Stickstoffdioxid-Belastung

Die Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxid-Belastung haben bis zum Ende der 1990er Jahre abgenommen, seitdem stagnieren sie. An weit mehr als der Hälfte der verkehrsnahen Stationen überschreiten die gemessenen Stickstoffdioxid-Konzentrationen den seit 2010 einzuhaltenden Grenzwert.

Belastungen durch Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide

Stickstoffoxide (NOx) werden überwiegend als Stickstoffmonoxid (NO) emittiert. Da dieses Gas relativ schnell von Luftsauerstoff (O2) und Ozon (O3) zu Stickstoffdioxid (NO2) oxidiert wird, tritt NO großräumig nicht in Erscheinung.

Ballungsräume und Städte sind erwartungsgemäß aufgrund der dort im Vergleich zum Umland hohen Emissionen von einer stärkeren Luftschadstoffbelastung betroffen (siehe Abb. „Trend der Stickstoffdioxid-Jahresmittelwerte“). Je nach Lage der Messstation werden Jahresmittelwerte zwischen 30 und 60 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m³), vereinzelt sogar um 100 µg/m³ gemessen. In der EU-Richtlinie 2008/50/EG – in deutsches Recht mit der 39. BImSchV umgesetzt – ist für den Schutz der menschlichen Gesundheit ein Jahresgrenzwert von 40 µg/m³ im Jahresmittel festgelegt, der seit 2010 einzuhalten ist (siehe Tab. „Grenzwerte für die Schadstoffe Stickstoffdioxid und Stickstoffoxide“). 2014 lagen die NO2-Jahresmittelwerte an 60 Prozent (%) der verkehrsnahen Messstationen über dieser Schwelle. Derzeit wird in Deutschland an etwa 500 Stationen NO2 gemessen. In ländlichen Gebieten findet man Konzentrationen, die nur selten einen Wert von 30 µg/m³ überschreiten. In fern von Emissionsquellen gelegenen Gebieten liegen die Konzentrationen teilweise sogar unter 10 µg/m³ (siehe Karte „Stickstoffdioxid-Jahresmittel 1969 bis 2014“).

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