Elektro- und Elektronikaltgeräte

Bürgerinnen und Bürger können Elektroaltgeräte kostenfrei an kommunalen Sammelstellen und in großen Handelsgeschäften sowie bei großen Onlinehändlern abgeben. Hersteller übernehmen die Entsorgung. Deutschland hielt die bis Ende 2015 geltenden Sammel- und Verwertungsziele der EU ein. Die ab 2016 geltende Rücknahmequote von 45 Prozent wird jedoch noch nicht sicher erreicht.

Inhaltsverzeichnis

 

Berichterstattung zur Sammlung und Verwertung von Elektroaltgeräten – die WEEE-Richtlinie

Die Europäische Union (EU) beschloss im Jahr 2002 die „Richtlinie über Elektro- und Elektronikaltgeräte“ (2002/96/EG, Directive on waste of Electrical and Electronic Equipment, kurz WEEE-Richtlinie). Diese Richtlinie wurde vor einigen Jahren novelliert – die Neufassung wurde mit Datum vom 15. Februar 2014 veröffentlicht (2012/19/EU, WEEE-II-Richtlinie). Die neuen Vorgaben wurden im so genannten ElektroG II, das am 24. Oktober 2015 in Kraft trat, in nationales Recht umgesetzt (Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Elektro- und Elektronikgeräten (Elektro- und Elektronikgerätegesetz - ElektroG)).

Die WEEE-Richtlinie schreibt vor, dass Mitgliedstaaten Daten zu den Sammelmengen und den Verwertungsquoten erheben. Diese Daten werden in Deutschland von der stiftung elektro-altgeräte register (ear) und dem Statistischen Bundesamt (Destatis) in Zusammenarbeit mit den Statistischen Landesämtern erhoben und dem Umweltbundesamt übermittelt.

Daten zu Elektroaltgeräten müssen regelmäßig in einem vorgeschriebenen Format an die EU-Kommission gemeldet werden. Grundlage hierfür sind zwei Tabellen: Die erste dient der Darstellung der in Verkehr gebrachten Mengen an Elektro- und Elektronikgeräten und der gesammelten Mengen an Elektroaltgeräten sowie der Anteile an im Inland behandelten und zur Behandlung exportierten Altgeräte (KOM-Tabelle 1). Die zweite stellt detailliert die Verwertung sowie die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling dar (KOM-Tabelle 2). Das Umweltbundesamt bereitet die Daten von ear und Destatis auf und übermittelt das Ergebnis an das Bundesumweltministerium (BMUB). In Abstimmung mit dem BMUB werden die Daten dann an die EU-Kommission weitergeleitet. Bislang liegen die Daten für die Jahre 2006 bis 2014 vor (siehe Tabellen „Elektro- und Elektronikaltgeräte in Deutschland“).

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Das Sammelziel

Die EU setzte im Jahr 2002 ein Sammelziel für Geräte aus privaten Haushalten fest: Jedes Jahr sind mindestens vier Kilogramm (kg) an Altgeräten je Einwohner und Jahr aus diesen Haushalten zu erfassen. Dieses Ziel wurde in der WEEE-II-Richtlinie um die Anforderung ergänzt, dass die Sammelmenge nicht unter den Durchschnitt der Sammelmenge der drei Vorjahre zurückfallen darf.

Eine wesentliche Neuerung der WEEE-II-Richtlinie ist die Einführung eines neuen Sammelziels ab dem Jahr 2016. Dieses legt nicht mehr wie bisher ein absolutes Pro-Kopf-Ziel fest, sondern einen prozentualen Anteil - bezogen auf die in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachte Menge. So müssen ab dem Jahr 2016 45 Prozent (%) und ab dem Jahr 2019 65 % des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte gesammelt werden. In dieser Quote sind nicht wie bisher nur Altgeräte aus privaten Haushalten, sondern auch von Firmen und Behörden (so genannte „andere Quellen als private Haushalte“) enthalten.

 

Die Recycling- und Verwertungsziele

Über die Sammelziele hinaus schreibt die EU Ziele für die Vorbereitung zur Wiederverwendung und das Recycling sowie die Verwertung insgesamt vor. Während unter der WEEE-I-RL Kategorie spezifische Ziele für Recycling und Verwertung ohne Berücksichtigung der Vorbereitung zur Wiederverwendung galten, wurde in das Recyclingziel unter der WEEE-II-RL mit Gültigkeit ab dem 15.08.2015 die Vorbereitung zur Wiederverwendung einbezogen. Die Bezugsmenge für die Quoten ist laut Art. 11 Abs. 2 der WEEE-II-RL die gesamte Sammelmenge, während in den Jahren davor die damals so genannte Wiederverwendung ganzer Geräte nicht in die Bezugsmenge einbezogen wurde (wurde entsprechend von der Sammelmenge subtrahiert, um die Bezugsmenge für die Berechnung der Quoten zu erhalten).

Im Zuge des Neuzuschnitts der Quoten wurden auch die Ziele angepasst: Die Recyclingquoten wurden je nach Gerätekategorie auf 55 bis 80 % und die Verwertungsquoten auf 75 bis 85 % angehoben.

 

Wo steht Deutschland?

In den Jahren 2006 bis 2014 haben kommunale Sammelstellen, Hersteller und Händler jährlich im Schnitt acht kg Elektroaltgeräte aus privaten Haushalten pro Einwohner zurückgenommen (siehe Tab. „Mengen- und Kennzahlenentwicklung bei Elektroaltgeräten“). Deutschland hat damit die geforderte jährliche Sammelmenge von vier kg pro Einwohner übererfüllt. Im Jahr 2014 fiel die Sammelleistung jedoch leicht unter den Durchschnitt der drei Vorjahre zurück (-0,2 kg/(EW*a). Aufgrund der Schwankungen, die sich zum Beispiel allein aus der Unvollständigkeit der Datenerhebung heraus ergeben können, wird diese Unterschreitung um 2,5 % jedoch als nicht relevant eingestuft.

Die Betrachtung der Zeitreihe ab 2006 zeigt, dass die Sammlung von Elektroaltgeräten zum Erreichen der ab dem Jahr 2016 geltenden Rücknahmequote von 45 % noch verbessert werden muss. Hierfür ist insbesondere abzuwarten, welche Effekte die seit dem 24. Juli 2016 verpflichtend eingeführte Sammlung im Handel bringt. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf der UBA-Themenseite Elektro- und Elektronikgerätegesetz.

Bezüglich der Ziele zur Vorbereitung zur Wiederverwendung und dem Recycling sowie zur Verwertung insgesamt werden die Vorgaben in allen zehn Gerätekategorien eingehalten.

Die Tabelle zeigt die Mengen- und Kennzahlenentwicklung bei Elektroaltgeräten in Deutschland für die Jahre 2006 bis 2013. Im Jahr 2013 erreichte Deutschland eine spezifische Sammelmenge aus privaten Haushalten von 7,6 Kilogramm pro Einwohner und Jahr.
Tab: Mengen- und Kennzahlenentwicklung bei Elektroaltgeräten
Quelle: Umweltbundesamt Tabelle als PDF zur vergrößerten Darstellung