Elektro- und Elektronikaltgeräte

Bürgerinnen und Bürger können Elektroaltgeräte kostenfrei an kommunalen Sammelstellen abgeben. Hersteller übernehmen die Entsorgung. Deutschland hält die Sammel- und Verwertungsziele der EU ein. Die zukünftig vorgeschriebene Rücknahmequote von 45 Prozent wird jedoch noch nicht sicher erreicht.

Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten – die WEEE-Richtlinie

Die Europäische Union (EU) beschloss im Jahr 2002 die „Richtlinie über Elektro- und Elektronikaltgeräte“ (Directive on waste of Electrical and Electronic Equipment, kurz WEEE-Richtlinie).

Die WEEE-Richtlinie schreibt vor, dass Mitgliedstaaten Daten zu den Sammelmengen und den Verwertungsquoten erheben. Diese Daten werden in Deutschland von der stiftung elektro-altgeräte register (ear) und dem Statistischen Bundesamt (Destatis) erhoben und dem Umweltbundesamt zur Verfügung gestellt.

Diese Daten müssen regelmäßig in einem vorgeschriebenen Format an die EU-Kommission gemeldet werden. Grundlage hierfür sind zwei Tabellen: Die erste dient der Darstellung der gesammelten Mengen sowie der Anteile an im Inland behandelten sowie exportierten Geräten (KOM-Tabelle 1). Die zweite stellt detailliert die Verwertung, das Recycling sowie die Wiederverwendung ganzer Geräte dar (KOM-Tabelle 2). Das Umweltbundesamt bereitet die Daten von ear und Destatis auf und übermittelt diese an das Bundesumweltministerium (BMUB). Das BMUB leitet diese dann an die EU-Kommission weiter. Bislang liegen die Daten für die Jahre 2006 bis 2013 vor (siehe Tabellen „Elektro- und Elektronikaltgeräte in Deutschland“).

Die EU setzte im Jahr 2002 ein Sammelziel für Geräte aus privaten Haushalten fest: Jedes Jahr sind mindestens vier Kilogramm (kg) an Altgeräten je Einwohner und Jahr aus diesen Haushalten zu erfassen.

Darüber hinaus schreibt die EU vor, dass die Wiederverwendung ganzer Geräte ihrer Verwertung vorzuziehen ist. Für alle nicht wiederverwendeten Geräte müssen je nach Gerätekategorie Verwertungsquoten zwischen 70 und 80 Prozent (%) und Recyclingquoten zwischen 50 und 80 % erreicht werden. Deutschland hält diese Quoten für die bislang erhobenen Zeiträume sicher ein. In den Jahren 2006 bis 2013 haben kommunale Sammelstellen, Hersteller und Händler jährlich im Schnitt acht kg Elektroaltgeräte aus privaten Haushalten pro Einwohner zurückgenommen (siehe Tab. „Mengen- und Kennzahlenentwicklung bei Elektroaltgeräten“). Deutschland hat damit die geforderte jährliche Sammelmenge von vier kg pro Einwohner übererfüllt und auch die Recycling- und Verwertungsquoten für alle zehn Gerätekategorien eingehalten.

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Novellierung der WEEE-Richtlinie 2012

Die Europäische Union hat die WEEE-Richtlinie im Jahr 2012 überarbeitet. Die neuen Vorgaben wurden Ende Oktober 2015 in nationales Recht umgesetzt. Zu den wesentlichen Neuerungen gehören ein neues Sammelziel sowie erhöhte Recycling- und Verwertungsquoten. So müssen ab dem Jahr 2016 45 Prozent (%) und ab dem Jahr 2019 sogar 65 % des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektrogeräte gesammelt werden. In dieser Quote sind nicht nur Altgeräte aus privaten Haushalten, sondern auch von Firmen und Behörden enthalten. Die Verwertungsquoten werden je nach Gerätekategorie auf 75 bis 85 % und die Recyclingquoten auf 55 bis 80 % angehoben.

Um die Rücknahmequote von 45 % zu erreichen, muss Deutschland die Möglichkeiten zur Rückgabe von Elektroaltgeräten für die Verbraucherinnen und Verbraucher erweitern und erleichtern. Dies wird mit dem neu gefassten ElektroG angestrebt. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf der UBA-Themenseite Elektro- und Elektronikgerätegesetz.