Trends der Niederschlagshöhe

Seit 1881 hat die mittlere jährliche Niederschlagsmenge in Deutschland um rund 10 Prozent zugenommen. Dabei verteilt sich dieser Anstieg nicht gleichmäßig auf die Jahreszeiten. Vielmehr sind insbesondere die Winter deutlich nasser geworden, während die Niederschläge im Sommer geringfügig zurückgegangen sind.

Teilweise sehr regenreiche Jahre seit 1965

Die Zeitreihe der jährlichen Niederschläge in Deutschland (Gebietsmittel) zeigt einen leichten Anstieg, der mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von 5 Prozent (%)-Niveau statistisch signifikant ist. Dieser Anstieg ist im Wesentlichen darauf zurückzuführen ist, dass bis etwa 1920 nur selten überdurchschnittlich niederschlagsreiche Jahre aufgetreten sind. Im Anschluss an eine Übergangsphase mit mehreren leicht überdurchschnittlich feuchten Jahren traten ab Mitte der 1960er Jahre dann auch einige sehr regenreiche Jahre auf (siehe Tabelle und Abbildungen zur Niederschlagshöhe).

Deutlich stärker noch als bei der Temperatur ist dieser Trend nicht gleichmäßig in allen Jahreszeiten ausgeprägt. Er beruht im Wesentlichen darauf, dass die Winterniederschläge um über 25 % zugenommen haben. Frühling und Herbst zeigen ebenfalls eine leichte, aber im Gegensatz zum Winter nicht signifikante Zunahme, während die Niederschläge im Sommer geringfügig zurückgegangen sind.

Hinsichtlich des Niederschlags war das Jahr 2016 als Ganzes gesehen zu trocken. Mit 733,1 mm erreichte es 92,9 % der vieljährigen Mittelwerte 1961-1990 und war damit im Vergleich um -55,8 mm zu trocken. Als 92.-nassestes oder 45.-trockenstes Jahr seit 1881 und als 80.-nassestes oder 37.-trockenstes seit 1901 ordnet es sich in die zu trockenen Jahre der Klimazeitreihen ein.

Bei der Betrachtung der Einzelmonate sind erhebliche Unterschiede erkennbar. Acht Monate waren trockener und entsprechend vier Monate nasser als normal. Im Juni wurden die meisten Niederschläge beobachtet. Mit 115,5 mm wurde das Niederschlagssoll um +36,5 % übertroffen (Bezugszeitraum Klimareferenzperiode 1961-1990). Der trockenste Monat war der Dezember mit lediglich 26,5 mm und einem Niederschlagsdefizit von -62,3 %. Nur der Januar, der Februar und der Juni waren deutlich feuchter als normal. Die Monate März, August, September und Dezember waren deutlich zu trocken.

Wir danken dem Deutschen Wetterdienst für die Bereitstellung der Daten und deren Interpretation.

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