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Letzte Änderung: 10.08.2010
Der Flugverkehr belastet die Bevölkerung und die Ökosysteme auf vielfältige und erhebliche Weise. Neben dem Einfluss auf das Klima, verursachen Flugzeuge im direkten Umfeld der Flugplätze eine hohe Umweltbelastung. Hier stellen hauptsächlich der Fluglärm und Luftschadstoffe die größten Probleme dar. Durch das prognostizierte starke Wachstum des Flugverkehrs (ca. 4 % pro Jahr laut Internationaler Zivilluftfahrt-Organisation ICAO) werden diese Belastungen in Zukunft noch weiter zunehmen. Der technische Fortschritt reicht aufgrund dieses starken Verkehrswachstums nicht aus, die Umweltbelastungen durch den Flugverkehr zur verringern. Da die gegenwärtigen Regelungen keine ausreichende Anreizwirkung mehr bieten, deutlich lärm- und schadstoffärmere Flugzeuge einzusetzen, sind neue Instrumente erforderlich.
Gemäß dem Verursacherprinzip soll der Flugverkehr für die verursachten Umweltbelastungen aufkommen. In der Realität werden diese Kosten jedoch größtenteils der Allgemeinheit angelastet. Das seit langem an deutschen Flughäfen eingesetzte Instrument der lärm-abhängigen Landeentgelte bietet hierfür gute Ansätze, ist jedoch reformbedürftig. Zudem stellt sich die Frage, wie weitere lokale Umweltbelastungen durch den Flugverkehr (vor allem Luftschadstoffe) verursachergerecht internalisiert werden können. Es fehlt ein ganzheitliches Konzept, um alle flughafennahen Umweltkosten in gerechter und wirkungsvoller Art und Weise dem Flugverkehr anzulasten.
Im Fokus dieser Konferenz stand die Ermittlung der flughafennahen externen Kosten des Flugverkehrs und Instrumente zur verursachergerechten Kostenanlastung. Die Tagung sollte dazu beitragen, ein gerechtes, transparentes und einheitliches Entgeltsystem zu entwickeln. Im Anschluss an die Veranstaltung baten wir drei Teilnehmer zu Wort, daraus entstand ein Audio-Podcast.
Weiterführende Auskünfte über die Konferenz und zur Minderung des Fluglärms (u.a. durch Landeentgelte) sowie übergreifenden Angelegenheiten erteilt Ihnen gern an das Fachgebiet „Lärmminderung im Verkehr”. Für das Thema dieser Konferenz besonders von Interesse ist unsere Studie „Ökonomische Maßnahmen zur Reduzierung der Umweltauswirkungen des Flugverkehrs - Lärmabhängige Landegebühren”
Ansprechpartner: Jörn Lindmaier
Mit der Einbeziehung des Flugverkehrs in den Emissionshandel, sowie Fragen der luftschadstoffabhängigen Landeentgelte beschäftigt sich das Fachgebiet „Schadstoffminderung und Energieeinsparung im Verkehr”. Folgendes Hintergrundpapier beschreibt die „Möglichkeiten zur Reduzierung der Emissionen des Flugverkehrs”.
Ansprechpartner: Frank Wetzel
Mit methodischen Fragen der Schätzung externer Umweltkosten befasst sich im UBA das Fachgebiet „Wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Umweltfragen”. Einen Überblick gibt die Studie „Methodenkonvention zur Schätzung externer Umweltkosten”.
Ansprechpartnerin: Silvia Schwermer
Rechtliche Fragestellungen zur Internalisierung der Umweltkosten werden im Fachgebiet „Rechtswissenschaftliche Umweltfragen” behandelt. Nähere Informationen zu diesem Thema können Sie u. a. der Studie: „Rechtliche Ausgestaltung von Nutzungsentgelten für globale Umweltgüter” entnehmen.
Ansprechpartnerin: Nadja Salzborn