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Kugel- oder Buckelkäfer

kleiner, brauner und kugelförmiger Käfer sitzt auf einer hellbraunen Oberfläche
Buckelkäfer (Gibbium psylloides)
Quelle: Tomasz Kleydysz / Getty Images

Inhaltsverzeichnis

Alternative Bekämpfungsmaßnahmen

Der zur Familie der Diebkäfer (Ptinidae) gehörende Kugel- oder Buckelkäfer (Gibbium psylloides) ist ein bedeutender Vorrats- und Materialschädling. Der Buckelkäfer stammt vermutlich aus dem arabischen und vorderasiatischen Raum und ist inzwischen weltweit verbreitet. In Deutschland kommt er nur in menschlicher Umgebung vor.

Der Buckelkäfer wird wegen seiner Form auch Kugelkäfer genannt und ähnelt auf den ersten Blick einer Spinne. Die erwachsenen (adulten) Käfer sind flugunfähig und etwa zwei bis dreieinhalb Millimeter lang. Die behaarten langen Fühler bestehen aus elf Gliedern, die Flügeldecken sind rotbraun und glatt, während Bauchseite und Beine behaart sind. Larven sind weiß, etwa dreieinhalb Millimeter lang, gekrümmt und haben drei Brustbeinpaare.

Der Käfer legt bis zu 200 weiße, oval geformte und klebrige Eier an einer Nahrungsquelle ab. Die Larven schlüpfen nach etwa sechs Tagen und entwickeln sich über vier Larvenstadien zum Käfer. Von der Eiablage bis zur Verpuppung dauert es etwa drei Monate. Zur Verpuppung bohren sich die Larven in Verpackungsmaterialien oder in Holz. Es gibt meist eine Generation pro Jahr, in warmen Räumen auch zwei. Die Käfer und Larven sind nachtaktiv. Am Tag halten sie sich versteckt in Ritzen auf, oft in Gruppen. Sie können längere Zeit ohne Nahrung auskommen und auch kühlere Temperaturen überstehen.

Sowohl die erwachsenen Käfer als auch die Larven fressen trockene tierische und pflanzliche Stoffe und Früchte, zum Beispiel Getreide, aber auch Wolle und Stoffe aus anderen natürlichen Materialien, organische Isolierstoffe sowie tote Insekten.

Schadpotential

Verunreinigungen von Lebensmitteln sowie Materialschäden an Fachwerk und Textilien weisen auf die Anwesenheit des Buckelkäfers hin. In alten Fachwerkhäusern tritt der Buckelkäfer oft massenhaft auf. Dort leben Larven und Käfer in den Strohfüllungen des Fachwerks. Sie befallen auch Häuser mit Holzbalkendecken und gefüllten Hohlräumen. Sie bevorzugen feuchte und dunkle Orte, zum Beispiel Lagerhäuser oder Bäckereien. Aber auch Komposthaufen und Ähnliches werden besiedelt. Zu Massenauftreten des Buckelkäfers kommt es nur unter bestimmten Bedingungen, vor allem bei erhöhter Raum- und Materialfeuchte.

Vorbeugen, Abwehren und Bekämpfen

Für eine erfolgreiche Bekämpfung ist es wichtig, die Befallsursache zu ermitteln. Dies kann sehr schwierig sein, da sich die Käfer beispielsweise in alten Gebäuden in schlecht zugänglichen Bereichen aufhalten. Eine Prüfung aller Hohlräume – beispielsweise mit Häcksel befüllte Geschossdecken, Hohlräume unter Dachschrägen oder nur teilweise genutzte Schornsteine – ist deshalb unumgänglich. Ebenso müssen in allen Räumen, einschließlich des Dachgeschosses und der Kellerräume, Sperrmüll und Vorräte beseitigt oder vernichtet werden.

Zur biologischen Bekämpfung ist unter anderem die Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus) geeignet. Diese Nützlinge töten die Larven der Käfer. Lagererzwespen erkennen die Käferlarven über mehrere Meter hinweg am Geruch. Aufgrund ihrer geringen Größe gelangen die Wespen gut in die Verstecke der Buckelkäfer.

Liegt ein Massenauftreten vor, sollte eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma mit der Bekämpfung beauftragt werden. Auch die biologische Bekämpfung sollte am besten nur mit professioneller Hilfe unternommen werden. Denn werden nicht alle Befallsorte bekämpft, kann es zu einem erneuten Ausbruch kommen.

Lassen Sie sich vor dem Einsatz von Bioziden fachlich beraten! Auf den folgenden Internetseiten finden Sie Adressen von professionellen Schädlingsbekämpfungsfirmen in Ihrer Nähe:

Schädlingsbekämpfer finden - Deutscher Schädlingsbekämpfer-Verband e.V. (DSV)

https://vfoes.de/mitglieder-nach-plz/

https://www.inge-s.de/schaedlingsbekampfer/adressen

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