Wohin mit dem Elektroschrott?

auf einem Wertstoffhof stapeln sich alte Waschmaschinenzum Vergrößern anklicken
Mit der neuen Fassung des ElektroG wird die umweltgerechte Entsorgung von Elektroschrott einfacher.
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Ob Waschmaschine, Fernseher oder Handy - mit dem neuen Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) wird es künftig einfacher, Altgeräte umweltschonend zu entsorgen. Auch der Handel nimmt nun alte Geräte zurück – kostenlos.

Warum können Altgeräte nicht einfach im Hausmüll entsorgt werden? 

In ausgedienten Elektrogeräten stecken wertvolle und teils seltene Rohstoffe, wie zum Beispiel Kupfer, Aluminium, Gold oder Neodym. Wenn diese Rohstoffe recycelt und zurückgewonnen werden, schont das die natürlichen Ressourcen. Außerdem enthalten Elektrogeräte mitunter auch gesundheitsgefährliche oder umweltschädliche Substanzen, wie etwa Quecksilber in Energiesparlampen. Diese Stoffe dürfen nicht unkontrolliert in die Umwelt gelangen und werden deshalb durch das Recycling fachgerecht entsorgt.

Bislang werden in Deutschland noch zu viele Altgeräte verbotenerweise im Hausmüll entsorgt. Durch die vereinfachte Sammlung von Elektroaltgeräten sollen nun die gesammelten Mengen erhöht werden.

Was ändert sich konkret mit dem neuen Gesetz?

Bisher konnten Altgeräte flächendeckend nur bei den Kommunen entsorgt werden. Künftig ist das auch in großen Geschäften – mit einer Verkaufsfläche für Elektrogeräte von mindestens 400 Quadratmetern – möglich. Bei jedem Neukauf können Sie dort ein vergleichbares Altgerät kostenlos abgeben.  Wenn der Händler das Neugerät nach Hause liefert, muss er das Altgerät kostenlos von dort mitnehmen. Kleine Geräte mit einer Kantenlänge bis zu 25 Zentimetern, zum Beispiel Handys oder Radiowecker, können Sie auch ohne Neukauf kostenlos und in haushaltsüblicher Menge abgeben. Dabei ist es egal, wo die Altgeräte ursprünglich gekauft wurden – einen Kassenzettel oder ähnliches müssen Sie also nicht vorlegen. Diese Rücknahmepflicht gilt prinzipiell auch für den Versandhandel, in dem Fall bezieht sich die Mindestfläche von 400 Quadratmetern auf die gesamte Lager- und Versandfläche des Händlers. Ob Sie ihre Altgeräte dann einfach an den Händler schicken können oder dieser eine andere Form der Rücknahme einrichtet, bleibt dem Händler überlassen. Zur Umsetzung ihrer Rücknahmepflicht haben die Händler nun neun Monate Zeit. Spätestens ab dem 24. Juli 2016 muss die Abgabe von Altgeräten dann bei jedem verpflichteten Händler möglich sein.

Was passiert mit den Altgeräten?

Mit der Sammlung von Elektroaltgeräten gelten für die Händler dann die gleichen rechtlichen Anforderungen wie bislang schon für die Hersteller. Wenn die Altgeräte nicht mehr zur Wiederverwendung geeignet sind, kann der Händler sie nach den gesetzlichen Vorgaben selbst entsorgen. Alternativ gibt er sie zur fachgerechten Entsorgung an eine kommunale Sammelstelle oder einen Hersteller weiter. Die bisherigen Entsorgungsstrukturen werden also nicht verändert, sondern lediglich die Vertreiber darin eingebunden.

Übrigens: Über die gesetzlichen Vorgaben hinaus darf jeder Vertreiber auch freiwillig die Annahme von Elektroaltgeräten anbieten. Fragen Sie im Handel einfach danach.