Berechnung der Lebenszykluskosten

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Taschenrechner
Quelle: Benjamin LEFEBVRE / Fotolia.com

Mit Hilfe der Lebenszykluskostenrechnung (englisch: „Life Cycle Costing“, LCC) lassen sich Produkte unter Berücksichtigung aller relevanten Kosten auf ihre Wirtschaftlichkeit hin vergleichen. Umweltfreundliche Produkte erweisen sich dabei in vielen Fällen – selbst bei höheren Anschaffungskosten – als die wirtschaftlichste Variante.

Häufig ist beim Einkauf von Waren und Dienstleistungen das preisgünstigste Angebot nicht auch das wirtschaftlichste. So können preiswerte Produkte im Vergleich zu teureren Alternativen höhere Folgekosten verursachen. Diese ergeben sich beispielsweise aus dem Verbrauch an Hilfsstoffen oder Energie während der Nutzungsphase, den Installations- und Entsorgungskosten sowie der Lebensdauer. Die Lebenszykluskostenrechnung bezieht diese Faktoren bei der Berechnung der tatsächlichen Kosten für ein Produkt mit ein. Vor diesem Hintergrund kann diese Methode auch zur Förderung umweltfreundlicher Produkte genutzt werden und damit zu einer Entlastung der Umwelt beitragen.

Die Berücksichtigung der Lebenszykluskosten im Rahmen der Angebotswertung ist vergaberechtlich zulässig (§ 16 Abs. 8 VOL/A, § 19 Abs. 9 VOL/A-EG). Zum Teil wird sie bereits verbindlich vorgegeben. So müssen beispielsweise alle Bundesdienststellen bei der Beschaffung energieverbrauchsrelevanter Produkte und Dienstleistungen bei der Angebotswertung auch die Lebenszykluskosten berücksichtigen (Artikel 2 Abs. 4 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Beschaffung energieeffizienter Produkte und Dienstleistungen).

Sind energieverbrauchsrelevante Produkte Gegenstand einer Ausschreibung oberhalb der EU-Schwellenwerte, ist die Energieeffizienz als Zuschlagskriterium angemessen zu berücksichtigen (§ 4 Abs. 6b VgV). Dies kann insbesondere über die Berücksichtigung der Lebenszykluskosten erfolgen. In geeigneten Fällen sind von den Bietern ohnehin eine Analyse minimierter Lebenszykluskosten oder die Ergebnisse einer vergleichbaren Methode zur Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einzufordern (§ 4 Abs. 4, 6 Ziff. 2 VgV).

Tools und weitere Arbeitshilfen

Für die Berechnung von Lebenszykluskosten existieren inzwischen verschiedene Werkzeuge (Tools):

  • Mit dem allgemeinen Excel-Tool des Umweltbundesamtes können bis zu fünf verschiedene Beschaffungsvarianten bewertet werden. Es berücksichtigt alle wesentlichen Kostenkategorien, wie Anschaffungs-, Betriebs- und Entsorgungskosten. Das Tool wurde im Auftrag des Umweltbundesamtes durch das Öko-Institut e.V. im Rahmen des Projektes „Nationale Umsetzung der neuen EU-Beschaffungs-Richtlinien“ entwickelt.
  • Ein produktgruppenspezifisches Excel-Tool des Umweltbundesamtes unterstützt bei der Berechnung der Lebenszykluskosten von Computern, Multifunktionsgeräten, Monitoren, Rechenzentren, Bodenbelägen, Kühlschränken und Geschirrspülmaschinen. Das Tool wurde ebenfalls im Auftrag des Umweltbundesamtes vom Öko-Institut e.V. erstellt (Forschungsvorhaben „Wissenschaftliche Begleitung der Prozesse zur umweltfreundlichen öffentlichen Beschaffung“). 
  • Die Berechnungshilfen der Berliner Energieagentur für die Produktgruppen Beleuchtung, Fahrzeuge, Haushaltsgeräte, IT und Ökostrom sind ohne umfassende Vorkenntnisse nutzbar. Dies ermöglicht einen schnellen Einstieg in die Berechnung der Lebenszykluskosten.
  • Mit dem LCC-Tool von ICLEI / Öko-Institut lassen sich neben den Lebenszykluskosten für eine Vielzahl von Produktgruppen gleichzeitig die entstehenden CO2-Emissionen darstellen. Dabei können neben Emissionen aus der Nutzungsphase auch solche berücksichtigt werden, die bei der Herstellung, dem Transport oder der Entsorgung entstehen (so genannte „graue Emissionen“).
  • Das LCC-Tool des ZVEI (Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V.) orientiert sich in seinem Aufbau an den drei Phasen Installation, Betrieb und Deinstallation. Die Darstellung der Lebenszykluskosten und der Energieeffizienz erfolgt anhand betriebswirtschaftlicher Kostenkategorien. Damit eignet sich das Tool vor allem für die Planung von Großprojekten, wie Kläranlagen.
  • Eine Berechnungshilfe der über die Lebensdauer von Straßenverkehrsfahrzeugen anfallenden externen Kosten gemäß der in der Richtlinie über die Förderung sauberer und energieeffizienter Straßenfahrzeuge (RL 2009/33/EG) vorgegebenen Methode wurde im Rahmen des von der EU-Kommission geförderten Projektes Clean Fleets erarbeitet.

Eine praxisnahe Einführung in die Berechnung der Lebenszykluskosten und deren Nutzung im Beschaffungsprozess enthält das Schulungsskript Umweltfreundliche Beschaffung, Teil 5.

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 Lebenszykluskosten  Lebenszykluskostenrechnung  Life cycle costing  LCC
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