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Beobachteter Klimawandel

Spalte in einem Gletscher
Schon heute ist ein deutlicher Gletscherschwund zu verzeichnen.
Source: Armin Rose / Fotolia.com

Seit Jahrzehnten sind deutliche, durch menschliche Aktivitäten, vor allem Treibhausgase, verursachte Klimaveränderungen beobachtbar; Daten und Auswertungen belegen dies. In den letzten 100 Jahren stiegen globale bodennahe Lufttemperatur und Meeresspiegel messbar, Gebirgsgletscher und Schneebedeckung nahmen weltweit ab, Starkniederschläge und Hitzewellen wurden häufiger und intensiver.

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Klimaänderungen in den letzten 100 Jahren

Während der letzten Jahrzehnte wurden wesentliche Fortschritte beim Verständnis der globalen Klimaveränderungen gemacht. Dass der derzeitige ⁠Klimawandel⁠ menschengemacht ist, wird im Sechsten Sachstandsbericht des IPCC als eine definitive Tatsache bezeichnet. Die damit einhergehenden Veränderungen in der Atmosphäre, im Ozean, der Kryosphäre und der Biosphäre finden nachweislich schneller statt als in vergangenen Klimawandelperioden (zuletzt während des Interglazials vor ca. 125.000 Jahren). Die Folgen des derzeit beobachtbaren Klimawandels zeigen sich dabei u. a. in Verlusten und Schäden für Natur und Menschen. Verwundbare Bevölkerungsgruppen, die historisch am wenigsten zum aktuellen Klimawandel beigetragen haben, sind unverhältnismäßig stark betroffen (IPCC, 2023).

Globale Änderungen

Das Jahr 2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der Temperaturaufzeichnungen (WMO, 2025) und damit höchstwahrscheinlich auch das heißeste der letzten 120.000 Jahre (Berkeley Earth, 2025). Laut Berechnung der World Meteorological Organization (WMO) betrug der durchschnittliche Temperaturanstieg gegenüber dem üblichen Vergleichszeitraum 1850-1900 des letzten Jahres +1,55 °C. 2023 waren es noch +1,48 °C, wiederum das bis dahin heißeste Jahr. Jedes der letzten vier Jahrzehnte war wärmer als das vorangegangene. 

Ebenso wie die globale Erwärmung haben sich auch der Meeresspiegelanstieg und das Abschmelzen von Gletschern und Eiskappen beschleunigt. Während des 20. Jahrhunderts lag der Meeresspiegelanstieg bei etwa 1,4 Millimeter pro Jahr. In den letzten Jahren, Vergleichsperiode 2006-2018, hat sich diese Rate auf etwa 3,7 Millimeter pro Jahr erhöht (IPCC, 2021). Diese Veränderung ist hauptsächlich auf die Erwärmung der Ozeane (thermale Ausdehnung des Meerwassers) und das Schmelzen von Gletschern und Eisschildern zurückzuführen. Aktuelle Satellitendaten zeigen sogar ein Allzeithoch mit einer Anstiegsrate von jährlich 4,7 mm im Zeitraum 2015-2024. 

Das arktische Meereis schrumpft in seiner durchschnittlichen jährlichen Ausdehnung um 2,7 Prozent pro Jahrzehnt, im Sommer sogar um 7,4 Prozent pro Jahrzehnt. Am 22. März 2025 erreichte das arktische Meereis mit 14,33 Millionen Quadratkilometern seine maximale Ausdehnung des Jahres – den niedrigsten Wert seit 47 Jahren. Dieser Wert liegt 1,31 Millionen Quadratkilometer unter dem durchschnittlichen Maximum von 15,64 Millionen Quadratkilometern zwischen 1981 und 2010 (NSIDC, 2025). 

Änderungen in Europa

Europa erwärmt sich schneller als jede andere Region der Welt und gilt inzwischen als der sich am schnellsten erwärmende Kontinent. Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur liegen die Temperaturen in Europa mittlerweile deutlich über dem vorindustriellen Niveau (EEA, 2025). Nach Daten des Copernicus Climate Change Service liegt die Oberflächentemperatur in Europa im Fünfjahresmittel inzwischen bei rund 2,4 °C über dem vorindustriellen Niveau (1850–1900), während der globale Durchschnitt bei etwa 1,4 °C liegt (Copernicus, 2026).

Die Erwärmung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich beschleunigt und betrifft alle Regionen des Kontinents. Besonders stark ist der Temperaturanstieg in Nord- und Nordosteuropa sowie in den europäischen Polarregionen. Gleichzeitig nehmen Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen zu.
Auch die Niederschlagsmuster verändern sich. Während Nord- und Westeuropa tendenziell feuchter werden und häufiger von Starkniederschlägen betroffen sind, nehmen Trockenheit und Dürre im Mittelmeerraum sowie in Teilen Südosteuropas zu. Diese gegensätzlichen Entwicklungen zählen zu den wichtigsten klimabedingten Herausforderungen für Europa und wirken sich auf Wasserressourcen, Landwirtschaft, Biodiversität und die menschliche Gesundheit aus (EEA, 2025).

Informationen zur fortschreitenden globalen Erwärmung können belastende Gefühle, wie Sorgen, Ängste, Wut, Trauer und Verzweiflung, auslösen. Obwohl die Lage ernst ist, sollte dies nicht zur Resignation führen. Es gibt bereits viele engagierte Menschen, Handlungsoptionen und Erfolge im Klimaschutz. Das Umweltbundesamt setzt sich sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene für die Bewältigung der Klimakrise ein. Wir forschen und beraten wissenschaftsbasiert zu Klimaschutz und -anpassung, und bieten Lösungen und Handlungsoptionen für u. a. Politik, Bildungseinrichtungen, Kommunen und Bürger*innen. 

Hier geht es zu den Lösungen zur Bewältigung der Klimakrise:

Bis 2040 Treibhausgase um mindestens 90 Prozent mindern – So kann es gehen!

UBA-Umwelttipps

Infos zum Thema Mentale Gesundheit & Klimawandel: 

Ratgeber für mentale Gesundheit im Klimawandel 

Falschinformationen rund um den Klimawandel erkennen und fundiert mitreden:

Populismus erkennen – Umweltpolitik stärken

„Grüne Eliten gegen den Volkswillen“: Populistische Narrative im Bereich der Umweltpolitik

Fakten zum Klimawandel:

Klimaschutzbegriffe erklärt

Weltklimarat

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