Treibhausgas-Emissionen in der Europäischen Union

Die Europäische Union wird ihre Treibhausgas-Emissionen voraussichtlich in dem Umfang vermindern, zu dem sie sich im Kyoto-Protokoll verpflichtet hat. Werden alle nationalen zusätzlichen Maßnahmen und flexible Mechanismen umgesetzt, um die Emissionen zu verringern, und die Kohlenstoffsenken im geplanten Umfang angerechnet, so kann die EU-15 das Kyoto-Ziel sogar unterschreiten.

Die Europäische Union und das Kyoto-Protokoll

Die Europäische Union (EU) hat sich im Kyoto-Protokoll dazu verpflichtet, ihre Treibhausgas-Emissionen im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 gegenüber 1990 um 8 Prozent (%) zu mindern (siehe „Klimarahmenkonvention“). Das ist gelungen (siehe Tab. "Treibhausgas-Emissionen der EU-15 nach Quellkategorien"). Für die Treibhausgase Halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW), Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6) war es einigen Staaten (laut Kyoto-Protokoll Annex-I-Staaten) erlaubt, 1995 als Basisjahr zu wählen. Dies haben 12 Mitgliedstaaten getan. Konkrete Angaben zu Zielen und Basisjahren sind im Kyoto-Protokoll zu finden.

Die Tabelle zeigt die Entwicklung der verschiedenen Treibhausgasquellen (Energie, Industrie, Landwirtschaft etc.) in den EU-15-Staaten von 1990 bis 2012.
Tab: Treibhausgas-Emissionen der EU-15 nach Quellkategorien
Quelle: EEA Tabelle als PDF

Minderungsziele der EU-15

Die Minderungsverpflichtung gilt für die 15 Mitgliedstaaten, die vor 2004 der Europäischen Union (EU) angehörten (EU-15). Seit 2004 sind weitere Staaten Mitglied der EU geworden (EU-28); Treibhausgas-Emissionen der EU werden deshalb für die EU-15 und die EU-28 angegeben. Die Emissionen der EU-28 werden von denen der EU-15 dominiert.

Die EU-15 hat die Gesamtemissionen der sechs im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Distickstoffoxid (N2O), Halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW), Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6) zwischen 1990 und 2012 um 15,1 Prozent (%) gesenkt. Da das Kyoto-Ziel der EU-15 vorsieht, die Emissionen um 8 % zu mindern, ergibt sich für die Periode 2008-2012 eine deutliche Übererfüllung von durchschnittlich 305 Millionen Tonnen (Mio. t) CO2-Äquivalenten pro Jahr bzw. 7,1 % der Emissionen des Basisjahrs. Damit hat die EU-15 im Durchschnitt ihre Verpflichtung nach dem Kyoto-Protokoll zu erfüllt.

Auf der Ebene der Einzelstaaten sind mit Italien und Luxemburg nur zwei Mitgliedsstaaten nicht auf einem Zielpfad, der ihrem Minderungsziel entspricht. Diese beiden Staaten haben allerdings Vorbereitungen getroffen um im entsprechenden Maße Kyoto-Emissionszertifikate zu erwerben (European Environment Agency: Trends and projections in Europe 2013 – Tracking progress towards Europe's climate and energy targets until 2020).

Emissionsquellen in der EU-15

Die EU-15 emittierten im Jahre 2012 etwa 3.619 Millionen Tonnen (Mio. t) Treibhausgase in Kohlendioxid (CO2)-Äquivalenten. Mit insgesamt 80 Prozent (%) entfiel der größte Anteil auf Emissionen aus Energieerzeugung und Verkehr (Kategorie Energie). Zu kleineren Anteilen tragen die Landwirtschaft (10 %), nicht energiebedingte Industrieprozesse (7 %) und die Abfallwirtschaft (3 %) bei (siehe Tab. „Treibhausgas-Emissionen der EU-15 nach Quellkategorien“).

Die meisten Emissionen stammen aus der Verbrennung fossiler Energieträger. Dies spiegelt sich auch in den Anteilen der verschiedenen Treibhausgase wider (siehe Tab. „Treibhausgas-Emissionen der EU-15“): Kohlendioxid (CO2) hatte im Jahr 2012 einen Anteil von 82,6 % am Gesamtausstoß, der Anteil von Methan (CH4) betrug lediglich 8,2 % und der von Lachgas (N20) nur 7,3 %. Die sogenannten F-Gase – Halogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (H-FKW), Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) und Schwefelhexafluorid (SF6) – hatten hingegen nur einen geringen Anteil von um die 2 %.

Deutschland und das Vereinigte Königreich verursachen die meisten Treibhausgase der EU-15, haben diese zwischen dem Basisjahr und 2012 aber auch mit am stärksten gemindert (-23,8 % Deutschland; -25,2 % Vereinigtes Königreich; siehe Tab. „Treibhausgas-Emissionen der Europäischen Union und Ziele des Kyoto-Protokolls“). In Österreich, Spanien, Portugal, Griechenland und Irland sind die Emissionen jedoch gestiegen.

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Emissionen der EU-28

Deutschland, das Vereinigte Königreich, Italien, Frankreich und Polen verursachten 2012 als größte Emittenten zusammen etwa 60 Prozent (%) der Treibhausgasemissionen der EU-28. Mit einem Anteil von 11 % im Jahr 2012 ist Polen der größte Emittent unter den nach 2004 beigetretenen Mitgliedstaaten.

2012 emittierte die EU-28 rund 4.544 Millionen Tonnen (Mio. t) Treibhausgase in Kohlendioxid (CO2)-Äquivalenten (siehe Tab. „Treibhausgas-Emissionen der Europäischen Union und Ziele des Kyoto-Protokolls“).

Zwischen 1990 und 2012 sanken die Emissionen der EU-28 um 1.082 Mio. t in CO2-Äquivalenten (-19,2 %). Ihr energiebedingter Anteil lag 2012 bei 79,3 % und nahm damit seit 1990 um 16,6 % ab. Die Landwirtschaft hatte einen Anteil von 10,3 % an den Treibhausgas-Emissionen. Ihr Treibhausgasausstoß verringerte sich zwischen 1990 und 2012 um 23,9 %. Die Emissionen aus der Abfallwirtschaft, die knapp 3 % der Gesamtemissionen ausmachen, nahmen im gleichen Zeitraum um 31,5 % ab (siehe Tab. „Treibhausgas-Emissionen der EU-28 nach Quellkategorien“).

Die CO2-Emissionen hatten 2012 einen Anteil von 81,5 % und sanken zwischen 1990 und 2012 um 16,2 % (siehe Tab. „Treibhausgas-Emissionen der EU-28“). Methan (CH4) machte im Jahr 2012 8,8 % der Treibhausgas-Emissionen der EU-28 aus und konnte im Berichtszeitraum um 33,6 % gemindert werden. Lachgas (N2O), mit 7,5 % an den Treibhausgas-Emissionen beteiligt, wurde 2012 zu 36,0 % weniger ausgestoßen als 1990. Die Emissionen der „F-Gase“ nahmen hingegen um 58,3 % zu, was am Anstieg der Emissionen von Fluorkohlenwasserstoffen (H-FKW) lag. 

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