Gesundheitliche Risiken durch Heiße Tage und Ozon

Hitze und bodennahes Ozon bergen für Mensch und Umwelt nach wie vor ein hohes Schädigungspotenzial. Der Klimawandel kann zu mehr heißen Tagen führen, was die Bildung von Ozon fördern und die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken erhöhen kann.

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Gesundheitliche Risiken durch Heiße Tage und Ozon

Der Klimawandel beeinflusst in vielfältiger Weise die Umweltbedingungen. Steigende durchschnittliche Temperaturen können sich dabei nachteilig auf die Gesundheit des Menschen auswirken. Der Deutsche Wetterdienst hat als Kenngröße den „Heißen Tag“ definiert. Jeder Tag, dessen höchste Temperatur oberhalb von 30 Grad Celsius liegt, zählt danach als Heißer Tag. Beispielsweise wurden an einer Messstation in Stuttgart-Schnarrenberg im Jahr 2015 27 Heiße Tage registriert (siehe Abb. „Anzahl Heißer Tage und Überschreitungen des Zielwertes für Ozon in Stuttgart“).

Hohe Temperaturen während Hitzeperioden können ein Risiko für die Gesundheit darstellen. Bei sehr hohen Temperaturen kann das körpereigene Kühlsystem überlastet werden. Als Folge der Hitzebelastung können bei empfindlichen Personen Regulationsstörungen und Kreislaufprobleme auftreten. Typische Symptome sind Kopfschmerzen, Erschöpfung und Benommenheit. Ältere Menschen und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind von diesen Symptomen besonders betroffen.

Eine heiße Witterung kann außerdem Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die mit Luftverunreinigungen verbunden sind, verstärken. Eine hohe Lufttemperatur begünstigt etwa gemeinsam mit intensiver Sonneneinstrahlung die Bildung von Ozon in Bodennähe. Dies führt bei anhaltend sommerlicher Schönwetterlage neben der Hitzebelastung auch zu einer erhöhten Belastung durch hohe bodennahe Ozonkonzentrationen (siehe Abb. „Anzahl Heißer Tage und Überschreitungen des Zielwertes für Ozon in Stuttgart“). Im Jahr 2015 wurde der Ozon-Zielwert an einer Messstation in Stuttgart-Bad Cannstatt zum Beispiel 32-mal überschritten.

Die Abbildung zeigt, dass wenn die Zahl an Heißen Tagen steigt, auch die Zahl an Tagen, an denen der Zielwert für die Konzentration von bodennahem Ozon überschritten wird, zunimmt.
Anzahl Heißer Tage (Tmax >30°C) und Überschreitungen des Zielwertes für Ozon in Stuttgart
Quelle: Deutscher Wetterdienst Diagramm als PDF
 

Bodennahes Ozon und die Folgen

Ozon reizt die Schleimhäute der Augen und der Atemwege, schränkt die Lungenfunktion ein und beeinträchtigt die körperliche Leistungsfähigkeit. Vermutet wird, dass sich die gesundheitlichen Risiken in Phasen erhöhter sommerlicher Luftverschmutzung unter anderem mit Ozon im Zusammenwirken mit extremer Hitze gegenseitig verstärken können (Mücke, 2008, 2014).

Tipps zum Weiterlesen:

Mücke, H.-G. (2008): Gesundheitliche Auswirkungen von klimabeeinflussten Luftverunreinigungen. S. 121-125. In: Lozan et al. (Hrsg.): Warnsignal Klima: Gesundheitsrisiken; Gefahren für Pflanzen, Tiere und Menschen. GEO Wissenschaftliche Auswertungen, Hamburg.

Mücke, H.-G. (2014): Gesundheitliche Auswirkungen von atmosphärisch beeinflussten Luftverunreinigungen. Kapitel 3.1.3, 7 Seiten. In: Lozan et al. (Hrsg.): Warnsignal Klima: Gesundheitsrisiken; Gefahren für Pflanzen, Tiere und Menschen. 2. Auflage GEO Wissenschaftliche Auswertungen, Hamburg.

 

Weniger bodennahes Ozon ist möglich

Gesundheitliche Belastungen durch höhere Ozonkonzentrationen in Bodennähe sind zu vermeiden. Hierzu müssen die Zielwerte und langfristigen Ziele für Ozon zum Schutz der menschlichen Gesundheit erreicht und auf Dauer eingehalten werden. Die Europäische Union (EU) hat im Jahr 2002 in der Richtlinie über den Ozongehalt in der Luft einen Ozonzielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegt und ihn im Jahr 2008 mit der Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft bestätigt:

  • Seit Januar 2010 darf ein Kubikmeter (m³) Luft im Achtstundenmittel nicht mehr als 120 Mikrogramm (µg) Ozon enthalten. Dieser Wert durfte in einem Jahr 25-mal überschritten werden.

Um die gesundheitlichen Belastungen durch Ozon zu verringern, müssen die Emissionen jener Schadstoffe sinken, welche die Ozonbildung befördern. Dazu zählen vor allem Stickstoffoxide (NOx) und flüchtige Kohlenwasserstoffe. Möglichkeiten, die Emissionen dieser Luftschadstoffe zu senken, bestehen im Verkehrssektor, innerhalb des Einsatzes von Biomasse zur Energiegewinnung, durch Energieeinsparmaßnahmen sowie bei der Lösemittelverwendung in Industrie, Gewerbe und Haushalten.