Kreislaufwirtschaft

Bild einer Sammelstelle für Elektro- und Elektronikabfällezum Vergrößern anklicken
Elektro- und Elektronikabfälle sollten getrennt gesammelt und verwertet werden.
Quelle: pn_photo – Fotolia

Inhaltsverzeichnis

 

Im Kaliningrader Gebiet beträgt das jährliche Abfallaufkommen etwa 600.000 Tonnen. 85% dieses Abfallaufkommens werden auf Deponien abgelagert, nur 5% der Abfälle werden verwertet, rund 10% gehen beim Transport verloren. Trotz dieser beträchtlichen Abfallmengen sind eine umweltverträgliche Abfallentsorgung und effektive Verwertung noch nicht entwickelt.

Haushalts- und Gewerbeabfälle werden im Wesentlichen auf Deponien entsorgt. Nur vereinzelt stehen Anlagen für eine Abfallaufbereitung und -verwertung bereit. Die dazu notwendige Infrastruktur ist im Gebiet Kaliningrad bislang schwach entwickelt bzw. derzeit im Aufbau. So haben sich in den vergangenen Jahren insbesondere in der Stadt Kaliningrad mehrere Betriebe etabliert, die sich auf die Sammlung, Verwertung und Verarbeitung einzelner Abfallarten spezialisiert haben. Hierzu zählen unter anderem Abfallarten wie Altpapier, Pappe, Polymere, Polystyrol, Bauabfälle, technische Fette, Haushaltsgeräte und Reifen. Aber auch für die Sammlung, Aufbereitung und Verwertung weiterer umweltgefährdender Abfälle wie Autobatterien, medizinische Abfälle, Ölprodukte und quecksilberhaltige Produkte wurden erste Initiativen ergriffen.

Zur Lösung der vorhandenen Probleme im Umgang mit kommunalen und gefährlichen Abfällen hat das für die Abfallwirtschaft zuständige Ministerium für Kommunal-, Wohnungs-, Brennstoff- und Energiewirtschaft des Gebiets Kaliningrad das Programm „Umgang mit Industrie- und Kommunalabfällen im Gebiet Kaliningrad 2012 - 2016“ erarbeitet. Das Programm umfasst Maßnahmen, mit denen rechtliche Normen verbessert, die Infrastruktur der Abfallverarbeitung weiter ausgebaut und negative Einflüsse der Deponien reduziert werden sollen.

(aus der Dokumentation der Deutsch-Russischen Umwelttage 2012)

 

Elektro- und Elektronikabfallverwertung in Kaliningrad (Phase II)

Ein umweltgerechtes Abfallmanagement stellt die Stadt Kaliningrad vor große Herausforderungen. Seit 2010 führt die russische Verwaltung – mit deutscher Beratungshilfe – Schritte zur Entsorgung von Elektro- und Elektronikabfall ein. Grundlage zur Durchführung der Projektphase II waren die Ergebnisse einer Vorstudie (2009-2011): Nach Schätzung der Experten fallen in der Stadt Kaliningrad jährlich ca. 1.500 t Elektro- und Elektronikabfälle an. Diese wurden weder getrennt erfasst noch zur Verwertung herangezogen. Die Berater des Instituts für Entsorgung und Umwelttechnik GmbH (Ifeu) zeigten verschiedene Szenarien für einen zukünftig nachhaltigen Umgang mit den zu entsorgenden Elektro- und Elektronikgeräten auf. Für die Weiterführung des Projekts (Phase II) verständigten sich die Projektbeteiligten darauf, bereits bestehende Entsorgungsmöglichkeiten in der Stadt Kaliningrad auszubauen.

Zur Erfassung der Elektro- und Elektronikabfälle wurden Bringhöfe, Sammelpunkte in städtischen Räumlichkeiten und in Gebäuden der Wohnraumverwaltungen eingerichtet. Die Einrichtung der Sammelpunkte ermöglichte gleichzeitig die Erfassung von anderen Wertstoffen sowie von Problemabfällen. Durch Informationskampagnen wurde die Bevölkerung für eine Sortierung und Abgabe des Sondermülls an den Sammelstellen sensibilisiert.

Die umweltgerechte Entsorgung von quecksilberhaltigen Energiesparlampen bildete einen weiteren Schwerpunkt der Projektaktivitäten. Es war sicherzustellen, dass die an den Sammelpunkten erfassten Lampen, zur Entsorgung an lizensierte Unternehmen überführt werden.

Insgesamt berieten die deutschen Experten die Kaliningrader Partner sowohl bei der Überarbeitung des städtischen Abfallwirtschaftskonzepts als auch bei der Einbindung der Maßnahmen ins regionale Abfallwirtschaftsprogramm bis 2016.

Laufzeit
12.01.2012-30.11.2013

Fördernde Institution/Auftraggeber
Umweltbundesamt, Projektnummer 380 01 278

Durchführende Organisation
Ifeu, Institut für Entsorgung und Umwelttechnik GmbH, Kalkofen 6, 58638 Iserlohn

Lokale Partner und Adressaten
Stadtverwaltung Kaliningrad

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank des Beratungshilfeprogramms

Bild zur fachgerechten Entsorgung von Leuchtstoffröhren
Fachgerechte Entsorgung von Leuchtstoffröhren
Quelle: Mihajlo Maricic/istockphoto
 

Elektro- und Elektronikabfallverwertung in Kaliningrad (Vorstudie)

Das Gebiet Kaliningrad ist von den EU-Staaten Polen und Litauen sowie der Ostsee umgeben und hierdurch räumlich nicht mit der Russischen Föderation verbunden. Jährlich fallen in der Exklave über 500.000 Tonnen Abfälle an. Für die Stadt Kaliningrad stellt die Entsorgung und -verwertung dieser Abfälle eine zentrale Herausforderung dar. Ein umweltgerechtes Abfallmanagement ist im Gebiet Kaliningrad, wie auch in vielen anderen Regionen Russlands, bislang schwach entwickelt bzw. im Aufbau befindlich. Insbesondere der umweltverträgliche Umgang mit Elektro- und Elektronikabfällen in der Stadt Kaliningrad entwickelt sich zunehmend zu einem Problem.
Seit 2010 unterstützten das BMU und das Umweltbundesamt die Kaliningrader Stadtverwaltung beim Aufbau eines modernen Erfassungs- und Entsorgungssystems: Im Rahmen einer Vorstudie analysierten deutsche Fachleute des Instituts für Entsorgung und Umwelttechnik GmbH (Ifeu) die Struktur der städtischen Siedlungsabfallwirtschaft. Sie ermittelten den aktuellen Stand der Entsorgungsverfahren und schätzten das mengenmäßige Aufkommen des Elektro- und Elektronikschrotts ein. Dabei stellten sie fest, dass zu entsorgende Geräte aus Privathaushalten weder gezielt erfasst noch verwertet werden. Als Ergebnis der Vorstudie wurden der Stadtverwaltung verschiedene Szenarien für einen nachhaltigen Umgang mit den Abfällen vorgelegt. Diese enthielten angepasste Maßnahmen zur Logistik, Anlagentechnik und Finanzierung für eine moderne Entsorgung von Elektro- und Elektronikabfällen.
Aufbauend auf diesen Ergebnissen förderte das Umweltbundesamt eine zweite Projektphase (2012-2013), in der die Umsetzung des Szenarios „Erweiterung der bestehenden Entsorgungsmöglichkeiten“ unterstützt wurde.

Laufzeit
24.11.2009-27.02.2011

Fördernde Institution/Auftraggeber
Umweltbundesamt, Projektnummer 380 01 212

Durchführende Organisation
Ifeu, Institut für Entsorgung und Umwelttechnik GmbH, Kalkofen 6, 58638 Iserlohn

Lokale Partner und Adressaten
Stadtverwaltung Kaliningrad

Weitere Informationen, Publikationen und Dokumente
Projektdatenbank des Beratungshilfeprogramms

Bild einer Mülldeponie im Kaliningrader Gebiet
Elektro- und Elektronikabfall auf der Deponie
Quelle: J. Ebbing/Ifeu