Der klimaneutrale Gebäudebestand
Das Umweltbundesamt empfiehlt, schnell mit einer umfassenden Sanierung des Gebäudebestands in Deutschland zu beginnen. Bis 2050 soll der Gebäudebestand Deutschlands nahezu klimaneutral werden. Dieses Ziel hat sich die Bundesregierung im Rahmen der Energiewende gesetzt. Die Studie "Klimaneutraler Gebäudebestand 2050" zeigt, wie das gelingen kann.
Um den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht zu werden, sollte aus Sicht des Umweltbundesamtes der Gebäudebestand langfristig (bis spätestens 2050) klimaneutral werden. Das bedeutet einen niedrigen Nutzenergiebedarf und eine (möglichst vollständige) Versorgung mit erneuerbaren Energien. Die nötigen Maßnahmen sind oft seit Jahrzehnten bekannt, doch es fehlt weiterhin an deren Umsetzung. Die Zeit drängt, da selbst motiviertes Handeln eine jahrzehntelange Transformation für den Gebäudebestand bedeutet. Die Herausforderungen dieser Wärmewende bis 2050 stellt das UBA-Papier "13 Thesen für einen treibhausgasneutralen Gebäudebestand" dar.
Empirische Wohngebäude-Daten
Häuser und Wohnungen in Deutschland werden zwar energieeffizienter, aber die Entwicklung stagniert nahezu. Das zeigt das Infoportal wohngebaeude.info. Es enthält eine Datenbank mit inzwischen über einer Million anonymisierter Datensätze. Ihre Besonderheit: Die Daten verknüpfen gemessene Heizenergieverbräuche mit detaillierten Informationen über die Gebäude. Damit lassen sich Energieverbrauch und Modernisierungsstand von Wohngebäuden in Deutschland von 2002 bis heute beschreiben und auswerten, sowohl für das ganze Bundesgebiet als auch für einzelne Bundesländer.
Energieeinsparungen durch bedarfsgerechte und effiziente Wohnraumnutzung
Der Energieverbrauch von Gebäuden steigt auch auf Grund zunehmender Pro-Kopf-Wohnflächen. Eine Reduktion der Pro-Kopf-Wohnfläche kann im Gegenzug helfen, Energie und damit auch Treibhausgase einzusparen. Ein Forschungsbericht analysiert das Potenzial von unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen und zeigt Möglichkeiten auf, wie dieses Potenzial mit Politikinstrumenten adressiert werden kann. Eine effizientere Wohnraumnutzung, beispielsweise durch Untervermietung, kann zu einer Minderung des jährlichen Energieverbrauchs im Jahr 2030 zwischen 20 und 59 Terrawattstunden pro Jahr führen. Das entspricht etwa der Stromerzeugung von zwei bis sechs großen Kohle- oder Atomkraftwerken im Jahr.
Trinkwassererwärmung: Energieeffizienz und Hygiene
Energiesparen bei der Warmwasserbereitung, die etwa 10 bis 15 % des Endenergieverbrauchs der privaten Haushalte ausmacht, trägt zu den Klimazielen bei. Das ist mit hygienischen Anforderungen an das Trinkwasser aber nicht ganz einfach in Einklang zu bringen: Nur die Warmwassertemperatur zu verringern oder das Wasser chemisch zu desinfizieren, kann nämlich zu Gesundheitsbelastungen durch Legionellen oder Chlornebenprodukten führen. Das Umweltbundesamt empfiehlt daher, auf chemische Desinfektion zu verzichten und Energiespar-Maßnahmen durchzuführen, die die Wärmeverluste bei der Erzeugung, Speicherung und Verteilung des Warmwassers verringern.