Ammoniak-Emissionen

Die Ammoniak-Emissionen stammen im Wesentlichen aus der Tierhaltung und weiteren Quellen in der Landwirtschaft. Von 1990 bis 2015 sanken die Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft nur um 4,9 Prozent.

Inhaltsverzeichnis

 

Entwicklung seit 1990

Ammoniak-Emissionen stammen hauptsächlich aus der Landwirtschaft (um die 95 Prozent (%) Anteil an den Gesamtemissionen). Von 1990 bis 2015 sanken die Ammoniak-Emissionen (NH3) im Gesamtinventar nur um 34 Tausend Tonnen (Tsd. t) oder 4,3 %. Die Emissionsreduktionen der letzten Jahrzehnte lassen sich überwiegend auf den Abbau der Tierbestände in den neuen Bundesländern unmittelbar nach der Wiedervereinigung zurückführen. Seit der Berichterstattung 2016 werden auch Ammoniak-Emissionen bei der Lagerung und Ausbringung von Gärresten aus der Biogasproduktion berücksichtigt. Bedingt durch die Materialzunahme bei der Lagerung und Ausbringung von Gärresten sind die Emissionen aus diesem Teilsektor seit 2010 um 64 % gestiegen. Außerdem wurde in 2015 verstärkt Mineraldünger ausgebracht, so dass die Emissionen im Vergleich zum Vorjahr 2014 um 9 % anstiegen.

Die Ammoniak-Emissionen aus der Landwirtschaft dominieren seit Mitte der 1990er Jahre auch die in Säure-Äquivalenten berechneten, summierten Emissionen der Säurebildner Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffoxide (NOx) und Ammoniak (NH3). Berechnet man das Versauerungspotenzial dieser drei Schadstoffe, so ergibt sich wegen der erheblich stärkeren Emissionsminderung bei SO2 und NOx ein steigender Einfluss von NH3 und somit der Landwirtschaft. Von über 17 % im Jahre 1990 stieg der Emissionsanteil der Landwirtschaft bei den Säurebildnern 2015 auf fast 56 % (siehe Tab. „Emissionen ausgewählter Luftschadstoffe nach Quellkategorien“).

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Verursacher

Ammoniak (NH3) entsteht vornehmlich durch Tierhaltung und in geringerem Maße durch die Düngemittelverwendung sowie die Lagerung und Ausbringung von Gärresten der Biogasproduktion in der Landwirtschaft.

Von geringerer Bedeutung sind industrielle Prozesse (Herstellung von Ammoniak und stickstoffhaltigen Düngemitteln sowie von kalziniertem Soda), Feuerungsprozesse, Anlagen zur Rauchgasentstickung sowie Katalysatoren in Kraftfahrzeugen.

 

Beschlüsse zur Emissionsminderung

Im Multikomponentenprotokoll der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (Economic Commission for Europe, UNECE), das die jährlichen Emissionen durch Einführung nationaler Höchstmengen begrenzt, hat sich Deutschland verpflichtet, die Ammoniak-Emissionen zu vermindern. Ab dem Jahr 2010 dürfen 550 Tsd. t Ammoniak nicht mehr überschritten werden.

Weiterhin hat Deutschland im Zuge der Novellierung des Protokolls eine Reduktion der Ammoniak-Emissionen bis 2020 um 5 Prozent gegenüber dem Wert von 2005 zugesagt. Die auf EU-Ebene gültige Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie) sieht zusätzlich eine Minderung um 29% in 2030 gegenüber 2005 vor.

Im Jahr 2015 wurden die Ammoniak-Emissionen aus dem Düngereinsatz in Deutschland anhand überarbeiteter Methoden komplett neu berechnet. Dabei ergaben sich deutlich höhere Emissionswerte als bisher angenommen. Im Ergebnis wird die nationale Emissionshöchstmenge in allen Jahren massiv überschritten.

Durch weitere Minderungsmaßnahmen wie die emissionsarme Ausbringung von Gülle, die unmittelbare Einarbeitung von Wirtschaftsdüngern in den Boden, Abluftreinigung in Stallgebäuden und die Abdeckung von Güllelagern ließen sich die Ammoniak-Emissionen deutlich mindern. Eine dauerhafte Einhaltung der Emissionshöchstmenge und der Minderungsverpflichtung des Göteborg-Protokolls wäre damit möglich.

In den letzten zehn Jahren wurden mit der Förderung des ökologischen Landbaus auch umweltpolitische Ziele in die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) aufgenommen. Mit der Reform der GAP nach 2013 steht der Umwelt- und Klimaschutz im Fokus und Treibhausgas- sowie Ammoniak-Emissionen sollen noch stärker gemindert werden. Die Zahl der landwirtschaftlichen Flächen, die durch fortschrittliche Agrarumweltmaßnahmen bewirtschaftet werden (zum Beispiel durch verstärkten Einsatz von Wirtschaftsdünger und optimierte Düngungstechnik) soll sich bis 2020 deutlich erhöhen.