Reifenlabel

Alte Autoreifen auf einem Stapelzum Vergrößern anklicken
Autoreifen werden mit Hilfe eines Labels bewertet: Nasshaftung, Rollgeräusch und Widerstand.
Quelle: Sigtrix / Fotolia.com

Seit dem 1. November 2012 müssen alle neuen Reifen mit einem Label ausgezeichnet werden. Das Label soll Verbraucherinnen und Verbrauchern einen Überblick über Kraftstoffverbrauch, Nasshaftung und Außengeräusch geben. Gemäß der EU-Verordnung von 2006 müssen die Hersteller entsprechende Informationen bei den Verkaufsstellen und im Werbematerial angeben.

Welche Kategorien werden bewertet?

Das Reifenlabel bewertet die Reifen nach drei Kriterien: Rollwiderstand, Nasshaftung und Rollgeräusch.

Der Rollwiderstand eines Reifens hat direkte Auswirkungen auf den Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeuges. Je höher der Rollwiderstand des Reifens ist, desto mehr Energie und somit Kraftstoff muss zur Fortbewegung aufgebracht werden. Bei einem modernen Pkw entfallen 20 bis 30 Prozent des Kraftstoffverbrauchs auf die Reifen. Durch einen geringeren Rollwiderstand wird der Kraftstoffverbrauch deutlich reduziert und zusätzlich die Emissionswerte verbessert. Ein geringerer Rollwiderstand schont so Geldbeutel und Umwelt.

Die Nasshaftung eines Reifens entscheidet über die Länge des Bremsweges auf nassen Fahrbahnen. Gute Reifen verringern den Bremsweg entscheidend. Gerade bei Notfällen zählt hier jeder Meter. Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h verkürzt sich der Bremsweg mit guten Reifen gegenüber schlechteren Reifen um bis zu 18 Meter.

Das Reifen-Fahrbahn-Geräusch ist bei Pkw – abhängig von Fahrbahnoberfläche, Gangwahl und Beschleunigung - ab einer Geschwindigkeit von etwa 30 km/h die dominierende Lärmquelle, bei Lkw ab etwa 60 km/h. Der Zahlenwert in Dezibel gibt die Lautstärke an, die bei einem vorbeirollenden, ausgeschalteten und Fahrzeug im Leerlauf mit 80 km/h entsteht. Für Anwohnerinnen und Anwohner an Straßen bedeuten drei dB(A) weniger eine deutliche Lärmreduktion.

Wie ist das Label aufgebaut?

Alle drei Kategorien werden in einer einfach verständlichen Grafik umgesetzt und sollen so einen schnellen Überblick ermöglichen. Die Bewertungen in den Kategorien Rollwiderstand und Nasshaftung werden in einer übersichtlichen Skala von A (sehr gut) bis G (schlecht) eingetragen. Diese Darstellung ist angelehnt an das von Kühlschränken bekannte Label. Das Rollgeräusch wird im Piktogramm mit schwarzen Schallwellen symbolisiert. Jede zusätzliche schwarze Schallwelle bedeutet mehr Lärm durch den Reifen. Zusätzlich wird der absolute Wert des Rollgeräuschs bei 80 km/h in Dezibel angegeben. 

Welche Reifen fallen unter die Reifen-Kennzeichnungsverordnung?

Alle Reifen für Pkw (Klasse C1), Reifen für leichte Nutzfahrzeuge (Klasse C2) sowie Reifen für schwere Nutzfahrzeuge (Klasse C3) müssen mit dem Label gekennzeichnet werden. Die Verordnung gilt nicht für: Motorradreifen, runderneuerte Reifen, Geländereifen, Notreifen und Reifen, die ausschließlich für Fahrzeuge mit Erstzulassung vor dem 1. Oktober 1990 genutzt werden. Ebenso ausgenommen sind Reifen mit einer zulässigen Geschwindigkeit von weniger als 80 km/h und Spezialreifen.

Was ist die Rechtliche Grundlage des Reifenlabels?

Grundlage des Reifenlabels ist die Reifen-Kennzeichnungs-Verordnung der EU Nr. 1222/2009.