Indikator: Vermiedene THG-Emissionen durch erneuerbare Energien

Ein Diagramm zeigt die Entwicklung durch den Einsatz erneuerbarer Energieträger vermiedenen Treibhausgas-Emissionen unterteilt nach Strom, Wärme und Verkehr. 1990 wurden 27,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente vermieden, 2016 158,8 Millionen Tonnen.zum Vergrößern anklicken
Vermiedene Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien
Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • In den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr werden fossile Energieträger zunehmend durch erneuerbare Energien ersetzt.
  • Die eingesparten Emissionen liegen heute mehr als fünf Mal so hoch wie 1990.
  • Die Bundesregierung will den Anteil erneuerbarer Energien deutlich ausbauen und die Treibhausgas-Emissionen damit weiter senken.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Jeder Wirtschaftsprozess ist mit dem Einsatz von Energie verbunden. Derzeit sind sowohl in Deutschland als auch weltweit fossile Energieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas die wichtigsten Energiequellen. Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe werden Treibhausgase ausgestoßen. Dies ist der wichtigste Treiber des globalen Klimawandels.

Ein wesentlicher Ansatz für den Klimaschutz ist deshalb, die Volkswirtschaft auf saubere Energieformen umzustellen, insbesondere auf erneuerbare Energien. Der Indikator zeigt den Beitrag der erneuerbaren Energien zur Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen und damit zur Erreichung der Klimaschutzziele an.

Auch der effizientere Einsatz von Energie (Energieeffizienz) spielt eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Klimaziele. Jedoch kann Energieeffizienz nur schwer direkt gemessen werden. Mit dem Indikator "Energieproduktivität" liegt jedoch ein allgemeines Maß für die Energieeffizienz einer Volkswirtschaft vor.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

In den letzten Jahrzehnten wurden die erneuerbaren Energien in Deutschland stark ausgebaut. Im Jahr 2016 konnten durch ihre Nutzung rund 159 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente vermieden werden, welche sonst zusätzlich durch die Nutzung fossiler Energieträger entstanden wären. Das war mehr als fünfmal so viel wie 1990.

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien trug mit rund 74 % zu der vermiedenen Menge an Treibhausgasen bei. Der Wärmebereich war für 23 % verantwortlich und der Verkehr für fast 3 %, zum Beispiel durch den Einsatz von Biokraftstoffen.

Die Bundesregierung strebt mit ihrem Energiekonzept 2010 an, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 40 % unter den Wert von 1990 zu senken, bis 2050 sogar um 80 bis 95 % (Bundesregierung 2010). Zur Erreichung dieses Ziels sollen insbesondere die erneuerbaren Energien einen wichtigen Beitrag leisten. Sie sollen bis 2030 einen Anteil von 30 % sowie bis 2050 von 60 % am Endenergieverbrauch haben. Um diese Ziele zu erreichen, sind weiter erhebliche Anstrengungen nötig (siehe auch die Indikatoren „Emission von Treibhausgasen“ und „Erneuerbare Energien“).

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Für die Berechnung des Indikators wird angenommen, dass Energie, die heute aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen wird, durch einen fossilen Energiemix bereitgestellt werden müsste. Die Differenz zwischen diesem angenommenen und dem realen Ausstoß wird im Indikator veranschaulicht. Der Indikator deckt auch die Emissionen erneuerbarer Energieträger ab, welche während Produktion, Installation oder Wartung anfallen. Die detaillierte Methodik zur Berechnung des Indikators kann in der Emissionsbilanz 2013 nachgelesen werden (UBA 2014).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel: "Erneuerbare Energien - Vermiedene Treibhausgase".