Ammoniak-Emissionen

Ammoniak-Emissionen stammen im Wesentlichen aus der Tierhaltung und weiteren Quellen in der Landwirtschaft.

Verursacher

Ammoniak (NH3) entsteht ganz überwiegend durch Tierhaltung und in geringerem Maße durch die Düngemittelverwendung in der Landwirtschaft.

Von geringer Bedeutung sind industrielle Prozesse (Herstellung von Ammoniak und stickstoffhaltigen Düngemitteln sowie von kalziniertem Soda), Feuerungsprozesse, Anlagen zur Rauchgasentstickung sowie Katalysatoren in Kraftfahrzeugen.

Entwicklung seit 1990

Der Rückgang der Ammoniakemissionen zwischen 1990 und 2011 um 143 Tausend Tonnen (Tsd. t), entsprechend 20,2 Prozent (%) wurde überwiegend durch den Abbau der Tierbestände in den neuen Bundesländern unmittelbar nach der Wiedervereinigung erzielt. In den übrigen Bereichen zusammengenommen stagnieren die Emissionen (siehe Abb. „Ammoniak-Emissionen nach Quellkategorien“).

Die Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft dominieren seit Mitte der 1990er Jahre auch die in Säure-Äquivalenten berechneten, summierten Emissionen der Säurebildner Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffoxide (NOx) und Ammoniak (NH3). Berechnet man das Versauerungspotenzial dieser drei Schadstoffe, so ergibt sich wegen der erheblich stärkeren Emissionsminderung bei SO2 und NOx ein steigender Einfluss von NH3 und somit der Landwirtschaft. Von 16 % im Jahre 1990 stieg der Emissionsanteil der Landwirtschaft bei den Säurebildnern 2011 auf fast 45 % (siehe Tab. „Emissionen ausgewählter Luftschadstoffe nach Quellkategorien“).

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Beschlüsse zur Emissionsminderung

Im Multikomponentenprotokoll der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (Economic Commission for Europe, UNECE), das die jährlichen Emissionen durch Einführung nationaler Höchstmengen begrenzt, hat sich Deutschland verpflichtet, die NH3-Emissionen zu vermindern. Ab dem Jahr 2010 dürfen 550 Tsd. t NH3 nicht mehr überschritten werden. Weiterhin hat Deutschland im Zuge der Novellierung des Protokolls eine Reduktion der NH3-Emissionen bis 2020 um 5 % gegenüber dem Wert von 2005 zugesagt.

Eine Emissionshöchstmenge von 550 Tsd. T sieht auch die auf EU-Ebene gültige Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen (NEC-Richtlinie) vor.

Im Jahr 2010 haben die NH3-Emissionen in Deutschland die nationale Emissionshöchstmenge knapp überschritten.

Durch weitere Minderungsmaßnahmen wie die emissionsarme Ausbringung von Gülle, die unmittelbare Einarbeitung von Wirtschaftsdüngern in den Boden, Abluftreinigung in Stallgebäuden und die Abdeckung von Güllelagern ließen sich die Ammoniakemissionen deutlich mindern. Eine dauerhafte Einhaltung der Emissionshöchstmenge und der Minderungsverpflichtung des Göteborg-Protokolls wäre damit möglich.

In den letzten zehn Jahren wurden umweltpolitische Ziele durch Förderung des ökologischen Landbaus in die gemeinsame europäische Agrarpolitik (GAP) aufgenommen. Mit der Reform der GAP nach 2013 steht der Umwelt- und Klimaschutz im Fokus und Treibhausgas- sowie Ammoniakemissionen sollen noch stärker gemindert werden. Die Zahl der landwirtschaftlichen Flächen, die durch fortschrittliche Agrarumweltmaßnahmen bewirtschaftet werden (zum Beispiel durch verstärkten Einsatz von Wirtschaftsdünger und optimierte Düngungstechnik) soll sich bis 2020 deutlich erhöhen.

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