Car-Sharing

Eine Frau sitzt im Auto, von außen erhält sie von einem Mann durch das Fenster den Autoschlüsselzum Vergrößern anklicken
Car-Sharing ist praktisch, flexibel und umweltfreundlich.
Quelle: Diego Cervo / Fotolia.com

Car-Sharing bietet ein flexibles Angebot, das ein eigener Pkw nicht leisten kann. Zielgruppen des Car-Sharings sind Einzelpersonen, Familien, Fahrgemeinschaften, öffentliche Verwaltungen sowie private und öffentliche Unternehmen. Immer mehr Bürgerinnen und Bürger in Deutschland teilen sich Autos oder nehmen Car-Sharing Angebote wahr.

Car-Sharing – Mobilitätsbaustein des Umweltverbundes

Car-Sharing als vierte Säule des Umweltverbundes – neben ÖPNV, zu Fuß gehen und Rad fahren – entlastet die Umwelt, schont den Geldbeutel, spart Ressourcen und leistet einen Beitrag zur Energieeinsparung im Verkehr.

Von 2003 bis heute hat sich die Anzahl der Menschen, die sich Autos teilen, etwa verachtfacht. Heute nutzen über 450.000 Menschen Car-Sharing. Das gilt sowohl für die frei im Straßenraum verfügbaren Angebote („free-floating“) als auch für die Autos, die einen festen Standort haben (stationsbasiert). Car-Sharing ergänzt damit sinnvoll öffentliche Verkehrsmittel und Leihfahrradsysteme. Als vierte Säule des Umweltverbundes, leistet es neben Bus und Bahn, dem Fahrrad und dem Zufußgehen einen wichtigen Beitrag für ein verkehrsmittelübergreifendes Verkehrssystem. Car-Sharing hat sich als wichtige umweltfreundliche Verkehrsform etabliert.

Ein Balkendiagramm zeigt die positive Entwicklung des Car-Sharing in Deutschland: von etwa 60.000 Angeboten in 2002 bis hin zu etwa 230.000 im Jahr 2011.
Ein deutlicher Trend: die positive Entwicklung des Car-Sharing in Deutschland
Quelle: Bundesverband CarSharing

Umweltvorteile von Car-Sharing

Car-Sharing bietet entlastet die Umwelt, da es zusammen mit anderen Verkehrsmitteln des Umweltverbunds genutzt wird. Ein privater Pkw wird durchschnittlich nur eine Stunde am Tag bewegt. Somit steht das Auto durchschnittlich 23 Stunden am Tag ungenutzt herum und blockiert gerade in den Städten wertvolle Flächen. Stationsgebundenes Car-Sharing entlastet öffentliche Verkehrsflächen in unseren Städten. Car-Sharing-Teilnehmer nutzen häufiger Verkehrsmittel des Umweltverbundes und reduzieren so ihre Pkw-Fahrten. Jedes Car-Sharing-Fahrzeug ersetzt je nach örtlichen Verhältnissen etwa vier bis acht Fahrzeuge, da die Nutzer vielfach ihr eigenes Auto abschaffen. Das schafft wertvollen öffentlichen Lebensraum auf Straßen und Plätzen in den Städten. Die in den Car-Sharing-Flotten eingesetzten Fahrzeuge werden in der Regel nach drei bis vier Jahren ersetzt. Die energieeffizienten und modernen Car-Sharing-Fahrzeuge emittieren pro gefahrenen Kilometer 16 Prozent weniger klimaschädliches CO2 als durchschnittliche private Neufahrzeuge in Deutschland. Insgesamt wird die Lebensqualität in unseren Städten verbessert.

Car-Sharing und das Umweltzeichen „Blauer-Engel“

Seit Juli 2010 können Car-Sharing-Unternehmen das Umweltzeichen „Blauer Engel – weil umweltschonende Verkehrsdienstleistung“ in der Kategorie „schützt das Klima“ erhalten. Die Kriterien für den Blauen Engel berücksichtigen neben den technischen Anforderungen an die Fahrzeuge, dass Car-Sharing ein integrierter Mobilitätsbaustein des Umweltverbundes ist. Denn: Car-Sharer nutzen häufiger öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad. Weit über 50 Prozent der stationsgebundenen Car-Sharing-Flotte haben bereits den „Blauen Engel“ als Auszeichnung erhalten.

Trends und verkehrsmittelübergreifende Angebote

Ein Werte- und Bewusstseinswandel besonders bei jungen Menschen, neue Angebote und moderne Informations- und Kommunikationstechnologien eröffnen dem Mobilitätsmarkt und damit umweltverträglichen Verkehrsmitteln neue Chancen. Das Auto als Statussymbol verliert bei der jüngeren Generation in urbanen Räumen zunehmend an Bedeutung. Neue Statussymbole erobern seinen Platz: Smartphones und jederzeit „online“ zu sein sind heute wichtig.

Autonutzer akzeptieren immer weniger die hohen Anschaffungskosten für ein Auto als totes Kapital, steigende Betriebskosten und nicht vorhersehbare Sonderkosten. Die monatlichen Vollkosten für Wertverlust, Betriebskosten, Steuern, Versicherung und Werkstattkosten eines Pkw in der Golfklasse liegen laut ADAC-Autokostenrechner bei 400 bis 500 Euro.

Es gibt jedoch attraktive Alternativen zum Auto. So kostet beispielsweise das ÖPNV-Monatsticket der Rheinbahn „Mobil in Düsseldorf“ knapp 75 Euro. Neben dem ÖPNV ist darin Car-Sharing und ein Leihfahrradsystem zu besonders günstigen Konditionen enthalten. Die Höhe der Kosten für die zusätzlichen Mobilitätsbausteine ist abhängig davon, wie häufig sie genutzt werden.

Um den Umstieg zwischen Bahn, Bus, Fahrrad und Car-Sharing zu erleichtern, sind verkehrsmittelübergreifende Mobilitätsangebote notwendig. In vielen Städten gibt es hierzu bereits vielversprechende Angebote. So gibt es beispielsweise eine Mobilkarte für Bus, Bahn, Car-Sharing und das Fahrrad in Hannover, Stuttgart, Berlin, Hamburg und weiteren Städten.

Wie kann Car-Sharing weiter gefördert werden?

Für die Verkehrsplanung ist es sinnvoll, das System Car-Sharing im Verbund mit den öffentlichen Verkehrsmitteln stärker zu fördern. Folgende Instrumente sind hierfür geeignet:

  • Der Mangel an wohnungsnahen Stellplätzen stellt in vielen Ballungsräumen ein großes Hindernis dar. Durch öffentliche Stellplätze in dicht besiedelten Wohngebieten würde die Wahrnehmung des Car-Sharing-Angebotes verbessert. Zudem werden die Zugangsbarrieren herabgesetzt. Hierfür ist eine einheitliche bundesgesetzliche Regelung (Änderung des Straßenverkehrsgesetzes und der Straßenverkehrsordnung) erforderlich, um den Bedarf an Stellplätzen im öffentlichen Straßenraum sicherzustellen.
    Wenn zudem an Umsteigepunkten vom ÖPNV oder Fahrrad zum Car-Sharing und umgekehrt verkehrsmittelübergreifende Mobilitätsstationen oder so genannte „Mobilpunkte“ eingerichtet und gefördert werden, kann sich Car-Sharing als vierte Säule des Umweltverbundes noch besser etablieren. Ein gutes Beispiel hierfür ist Bremen. Dort gibt es diese Mobilpunkte bereits seit fast zehn Jahren.
  • Der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) ist ein geeignetes planerisches Instrument, um Car-Sharing als System zu fördern. Hierfür ist ein integriertes Handlungskonzept erforderlich. Es muss konkrete Maßnahmen, Wirkungsabschätzungen, einen Zeithorizont für die Umsetzung und klare Zuständigkeiten enthalten. Eine aktive Beteiligung der Akteure ist rechtzeitig sicherzustellen. Der VEP der Region Hannover ist hierfür ein gutes Beispiel.
  • Im Rahmen des kommunalen Mobilitätsmanagements können Neubürgerinnen und Neubürger angesprochen werden: So gibt es zum Beispiel in München und Aachen ein standardisiertes Mobilitätspaket (Gutscheine für ÖPNV, Car-Sharing, Fahrradstadtplan, Neubürgertour mit dem Rad usw.) für Neubürgerinnen und Neubürger.

Car-Sharing und Elektromobilität

In einem Gesamtkonzept für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung mit allen Komponenten hat auch das mit Strom aus Erneuerbaren Energien betriebene Car-Sharing seinen Platz. Das Angebot muss sich sinnvoll in ein nachhaltiges Verkehrssystem einordnen und dessen Ziele unterstützen. Dies gilt auch für die neuen stationslosen und flexiblen Car-Sharing-Konzepte. Hierzu gibt es derzeit eine Reihe von Pilot- und Demonstrationsprojekten der Förderinitiative „Schaufenster für Elektromobilität“ der Bundesregierung.

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