Tempolimit

Schilder mit der Geschwindigkeitsangabe 120, 80, 50, 30zum Vergrößern anklicken
Tempolimits verringern die Lärm-, Treibhausgas- und Schadstoffemissionen.

verschiedene Schilder zur Geschwindigkeitsbegrenzung

Quelle: bluedesign / Fotolia.com

Der Straßenverkehr ist mit eine der Voraussetzungen für das Funktionieren unseres Wirtschaftssystems und fester Bestandteil unseres privaten Lebens. Er ist aber unverkennbar auch Ursache von schweren Schäden durch Unfälle und Umweltbelastungen und wird dementsprechend kontrovers diskutiert.

Trägt ein Tempolimit überhaupt zur Umweltentlastung bei?

Das UBA untersucht, inwieweit die Umweltbelastungen des Straßenverkehrs in Zusammenhang mit den gefahrenen Geschwindigkeiten stehen und welchen Beitrag Geschwindigkeitsbeschränkungen zu einer Verminderung der Umweltbelastungen leisten können. Die Einführung eines allgemeinen Tempolimits auf Autobahnen wäre ein kurzfristig realisierbarer, kostengünstiger und wirksamer Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen und des Kraftstoffverbrauchs. Zudem würde auch die Verkehrssicherheit erhöht und die Lärm- und Schadstoffemissionen gemindert.

Den konkreten Beitrag von Tempolimits zur Entlastung der Umwelt hat das UBA  auf Basis von Daten aus dem Jahr 1996 berechnet. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind in der Publikation "Umweltauswirkungen von Geschwindigkeitsbeschränkungen" veröffentlicht. Wegen fehlender neuerer Erhebungen zum Geschwindigkeitsverhalten auf Autobahnen sind keine aktuelleren Aussagen möglich. Unter Annahme eines unveränderten Geschwindigkeitsverhaltens und einem Befolgungsgrad von 80 % sinken bei einen Tempolimit von 120 km/h die CO2-Emissionen der Pkw auf deutschen Autobahnen um 9 %. Dies entspricht einer Menge von jährlich rund 3 Millionen Tonnen CO2.

Tempolimit – Innerorts

1957 wurde in der Bundesrepublik Deutschland die Innerortshöchstgeschwindigkeit von 50 km/h eingeführt. Die Erfahrungen mit diesem Tempolimit haben gezeigt, dass Tempo 50 für einen bedeutenden Teil des Straßennetzes weder umfeld- noch umweltverträglich ist. Hinzu kommt, dass diese zulässige Höchstgeschwindigkeit in der Praxis häufig überschritten wird. Eine wichtige Maßnahme der Verkehrsberuhigung und damit der besseren Integration des Verkehrs in die Stadt ist daher die Senkung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten. Denn langsamer ist leiser, langsamer (und gleichmäßiger) verringert die Schadstoffemissionen - und langsamer ist außerdem sicherer!

Die Einführung von Tempo 30 in Nebenstraßen ist vielerorts zu einer Routineangelegenheit geworden und Tempo-30-Zonen sind im Bewusstsein der Bevölkerung fest verankert. Mit Rücksicht auf die angrenzenden Nutzungen und die Verkehrssicherheit in empfindlichen Abschnitten von Hauptverkehrsstraßen sollte auch hier häufiger die zulässige Geschwindigkeit auf 30 km/h begrenzt werden. In vielen Städten und Gemeinden war die Einrichtung von Tempo-30-Zonen Anlass, die Verkehrssituation insgesamt zu überprüfen und umweltschonende, stadtverträgliche Verkehrskonzepte zu entwickeln. Über die Bedeutung von Straßen für die Stadtökologie, das Stadtbild und die Lebensqualität in Städten und Gemeinden ist grundsätzlich nachgedacht worden. Denn Straßen sind mehr als Fahrbahnen und Parkplätze für die Fahrzeuge des motorisierten Individualverkehrs. Sie sind Kommunikations- und Aufenthaltsraum für die Menschen.

Im Bericht "Planungsempfehlungen für eine umweltentlastende Verkehrsberuhigung" hat das UBA Erfahrungen wiedergegeben, die mit Tempo 30 gemacht wurden. Der Bericht wendet sich an alle, die mit der Einführung von Tempo 30 befasst sind: an die Kommunalpolitiker und Verkehrsplaner, an direkt Betroffene und diejenigen, die in Bürgerinitiativen und Umweltorganisationen dazu beitragen wollen, ein umweltschonendes Verkehrssystem in Städten und Gemeinden zu fördern. Im Bericht wird ebenfalls auf die Rechtsprechung zu geschwindigkeitsdämpfenden Maßnahmen in Tempo-30-Zonen und den effektiven Einsatz öffentlicher Mittel eingegangen. Die verkehrlichen und städtebaulichen Wirkungen von Umbaumaßnahmen werden beschrieben und Hinweise zu deren Akzeptanz und Kosten gegeben.

Tempolimit – Außerorts

Außerhalb geschlossener Ortschaften gilt, mit Ausnahme der Bundesautobahnen und autobahnähnlich ausgebauter Straßen, für Pkw ein Tempolimit von 100 km/h. Eine systematische Untersuchung zur Einhaltung von Tempo 100 auf deutschen Außerortsstraßen liegt nicht vor. Einzeluntersuchungen zeigen jedoch, dass diese Geschwindigkeitsbeschränkung teilweise deutlich überschritten wird. Sowohl zur Erhöhung der Verkehrssicherheit als auch zur Entlastung der Umwelt ist die konsequentere Befolgung des bestehenden Tempolimits von 100 km/h von hoher Bedeutung. Angesichts hoher Unfallzahlen und Umweltbelastungen, sowie der Tatsache, dass auf Außerortsstraßen mit rund 40 % der größte Teil der Pkw-Fahrleistungen erbracht wird, wurden vom UBA darüber hinaus die Auswirkungen einer Verringerung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h untersucht.

Lärm

Lärmbelastung ist ein entscheidendes Kriterium für die Wohnumfeld- und Lebensqualität der Bevölkerung. Tagsüber sind durch Verkehrslärm etwa 31% der Bevölkerung in Deutschland einem Pegel über 60 dB(A) belastet, der in etwa den Grenzwert für schädliche Umwelteinwirkungen durch Straßenverkehrslärm darstellt. Durch die Einhaltung von Tempo 50 an Hauptverkehrsstraßen lässt sich der Vorbeifahrtpegel um bis zu 5 dB(A) verringern. Die Einführung von Tempo 30-Zonen vermindert den Vorbeifahrtpegel bis zu 5 dB(A) und den Mittelungspegel um bis zu 3 dB(A). Die Ausweisung von Verkehrsberuhigten Bereichen reduziert den Vorbeifahrtpegel um bis zu 6 dB(A) und den Mittelungspegel um bis zu 4 dB(A). Weitere Möglichkeiten zur Minderung der Geräuschbelastung bestehen in der abschnittsweisen Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit an Haupt- und Verkehrsstraßen auf 30 km/h und der abschnittsweisen oder flächenhaften Reduzierung der Geschwindigkeit auf weniger als 30 km/h in verkehrsberuhigten Geschäftsbereichen mit hoher Nutzungsintensität.

Schadstoffemissionen

Die flächendeckende Einführung von Tempo 30 mit Ausnahme der Hauptverkehrsstraßen verändert die Gesamtschadstoffemission des Verkehrs und damit auch die Immission nur gering. Dies resultiert daraus, dass rund 70-80% der innerstädtischen Fahrleistungen und damit auch der Schadstoffemissionen auf den Hauptverkehrsstraßen erbracht werden. Eine gelungene Verkehrsberuhigung führt zu einer deutlichen Geschwindigkeitsreduktion und einer gleichmäßigen Fahrweise. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, verringern sich die Schadstoffemissionen und der Kraftstoffverbrauch. Erhöhungen des Schadstoffausstoßes können auftreten, sofern die Ausführung der Tempo-30-Maßnahmen weniger erfolgreich war, d.h. die Vergleichmäßigung der Fahrweise und die Verringerung der Geschwindigkeiten nicht erreicht wurde.

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 Tempolimit  Geschwindigkeitsbeschränkung  Tempo 30  Lärm
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