ISO 50005

Schriftzug "ISO 50005" und grauer Kreis mit aufwärts zeigenden Pfeilen in dunkelgrün, hellgrün, orange und rot
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Energiemanagementsysteme – Leitlinien für eine stufenweise Einführung

Mit Ausgabedatum September 2021 ist die Norm ISO 50005 erschienen. Die ISO 50005 ist eine internationale Norm und enthält Anleitungen für Organisationen zur Festlegung und Umsetzung einer schrittweisen Implementierung eines Energiemanagementsystems (EnMS). Dieser schrittweise Ansatz unterstützt die Implementierung eines EnMS für alle Arten von Organisationen und vereinfacht diese insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU).

Im Zuge der Umsetzung des bundesweiten Brennstoffemissionshandels („CO2-Preis“) ist bereits eine Steigerung der Brennstoff- bzw. Energiepreise zu beobachten. Die deutsche Bundesregierung plant daher, dass Unternehmen, die im internationalen Wettbewerb stehen und durch den Brennstoffemissionshandel benachteiligt werden, einen finanziellen Ausgleich erhalten. Voraussetzung dafür soll sein, dass diese Unternehmen ein EnMS betreiben und Einsparmaßnahmen umsetzen, die zur Senkung von Energieverbrauch und ⁠Treibhausgas⁠-Emissionen beitragen.

Die ISO 50005 findet in der „Verordnung über Maßnahmen zur Vermeidung von Carbon-Leakage durch den nationalen Brennstoffemissionshandel“, welche am 31. März 2021 beschlossen wurde bereits Verwendung. Konkret ist vorgesehen, dass Unternehmen mit einem Verbrauch von fossilen Brennstoffen über 10 GWh pro Jahr ein EnMS nach ISO 50001 nachweisen müssen, um entsprechende Entlastungen beanspruchen zu können. Bei kleineren Unternehmen soll ein nicht zertifiziertes EnMS nach ISO 50005 Level 3 oder die Teilnahme an einem Energieeffizienz- und Klimaschutznetzwerk genügen.

Das Ziel ist laut der Einleitung der Norm:

„Dieses Dokument soll es Unternehmen ermöglichen, Energiemanagementpraktiken zu initiieren und zu verbessern, indem sie einen systematischen Ansatz verfolgen und angesichts ihrer Ressourcen und ihres Kontextes angemessene Anstrengungen unternehmen, um die energiebezogene Leistung fortlaufend zu verbessern.“

Hierzu beschreibt die ISO 50005 wie Organisationen über zwölf zentrale Elemente mit jeweils vier Umsetzungsstufen bzw. Reifegraden (sog. Level) hinweg einen schrittweisen Weg hin zu einem vollumfänglichen Energiemanagementsystem beschreiten können. Basierend auf der Analyse des aktuellen Standes der eigenen Energiemanagementpraktiken können die Organisationen für jedes Element eine angemessene Implementierungsgeschwindigkeit und das gewünschte Level auswählen.

Die Elemente und Level beschreiben ein Reifegradmodell (maturity model) anhand dessen Organisationen ihren eignen aktuellen Reifegrad bestimmen und konkret Ziele bzgl. des angestrebten Reifegrades des eignen EnMS setzen können. Hierdurch soll eine systematisierte und schrittweise Einführung und Umsetzung von EnMS gefördert werden.
Für jedes Element finden sich Anforderungen, die in vier Level unterteilt sind. Die vier Level stellen eine Staffelung von einem geringen Grad an Erfahrung im Energiemanagement zu einem Niveau dar, das sich der Konformität mit den Anforderungen der ISO 50001 nähert. Ein nach der ISO 50005 aufgebautes funktionierendes EnMS kann anschließend erweitert werden, um alle Anforderungen der ISO 50001 zu erfüllen.

Grafische Darstellung Level ISO 50005
Grafische Darstellung Level ISO 50005
Quelle: Umweltbundesamt

Nutzen Sie zur Orientierung und Unterstützung des schrittweisen Implementierungsprozesses den ISO 50005-Arbeitsplan. Dieser wird, wie auch eine Sammlung aller Arbeitshilfen, Factsheets und der gesamten Dokumente, am Ende des Artikels zum Download angeboten.

Unter den folgenden Links erhalten Sie zu den Elementen der ISO 50005 weitere Informationen und entsprechende Arbeitshilfen.

Element 6: Ziele, Energieziele und Aktionspläne

Um eine fortlaufende Verbesserung der energiebezogenen Leistung zu ermöglichen, wird ein Prozess zur Festlegung und Umsetzung von Maßnahmen etabliert. Dieser beruht auf der Setzung von Zielen und Energiezielen sowie umsetzungsrelevanten Aktionsplänen. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, werden dabei handfeste Maßnahmen entwickelt und diese in Aktionsplänen festgeschrieben. weiterlesen

Element 7: Kompetenz und Bewusstsein

Um die Mitarbeitenden zu einem energieeffizienten Verhalten zu sensibilisieren, damit deren Tätigkeiten zur kontinuierlichen Verbesserung beitragen, sollten gezielte Maßnahmen durchgeführt werden. Die Kompetenz des relevanten Personals soll durch die Definition eines nötigen Kompetenzgrades und entsprechenden Weiterbildungen erzielt werden. weiterlesen

Element 8: Betrieb und Wartung

Die regelmäßige Durchführung und Optimierung der Betriebs- und Wartungspraktiken sind elementar zur Beibehaltung und fortlaufenden Verbesserung der energiebezogenen Leistung. Um eine korrekte Umsetzung zu gewährleisten, wird ein Prozess zur Kontrolle der Abläufe implementiert und Kriterien für Abläufe festgelegt, welche den wirksamen Betrieb im Sinne der Energieeffizienz sicherstellen. weiterlesen

Element 9: Beschaffung und Design

Das Ziel ist die regelmäßige Bewertung von Lieferunternehmen und eingekauften Produkten in Bezug auf den Energieverbrauch und die Energieeffizienz. Dabei sollte kommuniziert werden, dass der Energieverbrauch ein relevantes Entscheidungskriterium für Ihren Einkauf darstellt. So werden nicht nur die internen Abläufe optimiert, sondern auch externe Parteien zu energieeffizientem Handeln motiviert. weiterlesen

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Arbeitshilfen zur ISO 50005

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