Umweltsituation: Gut 30 Prozent der Energie werden in Deutschland eingesetzt, um Gebäude zu beheizen. Das verursacht rund 25 Prozent der CO2-Emissionen. Die Heizung verbraucht im Haushalt am meisten Energie und verursacht damit mit Abstand die größte Menge an CO₂. Zu einer Heizungsanlage mit erneuerbaren Energien zu wechseln, ist nicht nur umweltfreundlich und macht unabhängig von fossilen Energieträgern, sondern kann auch Heizkosten sparen. Ölheizungen emittieren am meisten CO₂ und sollten deshalb möglichst schnell ersetzt werden. Auch Gasheizungen bieten keine langfristige Perspektive: Konventionelles Erdgas belastet das Klima, Biomethan ist nicht treibhausgasneutral und zudem nur sehr begrenzt nachhaltig verfügbar, und Wasserstoff oder synthetisch erzeugtes Methan sind noch nicht am Markt verfügbar. Wenn es einmal soweit ist, werden sie teure und ineffiziente Brennstoffe sein, weil für ihre Produktion ein Vielfaches des Stroms für den Betrieb einer Wärmepumpe nötig ist.
Gesetzeslage: Das Klimaschutzgesetz gibt vor, dass Deutschland 2045 netto keine Treibhausgasemissionen mehr verursachen darf – was auch für Gebäude und ihre Heizungen gilt. Das Brennstoffemissionshandelsgesetz hat den CO₂-Preis im Nationalen Emissionshandel eingeführt, was Erdgas und Heizöl nach und nach immer teurer machen wird. Es wird 2028 vom EU-Emissionshandel für Gebäude und Straßenverkehr abgelöst. Zudem wird der Emissionshandel die zulässigen Emissionsmengen begrenzen. Das macht es immer attraktiver, zu erneuerbaren Energien zu wechseln und das Haus zu sanieren. Auch wenn sie heute kurzfristig noch billiger erscheinen: Gas- und Ölheizungen sind Techniken von gestern.
Das Gebäudemodernisierungsgesetz regelt seit 2026 den Wandel zu klimafreundlichen Heizsystemen. Optionen für den Ersatz einer Heizungsanlage sind dann vor allem Wärmepumpe, Fernwärmeanschluss, Hybridheizung, Biomasseheizung, Gas- oder Ölheizung. Neu installierte Gas- und Ölheizungen müssen mit einem Mindestanteil an erneuerbaren Brennstoffen wie Biomethan, Bioöle, Wasserstoff oder aus Wasserstoff hergestellte Brennstoffe beliefert werden, der in mehreren Stufen ansteigt („Biotreppe“): von 10 Prozent ab 2029 bis 60 Prozent ab 2040. Darüber hinaus wird eine „Grüngas-/Grünheizölquote“ für alle Gas- und Ölheizungen im Bestand eingeführt: Inverkehrbringer von Heizöl oder Erdgas müssen den Anteil erneuerbarer Brennstoffe von 1 Prozent im Jahr 2028 auf 100 Prozent im Jahr 2045 erhöhen; Zwischenschritte sollen bis Ende 2026 in einem Gesetz festgelegt werden.
Das Wärmeplanungsgesetz soll Gemeinden verpflichten, bis Mitte 2026 bzw. 2028 eine kommunale Wärmeplanung zu erstellen. Daraus soll dann hervorgehen, in welchen Gemeindegebieten ein Wärmenetz erweitert oder gebaut wird oder ob ein Wasserstoffnetz errichtet werden soll.
Marktbeobachtung: Fast 80 Prozent der Gebäude heizen mit Gas oder Öl. In Deutschland sind etwa 40 Prozent der Gas- und Ölheizungen älter als 20 Jahre. Heizungen erreichen nach 15 bis 20 Jahren das Ende ihrer zu erwartenden Lebensdauer und sind dann technisch veraltet. Damit die Gebäude treibhausgasneutral werden, müssen sie sowohl weniger Energie verbrauchen als auch mit erneuerbaren Energien beheizt werden.
Der Marktanteil von Heizungen mit erneuerbaren Energien wächst stetig. Fast jede zweite neu eingebaute Heizung war 2025 eine Wärmepumpe. Heizen mit erneuerbaren Energien wirkt: Immer mehr Wärme stammt aus erneuerbaren Energien und vermeidet THG-Emissionen.