Kohlendioxid-Emissionen

Seit 1990 gehen die Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland nahezu kontinuierlich zurück. Ursachen waren in den ersten Jahren vor allem die wirtschaftliche Umstrukturierung in den neuen Ländern und seitdem die aktive Klimaschutzpolitik der Bundesregierung, die in Einzeljahren jedoch auch von witterungsbedingte Effekten überlagert werden können.

Inhaltsverzeichnis

 

Kohlendioxid-Emissionen im Vergleich zu anderen Treibhausgasen

Kohlendioxid ist das bei weitem bedeutendste Klimagas. 2015 betrug der Kohlendioxid-Anteil an den gesamten Treibhausgas-Emissionen 87,8 Prozent (%) (siehe Abb. „Anteile der Treibhausgase an den Emissionen“). Er hat gegenüber 1990 um knapp 4 Prozentpunkte zugenommen. Der Grund: Die Emissionen von Methan und Distickstoffoxid wurden im Vergleich zu Kohlendioxid erheblich stärker gemindert.

Die Grafik zeigt die in Kohlendioxid-Äquivalente umgerechneten Anteile der sechs Treibhausgase im Jahr 2015.
Anteile der Treibhausgase an den Emissionen
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF
 

Herkunft und Minderung von Kohlendioxid-Emissionen

Kohlendioxid entsteht fast ausschließlich bei den Verbrennungsvorgängen in Anlagen und Motoren. Weitere Emissionen entstehen im Bereich Steine und Erden, wenn Kalk zur Zement- und Baustoffherstellung gebrannt wird. Bezogen auf die Einheit der eingesetzten Energie sind die Emissionen für feste Brennstoffe, die überwiegend aus Kohlenstoff bestehen, am höchsten. Für gasförmige Brennstoffe sind sie wegen ihres beträchtlichen Gehalts an Wasserstoff am niedrigsten. Eine Zwischenstellung nehmen die flüssigen Brennstoffe ein.

Seit 1990 gehen die Kohlendioxid-Emissionen nahezu kontinuierlich zurück (siehe Tab. „Emissionen ausgewählter Treibhausgase nach Kategorien“). Zwischen 1990 und 1995 ist dies vor allem auf den verminderten Braunkohleeinsatz in den neuen Ländern zurückzuführen. Ab Mitte der 90er-Jahre wirkt sich insbesondere die aktive Klimaschutzpolitik der Bundesregierung emissionsmindernd aus. Durch kalte Winter stiegen die Emissionen zwischenzeitlich immer wieder leicht an, zum Beispiel in den Jahren 1996, 2001, 2010 und 2013 (siehe Abb. „Emissionen von Kohlendioxid nach Kategorien“). Im Jahr 2009 wirkte die ökonomische Krise emissionsmindernd. 2010 stiegen die Emissionen hauptsächlich durch die konjunkturelle Erholung der Wirtschaft und die kühle Witterung wieder an. Gegenüber 2013 sanken die Gesamtemissionen 2014 deutlich um 4,6 %, in 2015 kam es gegenüber dem Vorjahr 2014 zu einem weiteren leichten Rückgang um 0,3%. Den größten Einfluss auf die Emissionsentwicklung hatte dabei die milde Witterung, aber auch der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien hatte seinen Anteil.

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Erwartete Entwicklung der Kohlendioxid-Emissionen

Ein im Vergleich zum Vorjahr erhöhtes Güterverkehrsaufkommen insbesondere auf der Straße, eine kühlere Witterung und der zusätzliche Schalttag haben 2016 zu einem leichten Anstieg der Treibhausgasemissionen geführt. Das geht aus der Nahzeitprognose des Umweltbundesamtes hervor. Demnach stiegen auch die Kohlendioxid-Emissionen um knapp vier Millionen Tonnen bzw. rund 0,5 Prozent auf 796 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Gegenüber 1990 sind die Kohlendioxid-Emissionen demnach um 24,3 Prozent gesunken (siehe auch Pressemitteilung 09/2017 „Klimabilanz 2016: Verkehr und kühle Witterung lassen Emissionen steigen“).

Die im Folgenden angeführten Emissionsangaben berücksichtigen keine Kohlendioxid-Mengen der Kategorie Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft. Den größten Anteil an den Kohlendioxid -Emissionen hatte 2015 wie bisher die Energiewirtschaft mit 42,5 Prozent (%). Aus diesem Bereich wurden im Jahr 2015 rund 330 Millionen Tonnen Kohlendioxidfreigesetzt. Die Kategorien Haushalte/Kleinverbraucher (16,2 %) und Straßenverkehr/übriger Verkehr (20,5 %) sowie Verarbeitendes Gewerbe/Industrieprozesse (zusammen 22,0 %) besitzen hinsichtlich der Kohlendioxid-Emissionen derzeit eine geringere Bedeutung.

Die gesamtwirtschaftliche Emissionsintensität (Emissionen bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt) sank zwischen 1991 und 2015 um 59,1 % (siehe Abb. „Kohlendioxid-Emissionsintensität in Deutschland“).

Die Grafik zeigt den kontinuierlichen Rückgang der Kohlendioxid-Emissionen je Wirtschaftseinheit (Bruttoinlandsprodukt) von 1991 bis 2014.
Kohlendioxid-Emissionsintensität in Deutschland
Quelle: Umweltbundesamt Diagramm als PDF