Indikator: Badegewässerqualität

Ein Diagramm stellt die Entwicklung guter sowie ausreichender Badegewässerqualität getrennt für Küsten-und Binnengewässer dar (Jahre 1992 bis 2016). Der Zustand stieg vor allem in den 1990er Jahren deutlich an. Der Zielwert 2015 wurde fast erreicht.zum Vergrößern anklicken
Anteil der deutschen Badegewässer, die die Vorgaben der Badegewässerrichtlinie einhalten ...
Quelle: Europäische Kommission Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Bis 2015 mussten alle Badegewässer der EU mindestens in einem ausreichenden Zustand sein.
  • Fast 98 % aller Badegewässer erfüllten 2015 und 2016 die Vorgabe. Damit wurde das Ziel knapp verfehlt.
  • Schließt man die nicht beurteilten Badegewässer aus, erfüllten sogar 99,8 % der Badegewässer die Vorgaben.
  • Fast 93 % der Binnengewässer und 80 % der Küstengewässer hatten 2016 sogar eine ausgezeichnete Qualität.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Baden in natürlichen Gewässern kann mit Risiken für die Gesundheit verbunden sein. Badegewässer werden wie alle Gewässer vielfältig genutzt und sind damit unterschiedlichen Verschmutzungsrisiken ausgesetzt.

Der Indikator basiert auf der hygienischen Qualität der Badegewässer: Gemessen wird die Wasserbelastung mit Fäkalbakterien. Wenn diese Bakterien in hoher Konzentration im Badegewässer vorkommen, besteht das Risiko, dass auch Krankheitserreger vorhanden sind. Diese können Erkrankungen mit Fieber, Durchfall und Erbrechen auslösen. Eine solche Gefahr entsteht u. a. nach Starkregen durch Mischwasserüberläufe aus Kläranlagen oder durch Abschwemmungen aus landwirtschaftlich genutzten Flächen. Ein weiteres Problem resultiert aus der überhöhten Einleitung von Nährstoffen (insbesondere Phosphate). Diese können zu einer Massenentwicklung von Cyanobakterien führen. Treten diese Bakterien verstärkt auf, müssen Maßnahmen ergriffen werden. Das Vorkommen von Cyanobakterien fließt jedoch nicht in die Qualitätseinstufung ein.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Die Badegewässer Deutschlands sind in einem guten Zustand. Im Jahr 2016 erfüllten fast 98 % aller Badegewässer die Qualitätsanforderungen der EU (Binnengewässer 97,8 %, Küstengewässer 97,3 %). Berücksichtigt man, dass nicht alle Badegewässer beurteilt werden können (z. B weil sie neu sind), erfüllen sogar 99,8 % der beurteilten Badegewässer die Vorgaben. Knapp 93 % der Binnengewässer und 80 % der Küstengewässer erreichten sogar eine ausgezeichnete Badegewässerqualität. Zwischen 1992 und 2001 stieg der Anteil der Badestellen, die die Richt- und Grenzwerte einhalten, beständig an. Seitdem ist die Qualität der Badegewässer auf hohem Niveau mit leichten Schwankungen konstant. In der europäischen Richtlinie über die Qualität der Badegewässer (EU-RL 2006/7/EG) ist festgelegt, welche Werte Badegewässer für die verschiedenen Stufen der hygienischen Qualität einhalten müssen. Bis 2015 sollten alle Badegewässer mindestens eine ausreichende Qualität haben. Dieses Ziel wurde knapp verfehlt. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland dennoch einen der vorderen Plätze.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

In allen europäischen Badegewässern müssen vor und während der Badesaison nach einem Überwachungskalender Wasserproben entnommen werden. Diese Proben werden auf die Fäkalbakterien der Art „Escherichia coli“ sowie die Gruppe der „Intestinalen Enterokokken“ untersucht. Für die verschiedenen Qualitätsstufen sind unterschiedliche Parameter einzuhalten, die im Anhang I der Badegewässerrichtlinie festgehalten sind. Eine ausführliche Beschreibung der Vorgehensweise findet sich in der Badegewässerrichtlinie sowie im Badegewässer-Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA 2017).

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel "Qualität von Badegewässern an Küsten- und Binnengewässern“.