuchungen im Zehlau-Moor durch, um dessen aktuelle und potentielle Klimarelevanz abzuschätzen. Während intakte Moore dem Klimawandel entgegenwirken, ergaben die Untersuchungen im Zehlau-Moor eine jährliche Treibhausgasfreisetzung von ca. 23.000 t CO2-Äquivalenten. Bei künftig ungestörter Entwicklung könnten die Treibhausgasemissionen um ca. 50 % zurückgehen. Bei anhaltender Beeinträchtigung des Moores hingegen würde langfristig der gesamte Torfkörper zerstört und dabei bis zu 2.6 Mio. t CO2 freigesetzt werden.

Künftig wird daher eine wichtige Aufgabe darin bestehen, das Moor vor erneuten Beeinträchtigungen zu schützen, denn Moorschutz ist Klimaschutz! Die Projektbeteiligten empfehlen, das Moor zusammen mit den nördlich angrenzenden alten und naturnahen Lindenwäldern erneut einem konsequenten Schutzregime zu unterstellen.

Laufzeit
01.10.2009-31.12.2010

Fördernde Institution/Auftraggeber
Umweltbundesamt, Projektnummer 380 01 217

Durchführende Organisation
Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur, Ellernholzholzstr. 1/3, 17489 Greifswald

Lokale Partner und Adressaten
Technische Universität Kaliningrad; NGO Naturerbe, Kaliningrad; Ökologisches-historisches Museum Wystiter See

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank des Beratungshilfeprogramms

Bild des waldfreien Bereichs des Zehlau-Moores
Weitgehend waldfreier Kernbereich des Zehlau-Moores
Quelle: Stefan Schwill
 

Konzeptionierung eines Großschutzgebiets im russischen Teil der Rominter Heide

Die Rominter Heide – im Dreiländereck Polen/Litauen/Russland gelegen – ist einer der letzten großen unzerschnittenen Tieflandwälder Mitteleuropas. Heute befindet sich etwa ein Drittel des Gesamtareals in Polen, zwei Drittel befinden sich auf russischem Territorium. Litauen hat am östlichen Ufer des Wystiter Sees kleinflächig Anteile an der Rominter Heide.

Die Michael Succow Stiftung, BTE Tourismusmanagement, Regionalentwicklung und die russische Partnerorganisation „Ökologisch-historisches Museum Wystiter Höhen“ engagieren sich langfristig dafür, die Rominter Heide in ihrer Gesamtheit zu einem länderübergreifenden Großschutzgebiet zu entwickeln. Dabei kann in Polen und Litauen weitgehend auf den bestehenden Schutzgebietsstrukturen aufgebaut werden. Im größten (russischen) Teil des Gebietes fehlten entsprechende Schutzgebietsstrukturen. Vor diesem Hintergrund erarbeitete das Projektteam eine detaillierte Schutzgebiets- und Entwicklungskonzeption, die neben naturschutzfachlich-administrativen Fragestellungen auch Empfehlungen für die Erschließung naturtouristischer Potenziale und für die Umsetzung von Umweltbildungsmaßnahmen enthielt. Hiermit wurde eine Grundlage für eine nachhaltige Inwertsetzung der Rominter Heide geschaffen und den russischen Behörden und Entscheidungsträgern übergeben. Gleichzeitig wurden vor Ort erste konkrete Ergebnisse der Projektarbeit realisiert. Im Rahmen eines Projektwettbewerbs wurden innovative Naturerlebnis- und Umweltbildungsangebote prämiert und umgesetzt. Im Frühjahr 2011 erhielt das Wystiter Ökomuseum in Krasnolesje feste Ausstellungsräume. Durch das Projekt wurden Ausstattungen des Museums gefördert und Übernachtungsmöglichkeiten für Schülergruppen eingerichtet.

Im Januar 2012 wies die Gebietsregierung Kaliningrads den Naturpark Wischtynezki im russischen Teil der Rominter Heide aus. Der Dialog zur Einrichtung eines grenzübergreifenden Biosphärenreservats auf Basis der nationalen Natur- und Landschaftsschutzparke wurde auf den 9. und 10. Deutsch-Russischen Umwelttagen weiter fortgeführt.

Laufzeit
02.07.2009-02.07.2011

Fördernde Institution/Auftraggeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Projektnummer 27478

Durchführende Organisation
Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur, Ellernholzholzstr. 1/3, 17489 Greifswald

Lokale Partner und Adressaten
Naturkundlich-historisches Museum Wystiter Höhen, Krasnolesje; Landschaftsschutzpark Rominter Heide, Zytkiejmy

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank der DBU

Bild der Ausstellung im Wystiter Ökomuseum
Ausstellung im Wystiter Ökomuseum
Quelle: BTE/J. Kloiber
 

Machbarkeitsstudie für die Entwicklung eines länderübergreifenden Großschutzgebietes Rominter Heide (Russland/Polen)

Die Rominter Heide ist eine Waldlandschaft im russisch-litauisch-polnischen Grenzgebiet von europaweiter Bedeutung. Der kleinere polnische Teil ist als Landschaftspark geschützt, der größere russische Teil war als Grenzgebiet teilweise militärisches Sperrgebiet und überwiegend ohne Schutzstatus.

Mit dem Beitritt Polens und Litauens zur Europäischen Union verläuft eine EU-Außengrenze quer durch die naturräumlich zusammenhängende Rominter Heide. Aufgrund der vielfältigen Naturausstattung, einer überaus günstigen naturschutzfachlichen Ausgangssituation und damit verbundener Potentiale für eine nachhaltige, landschaftsverträgliche Regionalentwicklung besteht beiderseits der Grenze ein großes Interesse, sowohl im Bereich Naturschutz als auch bei der touristischen Erschließung grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten.
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt förderte die Durchführung einer Machbarkeitsstudie, um

  • Möglichkeiten für die Ausweisung eines länderübergreifenden Großschutzgebietes zu prüfen,
  • die Akzeptanz für Naturschutzerfordernisse in der Rominter Heide zu verbessern,
  • ein ökologisch integriertes Wald- und Jagdnutzungsrahmenkonzeptes einzurichten und 
  • Formen eines naturverträglichen Tourismus als wirtschaftliches Standbein der örtlichen Bevölkerung zu entwickeln.

Die von der Michael Succow Stiftung und BTE Tourismusmanagement, Regionalentwicklung gemeinsam mit den russischen Partnern erarbeitete Machbarkeitsstudie belegte einerseits die hervorragende Eignung des Gebietes für ein solches Vorhaben und dokumentierte andererseits das hohe Interesse auf Seiten der Kaliningrader Gebietsregierung sowie lokaler Akteure. Im Ergebnis der durchgeführten Arbeiten entstand ein erster Zonierungsvorschlag für ein nationales Großschutzgebiet im russischen Teil des Untersuchungsgebiets sowie eine touristische Potenzialanalyse. In einer zweiten Projektphase wurden Detailplanungen vorgenommen und erste Umsetzungsmaßnahmen realisiert.

Laufzeit
11.05.2007-30.04.2008

Fördernde Institution/Auftraggeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Projektnummer 25584

Durchführende Organisation
Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur, Ellernholzholzstr. 1/3, 17489 Greifswald

Lokale Partner und Adressaten
Naturkundlich-historisches Museum Wystiter Höhen; Landschaftsschutzpark Rominter Heide, Polen

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank der DBU

Bild eines Flusslaufs in der Rominter Heide
Naturnaher Flusslauf in der Rominter Heide
Quelle: BTE/J. Kloiber
 

Machbarkeitsstudie für die Entwicklung von Perspektiven für Naturschutz und Tourismus auf der Frischen Nehrung

Die Frische Nehrung, auch Baltische oder Weichsel-Nehrung genannt, ist eine schmale Landzunge von rund 60 Kilometern Länge und einigen 100 Metern Breite. Sanddünen und Kiefernwälder prägen die zwischen Ostsee und Haff gelegene Landschaft, die zu zwei Dritteln zum polnischen und etwa einem Drittel zum russischen Staatsgebiet gehört. Im russischen Teil der Frischen Nehrung konnte sich die Natur seit dem Zweiten Weltkrieg durch die teilweise militärische Nutzung und die damit verbundene eingeschränkte Zugänglichkeit weitgehend frei von menschlicher Nutzung entwickeln. Während der polnische Teil der Frischen Nehrung teilweise intensiv touristisch genutzt wird, hat sich im russischen Teil in weiten Teilen eine naturnahe Küstenlandschaft mit besonderem Wert für die Biodiversität erhalten. Diese gilt es, in Verantwortung für nachfolgende Generationen zum Beispiel durch eine Nationalparkausweisung zu bewahren. Mit der wachsenden wirtschaftlichen Entwicklungsdynamik im Kaliningrader Gebiet und der Zugänglichkeit erhöht sich allerdings der Investitionsdruck auf der Frischen Nehrung.

Vor diesem Hintergrund wurde eine umfangreiche Machbarkeitsstudie erarbeitet. Sie führte erstmals bereits vorliegende Studien, Planungen und Entwicklungsvorstellungen systematisch zusammen. Darauf aufbauend wurden Entwicklungsperspektiven für Naturschutz und Tourismus erarbeitet. Als Ergebnis der Analysen empfehlen die Projektpartner, eine zukünftige touristische Entwicklung auf die Nordspitze der Frischen Nehrung zu konzentrieren. In diesem Zusammenhang sind notwendige Sanierungs- und Konversionsaufgaben zu leisten. Für alle übrigen Bereiche wird der angestrebte Schutz als Nationalpark unterstützt. Gleichzeitig werden natur- und umweltbildungsorientierte Formen der touristischen Erschließung vorgeschlagen.

Laufzeit
03.01.2006-03.04.2007

Fördernde Institution/Auftraggeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Projektnummer 24287

Durchführende Organisation
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e. V. Landesverband Niedersachsen, Goebenstr. 3a, 30161 Hannover

Lokale Partner und Adressaten
Gebietsregierung Kaliningrad; Verein zur Förderung des internationalen Transfers von Umwelttechnologie (ITUT) e.V., Leipzig/Stadt Baltijsk

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank der DBU

 

Bild der Dünen auf der Frischen Nehrung
Dünen auf der Frischen Nehrung
Quelle: BTE/A. Klein
 

Umweltverträglicher Tourismus im Umfeld der Biologischen Station Rybatschi auf der Kurischen Nehrung - Hauptstudie

Die Biologische Station Rybatschi ist ein international anerkanntes Kompetenzzentrum zum europäischen Vogelzug und beliebtes Ziel für Besucher der Kurischen Nehrung. Durch verschiedene Maßnahmen sollten zum einen die Forschungsaufgaben gesichert und zum anderen die Biologische Station Rybatschi stärker in die naturverträgliche Tourismusentwicklung der Kurischen Nehrung eingebunden werden.

Die Projektpartner arbeiteten gemeinsam mit der örtlichen Bevölkerung eine Reihe von Maßnahmen für die touristische Entwicklung aus. Dazu gehörten die Umsetzung einer mehrsprachigen Informationsbroschüre mit Gastgeberverzeichnis sowie eine ebenfalls dreisprachige Internetseite mit zahlreichen Informationen zum touristischen Angebot vor Ort.

Als zentraler Anlaufpunkt für Gäste entstand eine Tourismusinformation mit Fahrradverleih im Kulturhaus Rybatschi. Zur Institutionalisierung der Zusammenarbeit der Akteure vor Ort mit deutschen Partnern wurde der „Kulturverein Rossitten“ gegründet. Zusammen mit dem Kulturverein wurden als Weiterbildungsmaßnahmen Deutsch- und Gästeführerkurse sowie ein deutsch-russischer Jugendaustausch durchgeführt.

Laufzeit
01.09.2004-30.09.2006

Fördernde Institution/Auftraggeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Projektnummer 22905

Durchführende Organisation
BTE, Tourismusmanagement, Regionalentwicklung, Czeminskistraße 1a, 10829 Berlin

Lokale Partner und Adressaten
Biologische Station Rybatschi des Zoologischen Instituts der Russischen Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg; Kommunalverwaltung Rybatschi; Nationalpark Kurische Nehrung; NGO Kulturverein Rossitten

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank der DBU

Bild der Forscher bei der Beringung von Zugvögeln
Beringung von Zugvögeln in der Biologischen Station Rybatschi

Forschungsarbeit in der Biologischen Station Rybatschi

Quelle: BTE/A. Klein
 

Umweltverträglicher Tourismus im Umfeld der Biologischen Station Rybatschi auf der Kurischen Nehrung

Die Kurische Nehrung ist aufgrund ihrer geografischen Lage ein bedeutendes Durchzugsgebiet für zahlreiche Vogelarten und verfügt mit der Biologischen Station Rybatschi über ein international anerkanntes Kompetenzzentrum zum Vogelzug. Für viele Gäste aus dem westlichen Ausland ist der Besuch der Vogelwarte Rybatschi und vor allem der Netzfanganlagen in deren Außenstation Fringilla ein wichtiges Motiv für eine Reise auf die Kurische Nehrung. Für die Wissenschaftler der Station bedeutet die Betreuung von Besuchern eine erhebliche (ehrenamtliche) Mehrbelastung. Im Rahmen des Projektes wurden daher mehrsprachige Informationstafeln entwickelt, die den Besuchern die wichtigsten Forschungsaufgaben und -ergebnisse sowie die Historie der Biologischen Station und der Feldstation Fringilla erklären. Durch die damit verbundene Lenkung des Besucherverkehrs konnten Störungen der Forschungsarbeiten minimiert werden.

Des Weiteren wurde im Gebäude der Biologischen Station ein eigenes Büro für umweltverträglichen Tourismus eingerichtet und eine Video-Beamer-Show über die Geschichte der Biologischen Station Rybatschi erstellt. Diese ergänzen die Informationen für Besucher vor Ort.
Die Einbindung von Privatquartieren für die Übernachtung von Gästen wurde während der Projektlaufzeit erprobt und soll langfristig die Einkommenssituation der Dorfbevölkerung verbessern.

Laufzeit
19.06.2002-19.06.2003

Fördernde Institution/Auftraggeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Projektnummer 20162

Durchführende Organisation
Freundeskreis zur Förderung des Tier- und Vogelschutzes im Bereich der Kurischen Nehrung und Rybachy e.V., Schloss Möggingen, 78315 Radolfzell

Lokale Partner und Adressaten
Biologische Station Rybatschi, Kurische Nehrung (Russland)

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank der DBU

Bild der mehrsprachigen Informationstafeln für Besucher
Dreisprachige Infotafeln auf dem Gelände der Biologischen Station

Dreisprachige Infotafeln, deutsch-russisch-englisch

Quelle: BTE
 

Naturschutz, nachhaltige Landnutzung und Wassermanagement als Grundlage einer nachhaltigen Entwicklung des Gebietes Kaliningrad

Durch die Koordination und Unterstützung von fünf Modellprojekten der Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Kaliningrader Gebiet sollte zum Naturschutz, zu einer umweltgerechten Landwirtschaft und zum nachhaltigen Wassermanagement beigetragen werden. Im Fokus standen folgende Projekte:

  • Entwicklung der nachhaltigen und umweltgerechten Landwirtschaft unter dem besonderen Aspekt der Förderung der guten fachlichen Praxis im Rajon Slawsk,
  • Landschaftsplanung für das Gebiet Kaliningrad,
  • Naturschutz und Tourismus in Rybatschi auf der Kurischen Nehrung,
  • Bau einer Modell-Pflanzenkläranlagen in Iljuschino im Südosten des Gebiets Kaliningrad,
  • Stipendienprogramm mit den beiden Kaliningrader Hochschulen.

Die Durchführung verschiedener Veranstaltungen sowie die Berichterstattung durch die Presse trugen zur Verbreitung der Projektergebnisse in der Öffentlichkeit bei. Unter anderem fanden ein Mittelstandsforum zum Thema „Investitionen in nachhaltige Technologien, positive Aspekte der Anwendung von nachhaltigen Technologien“, die Deutsch-Russischen-Umwelttage sowie Seminare und Vorträge an der Baltischen Föderalen Immanuel-Kant-Universität und der Staatlichen Technischen Universität Kaliningrad statt.

Insgesamt führte die Unterstützung der Modellprojekte durch begleitende Maßnahmen zu einer positiven Entwicklung. Beispielsweise konnte die Pflanzenkläranlage in Iljuschino nach jahrelangem „Tauziehen“ in Betrieb genommen werden.
Als Ergebnis entstanden darüber hinaus weitere Projektvorschläge zur Vertiefung der begonnenen Arbeit im Gebiet Kaliningrad:

  • Landschaftsplanung für das Rajon Selenogradsk,
  • Sicherung eines nachhaltigen Umweltschutzes durch Information und Partizipation,
  • Entwicklungsperspektiven für Naturschutz und Tourismus auf der Frischen und Kurischen Nehrung,
  • Wasser- und Abwassermanagement im Kaliningrader Gebiet,
  • Aus- und Weiterbildung von Fachkräften für die Entwicklung einer nachhaltigen und umweltgerechten Landwirtschaft,
  • Gründung eines russisch-deutsch-litauischen Umweltbildungszentrums in Rybatschi auf der Kurischen Nehrung,
  • Trinkwasserversorgung eines Kinderheimes in der Stadt Bagrationowsk.

Laufzeit
01.01.-31.12.2005

Fördernde Institution/Auftraggeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Projektnummer 23219

Durchführende Organisation
Handelskammer Hamburg, Außenstelle Kaliningrad, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank der DBU

 

Bild einer Biowasseranlage
Biowasseranlage
Quelle: Handelskammer Hamburg/Außenstelle Kaliningrad - Dr. Stephan Stein
 

Landschaftsplanung für das Gebiet Kaliningrad

Die Umweltsituation im Kaliningrader Gebiet stellt sich, wie in weiten Teilen Russlands, als problematisch dar. Mit der Unterstützung deutscher Expertinnen und Experten sollten erstmals ökologische Belange durch die Erarbeitung eines Landschaftsprogramms in der räumlichen Gesamtplanung berücksichtigt werden. Mit Hilfe des Instruments Landschaftsplanung werden in Deutschland die Anforderungen von Natur und Landschaft in die räumliche Gesamtplanung aufgenommen. Für die Russische Föderation bedeutete das Projekt „Landschaftsplanung für das Gebiet Kaliningrad“ eine Innovation. Die räumliche Entwicklung des Kaliningrader Gebietes erfolgte bisher auf Grundlage einzelner Fachpläne, die nicht ausreichend koordiniert waren, und ohne hinreichende Berücksichtigung ökologischer Aspekte. Zentrales Ziel des Landschaftsprogramms war es daher, für den Gesamtraum des Kaliningrader Gebietes eine planerische Grundlage für eine ökologisch orientierte Landnutzung und nachhaltige Entwicklung zu erarbeiten, die den Anforderungen internationaler Umweltrechtsvorschriften entspricht. Anschließend sollte die detaillierte Ausgestaltung der Vorgaben für einzelne Teilregionen in einem größeren Maßstab erfolgen. In der Phase II des Projekts wählten die Beteiligten die Stadt Selenogradsk als Modellgebiet aus.

Bei der Erstellung des Landschaftsprogramms für das Kaliningrader Gebiet entwickelte das Projektteam einen eigenen Ansatz, der sich vom bisher in Russland üblichen Vorgehen unterschied: Erst wurden die Informationen zu allen Schutzgütern zusammengetragen und bewertet, um die Erhaltungs- und Entwicklungsziele zu bestimmen. Erst nach diesem Schritt wurden bei der Erstellung des Handlungs- und Maßnahmenplanes die Interessen der Flächennutzer berücksichtigt.

Laufzeit
13.08.2004-12.11.2005

Fördernde Institution/Auftraggeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Projektnummer 22449

Durchführende Organisation
Technische Universität Berlin, Institut für Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Sekr. EB 5, Straße des 17. Juni 145, 10623 Berlin

Lokale Partner und Adressaten
Staatliche Technische Universität Kaliningrad; Außenstelle der Naturaufsichtsbehörde der Russischen Föderation im Kaliningrader Gebiet; Verwaltung für Architektur und Städtebau des Kaliningrader Gebietes

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank der DBU

Bild eines Landschaftsausschnittes der Rominter Heide
Landschaft der Rominter Heide
Quelle: BTE/J. Kloiber
 

Naturschutz und Tourismus auf der Frischen und Kurischen Nehrung - Hauptstudie

Die Frische und Kurische Nehrung gelten durch ihre beeindruckenden Dünenformationen, Feuchtwälder und Moore als einzigartige Naturlandschaften in Europa. Der Ausbau der länderübergreifenden Kooperation für einen nachhaltigen Naturschutz und Tourismus auf der Frischen und Kurischen Nehrung standen im Mittelpunkt der deutschen Beratungshilfe. Durch den Aufbau eines länderübergreifenden Kooperationsnetzwerkes und die Durchführung ausgewählter Schlüsselmaßnahmen sollten die Grundlagen für einen grenzübergreifenden und großflächigen Naturschutz auf der Frischen und Kurischen Nehrung gelegt werden. Gemeinsame Aktivitäten, wie z.B. regelmäßige Workshops, eine Fachexkursion nach Deutschland (Rügen), die gemeinsame Erarbeitung und der Druck der ersten länderübergreifenden Informationsbroschüre über die Region (in fünf Sprachen) sowie eine Schulung zur Nutzung der EU-Programme PHARE/INTERREG CBC und TACIS CBC verfestigten das Netzwerk im Verlauf des Projektes. Mit Kleinkredit-Programmen in Lesnoi und Polessk wurden zudem touristische Kleinanbieter unterstützt und ein Beitrag zum Aufbau eines naturorientierten Tourismus sowie zur Kompetenzentwicklung geleistet.
Im Jahr 2002 wurde das Projekt unter dem Titel „Ökotourismus rund um die Frische und Kurische Nehrung“ im Rahmen der Internationalen Tourismusbörse in Berlin (ITB) sowie auf der Messe Jantour in Kaliningrad präsentiert.

Der Deutsche ReiseVerband e. V. zeichnete die Erfolge der länderübergreifenden Aktivitäten im Jahr 2002 mit der „Eco-Trophea“ aus, einer internationalen Umweltauszeichnung für Umweltschutz und soziale Verantwortung im Tourismus.

Laufzeit
03.09.2001-31.08.2003

Fördernde Institution/Auftraggeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Projektnummer 19345

Durchführende Organisation
World Wide Fund for Nature (WWF) Deutschland, 60326 Frankfurt

Lokale Partner und Adressaten
In Russland: Gebietsregierung Kaliningrad (Komitee für Tourismus); Nationalpark Kurische Nehrung; Ökotourismuszentrum Lesnoi; NGO Orient-Klassik, Kaliningrad, Informationszentrum für den Ökotourismus des WWF
In Litauen: Nationalpark Kurische Nehrung; Regional Park Nemunas Delta; Stadtverwaltung Neringa; Gemeinde Šilute
In Polen: Landschaftsschutzpark Frische Nehrung; Landschaftsschutzpark Elbinger Hochebene; Kommunaler Zweckverband der Hafenufergemeinden, Elbląg; Umweltbildungsstätte Piaski

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank der DBU

Bild einer Informationsbroschüre in mehreren Sprachen
Informationsbroschüre zum Ökotourismus auf der Frischen und Kurischen Nehrung
Quelle: BTE
 

Naturschutz und Tourismus auf der Frischen und Kurischen Nehrung - Vorstudie

Die Frische und Kurische Nehrung gelten durch ihre beeindruckenden Dünenformationen, Feuchtwälder und Moore als einzigartige Naturlandschaften in Europa. Darüber hinaus sind sie ein wichtiger Trittstein für viele Zugvogelarten auf der Nord-Ost-Atlantik-Wanderung. Der langfristige Erhalt dieser Landschaftsräume kann nur durch einen grenzübergreifenden und großflächigen Naturschutz erreicht werden.

Die Frische und die Kurische Nehrung sind schmale Landzungen vor der Küste Polens, Russlands (Kaliningrader Gebiet) und Litauens. Die einzigartigen Dünen- und Hafflandschaften sind von internationaler Bedeutung für den Natur- und Kulturlandschaftsschutz. Im Jahr 2000 wurde die Kurische Nehrung in die Liste der UNESCO-Welterbestätten aufgenommen.

Ziel des Projektes war es, gemeinsam mit den Akteuren vor Ort Potenziale für einen länderübergreifenden Naturschutz und Tourismus zu ermitteln und ein länderübergreifendes Kooperationsnetzwerk zwischen den zwei Nationalparks, zwei Landschaftsschutzparks, dem Regionalpark sowie den Kommunen im Bereich der Nehrungen und Haffe in den drei Ländern aufzubauen. Die Vorstudie diente dazu, vorliegende Daten, Studien und Projekte mit Relevanz für Naturschutz und Tourismus in den drei Ländern zu sichten und auszuwerten sowie den Stand der Umsetzung darzustellen. Darüber hinaus wurden gemeinsam mit den relevanten Akteuren in Polen, Russland und Litauen Prioritäten für die Hauptstudie definiert und Schlüsselprojekte festgelegt. Als inhaltlicher Schwerpunkt für die Hauptstudie wurde vor allem die Umsetzungsunterstützung bestehender Projektinitiativen gesehen. Durch die ausgewählten Schlüsselprojekte sollte eine verstärkte Kooperation der drei Partnerländer initiiert werden.

Laufzeit
22.05.2001-09.01.2002

Fördernde Institution/Auftraggeber
Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Projektnummer 18957

Durchführende Organisation
BTE Tourismusmanagement, Regionalentwicklung, Friedbergstr. 19, 14057 Berlin

Lokale Partner und Adressaten
In Russland: Gebietsregierung Kaliningrad (Komitee für Tourismus); Nationalpark Kurische Nehrung; Ökotourismuszentrum Lesnoi; NGO Orient-Klassik, Kaliningrad
In Litauen: Nationalpark Kurische Nehrung; Regional Park Nemunas Delta; Gemeinde Neringa; Gemeinde Šilute
In Polen: Landschaftsschutzpark Frische Nehrung; Landschaftsschutzpark Elbląger Hochebene; Kommunaler Zweckverband der Hafenufergemeinden, Elbląg; Umweltbildungsstätte Piaski

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank der DBU

Bild eines Kiefernwaldes mit außergewöhnlichen Wuchsformen
"Tanzender Wald" auf der Kurischen Nehrung

Kiefern, Königswald, Kaliningrader Gebiet

Quelle: Christian Welscher
 

Workshops mit Beteiligung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) im Kaliningrader Gebiet der Russischen Föderation oder mit Bezug zum Kaliningrader Gebiet im Zeitraum 1998 - 2009

  • Fachliche und finanzielle Unterstützung der Nominierung der Kurischen Nehrung als Weltnaturerbegebiet der UNESCO in den Jahren 1998-2000
  • „Kooperation im Bereich der internetgestützten Natur- und Umweltbildung“ im Oktober/November 2002
  • „Der Aufbau einer interkulturellen Kommunikations- und Bildungsplattform Natur und biologische Diversität“ im Oktober 2003
  • „Internetgestützte Naturbeobachtungsprojekte: Potenziale und Perspektiven in der Russischen Föderation“ im November 2003
  • „Erstellung von Managementplänen zur Sicherung russischer Weltnaturerbegebiete der UNESCO am Beispiel des Nationalparks Kurische Nehrung“ im März 2004
  • "Steuerung der Weltnaturerbegebiete der UNESCO in der Russischen Föderation" im Mai 2004
  • „Expertise des Landschaftsplanungsprojektes Kaliningrad“ im Februar 2005
  • „Initiierung regionaler Pilotprojekte zur Einführung und Umsetzung der Landschaftsplanung in der Russischen Föderation auf regionaler Ebene“ im Juni 2005
  • „Anforderungen der Biodiversitätskonvention an ökologische Gutachten/Umweltgutachten (OVOS) und ökologische Expertise in Russland“ im Februar 2006
  • „Weiterentwicklung von Aktionen im Rahmen der deutsch-russischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Umweltbildung“ im Oktober 2006
  • „Anwendung der Instrumente der Landschaftsplanung im Gebiet Kaliningrad zur Schaffung der Grundlagen für ein Schutzgebietssystem" im Februar 2007
  • „Umweltverträgliche Tourismusentwicklung im Gebiet Kaliningrad“ im August 2007
  • „Naturverträgliche Tourismusentwicklung im Nationalpark Kurische Nehrung im Rahmen der Errichtung einer Sonderwirtschaftszone für touristische Entwicklung des Gebietes Kaliningrad“ im Juni 2008
  • „Naturschutzerziehung, -bildung und -information“ auf der Grundlage von Weltnaturerbegebieten der UNESCO im Oktober 2008
  • “Landschaftsplanung und Tourismusplanung im Kaliningrader Gebiet“ im November 2009
  • „Entwicklung von Alternativvarianten der Naturnutzung in Weltnaturerbegebieten der UNESCO“ im April 2009