Batterien

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2012 wurden in Deutschland 43.549 Tonnen Gerätebatterien in Verkehr gebracht, soviel wie nie zuvor.

Allein 2011 wurden 43.334 Tonnen Gerätebatterien in Verkehr gebracht.

Quelle: Seen / Fotolia.com

Tipp-Box

  • Ausgelaufene Batterien und Akkus

    Fast jeder hat schon einmal eine ausgelaufene Batterie in einem elektrischen Gerät oder einer Schublade entdeckt. Durch den richtigen und umsichtigen Umgang können Sie eine Gesundheitsgefahr verhindern: In der Regel ist es der Elektrolyt, der ausläuft. Hierbei handelt es sich um Laugen oder Säuren, die auskristallisieren. Diese sind gut wasserlöslich. weiterlesen

  • So entsorgen Sie Batterien und Akkus richtig

    Am Ende ihrer Lebensdauer gehören Altbatterien und Altakkus keinesfalls in den Hausmüll – oder gar achtlos in die Umwelt. weiterlesen

  • Netzbetrieb spart Geld und Energie

    Die Energie-Bilanz insbesondere von Batterien ist verhältnismäßig schlecht: Batterien verbrauchen bei ihrer Herstellung zwischen 40- und 500-mal mehr Energie, als sie bei der Nutzung dann später zur Verfügung stellen. weiterlesen

  • Lithium-Batterien und Lithium-Ionen-Akkus

    Setzen Sie lithiumhaltige Batterien und Akkus keiner großen Hitze oder Wasser aus. Öffnen Sie sie nicht. weiterlesen

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Batterien und Akkus begleiten unseren Alltag. Sie ermöglichen es, viele Geräte mobil und unabhängig vom Stromnetz zu nutzen. Die Bedeutung für den Umwelt- und Ressourcenschutz liegt in ihrem Inhalt: Batterien und Akkus enthalten Wertstoffe, können aber auch gesundheits- und umweltgefährdende Stoffe beinhalten. Daher gehören sie keinesfalls in den Hausmüll.

Aktuelles

19.12.2014: Berichterstattung nach der EU-Verordnung zur Effizienz von Recyclingverfahren für Altbatterien und Altakkumulatoren (EU) Nr. 493/2012
Das Umweltbundesamt hat zur Unterstützung der Recyclingbetriebe elektronische Berichtsformulare veröffentlicht. Diese unverbindlichen Anwendungshilfen nebst Kontaktdaten (bei offenen Fragen) sowie weitere Informationen finden Sie hier.

Batterien in Deutschland

Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 43.549 Tonnen Gerätebatterien in Verkehr gebracht. Dies entspricht über 1,5 Milliarden Stück. Das heißt, im Durchschnitt kauft jede Verbraucherin und jeder Verbraucher rund 20 Batterien pro Jahr.

Das BattG-Melderegister

Im BattG-Melderegister des Umweltbundesamtes  zeigen Hersteller und Importeure von Batterien und Akkumulatoren ihre Marktteilnahme elektronisch an. Die Nutzung des BattG-Melderegisters ist kostenlos. Ein Teil der Melderegisterdaten – unter anderem Informationen zu den Hersteller-Rücknahmepflichten – ist im Internet auf der Seite des BattG-Melderegisters unter dem Menüpunkt „Einsicht in das Melderegister“ öffentlich einsehbar. Ziel des Registers ist es, die Rücknahme- und Entsorgungsverantwortung der Hersteller abzusichern. Verstöße gegen die Anzeigeverpflichtung im Batteriegesetz-Melderegister stellen eine Ordnungswidrigkeit dar.

Rücknahme von Altbatterien

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sind gesetzlich verpflichtet, alle anfallenden Altbatterien beim Handel oder den weiteren Rücknahmestellen abzugeben. Sie gehören keinesfalls in den Hausmüll oder gar achtlos in die Umwelt. Darauf weist auch das Symbol der durchgestrichenen Mülltonne auf den Batterien beziehungsweise auf der Verpackung hin. Für die Sammlung haben die Hersteller von Gerätebatterien das gemeinsame Rücknahmesystem GRS Batterien (Stiftung Gemeinsames Rücknahmesystem Batterien) eingerichtet. Zusätzlich gibt es  drei herstellereigene Rücknahmesysteme: CCR REBAT, ÖcoReCell und ERP Deutschland.

Der Handel ist verpflichtet, Altbatterien unentgeltlich zurückzunehmen. Die Sammelboxen für die Rücknahme  von Geräte-Altbatterien finden Sie beispielsweise in jedem Supermarkt, Discounter, Drogerie- oder Baumarkt, in dem Sie neue Gerätebatterien kaufen können. Teilweise nehmen auch die Kommunen zum Beispiel über Schadstoffmobile oder auf Recyclinghöfen Altbatterien an. Verbraucherinnen und Verbraucher können Fahrzeug-Altbatterien bei den Vertreibern, bei den kommunalen Sammelstellen, die sich an der Sammlung beteiligen sowie bei Behandlungseinrichtungen für Altfahrzeuge (mit dem Altfahrzeug) abgeben. Fahrzeugbatterien unterliegen grundsätzlich einer Pfandpflicht in Höhe von 7,50 Euro. Industriebatterien, beispielsweise Antriebsakkus für Elektrofahrräder oder Pedelecs, können ebenfalls überall dort zurückgegeben werden, wo sie auch verkauft werden.

Sammelquoten für Batterien

Die Rücknahmesysteme für Geräte-Altbatterien sind gesetzlich verpflichtet, bestimmte Mindestsammelquoten in ihrem System zu erreichen: 35 Prozent im Jahr 2012, 40 Prozent im Jahr 2014 und 45 Prozent im Jahr 2016. Im Jahr 2012 wurde für Geräte-Altbatterien in Deutschland insgesamt eine Sammelquote von 42,1 Prozent erreicht, ein Rückgang um 1,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Die Masse der in 2012 in Verkehr gebrachten Gerätebatterien betrug 43.549 Tonnen. Zurückgenommen wurden im gleichen Zeitraum 18.165 Tonnen Geräte-Altbatterien. Um die vorgeschriebenen Sammelquoten dauerhaft einhalten zu können und die Menge der gesammelten Batterien zu steigern, müssen nicht nur die Rücknahmesysteme funktionieren. Auch die Mitarbeit aller Verbraucherinnen und Verbraucher ist entscheidend.

Gesetzliche Grundlagen

2006 erließ die EU die Batterierichtlinie. Ihr Ziel ist es, die Umweltbelastungen durch Altbatterien zu reduzieren. In Deutschland wurde sie 2009 durch das Batteriegesetz (BattG) in nationales Recht umgesetzt. Dieses löste die Batterieverordnung von 1998 ab. Das Gesetz gilt für alle Arten von Batterien und Akkumulatoren, die auch Akkus oder Sekundärbatterien genannt werden, also Fahrzeugbatterien, Industriebatterien und die aus dem Alltag bekannten Gerätebatterien und -akkus. Im Rahmen der Produktverantwortung verpflichtet das Gesetz die Hersteller und Importeure zur Rücknahme der anfallenden Altbatterien. Beispielsweise geschieht dies im Bereich der Gerätebatterien durch die Einrichtung von Rücknahmesystemen. Die Hersteller müssen die zurückgenommenen Altbatterien ordnungsgemäß verwerten und nicht verwertbare Altbatterien beseitigen. Darüber hinaus begrenzt das Gesetz den Einsatz von Quecksilber und Cadmium in neuen Batterien.

Symbol "Durchgestrichene Tonne"
Batterien gehören nicht in die Restmülltonne
Quelle: Igor Tarasov / Fotolia.com

Recycling und Verwertung, Schwermetallverbote

Wegen der Materialien, die in Batterien enthalten sind, ist es wichtig, diese getrennt zu sammeln. So bestehen sie – je nach Batteriesystem – zu großen Teilen aus Wertstoffen wie Zink, Nickel, Eisen/Stahl, Aluminium, Lithium, Kobalt und Silber. Darüber hinaus können sie aber auch Schadstoffe wie Quecksilber, Cadmium beziehungsweise Blei beinhalten. Die Verwertung von Batterien und Akkus konzentriert sich auf die Rückgewinnung dieser Stoffe. Nicht verwertbare Bestandteile werden nach dem Stand der Technik beseitigt.

Verwertung von Batterien aus Elektrofahrzeugen

Elektrofahrzeuge benötigen für ihren Betrieb Batterien. Diese können teilweise bis zu 200 Kilogramm wiegen, in Einzelfällen auch mehr. Zum Einsatz kommen vorwiegend Nickel-Metall-Hybrid-Akkus und vermehrt Lithium-Ionen-Akkus. Insbesondere die Demontage und Verwertung der Lithium-Ionen-Batterien stellt wegen des hochreaktiven Lithiums eine Herausforderung dar. Daher fördert die Bundesregierung schon jetzt Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die zukünftig benötigten Recyclingtechniken für Lithium-Ionen-Batterien.

Schwermetallbegrenzung

Nach dem Batteriegesetz wird der Quecksilbergehalt in Batterien begrenzt. Knopfzellen dürfen noch bis zu zwei Prozent (20 Gramm pro Kilogramm) Quecksilber enthalten, alle übrigen Batterien nur 0,0005 Prozent (fünf Milligramm pro Kilogramm). In Gerätebatterien ist der Cadmiumgehalt auf 0,002 Prozent (20 Milligramm pro Kilogramm) beschränkt. Bestimmte Batterien sind von der Cadmiumbeschränkung ausgenommen, zum Beispiel solche für schnurlose Elektrowerkzeuge, Not- oder Alarmsysteme, Notbeleuchtung und medizinische Ausrüstung.

Enthalten Batterien die Schwermetalle Quecksilber, Cadmium  beziehungsweise Blei oberhalb bestimmter Schwellenwerte, muss dies unterhalb des Symbols der durchgestrichenen Mülltonne auf der Batterie beziehungsweise der Verpackung gekennzeichnet werden. In den Jahren 2006/2007 und 2010/2011ließ das Umweltbundesamt durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung je circa 300 Gerätebatterien auf ihre Gehalte der Schwermetalle Quecksilber, Cadmium und Blei untersuchen.

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Batterien und Akkus

Ob Smartphone, Wecker, Fernbedienung, Laptop, Kamera oder Küchenwaage – ständig benutzen wir Geräte mit Batterien oder Akkus. Aber sind Akkus wirklich immer ökologischer als Batterien? Und welche Vor- und Nachteile haben die verschiedenen Typen mit den komplizierten Namen: Zink-Kohle-Batterien, Alkali-Mangan-Batterien, Lithium-Ionen-, Nickel-Metallhydrid- und LSD-Nickel-Metallhydrid-Akkus? Wie pflegt man sie richtig und wie gut lassen sie sich recyceln? Diese Fragen beantwortet Katja Tschetschorke vom Umweltbundesamt.

Quelle:
Green Radio / Detektor.fm

Batterien in Elektrofahrzeugen

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