Umgebungslärm in Europa

Güterzüge auf einem Rangierbahnhofzum Vergrößern anklicken
Schienenverkehr hat ökologische Vorteile – laut ist er trotzdem.
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Mit der EU-Umgebungslärmrichtlinie hat die Europäische Kommission die gesetzliche Grundlage geschaffen, um die wichtigsten Lärmquellen in Europa zu reduzieren. Sie dient außerdem dazu, die EU-Kommission über den Umgebungslärm in den Mitgliedstaaten zu informieren.

Die Europäische Umweltagentur EEA hat Ergebnisse der Lärmkartierung in Europa veröffentlicht. Die Karten zeigen ein objektives Bild der Lärmbelastung der europäischen Bevölkerung zeigen. Danach sind allein circa 56 Millionen Menschen, die in großen Ballungsräumen leben, von einem Straßenverkehrslärmpegel von LDEN mehr als 55 dB(A) betroffen. Damit sind ungefähr 53 Prozent der Stadtbevölkerung von Lärm betroffen. Die EU-Mitgliedstaaten müssen diese Belastung nun verringern. Hierzu dient die Lärmaktionsplanung.

Bewertung von Umweltlärm und seine Wirkungen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die EEA haben sich verstärkt mit den Wirkungen von Lärm beschäftigt. Sie haben Empfehlungen für Richtwerte sowie für Bewertungsverfahren für Risiken durch Umweltlärm veröffentlicht. Eine Übersicht zu den Grundsatzdokumenten finden Sie im UMID-Sonderheft „Quantifizierung des Einflusses von Lärm auf Lebensqualität und Gesundheit ”.

Schienenverkehrslärm beherrschbar

Schienenlärm ist die Achillesferse des umweltfreundlichen Bahnverkehrs. Für neue Züge gibt es europaweite Geräuschgrenzwerte. Jedoch ist bislang wenig über die Lärmbelastung durch kürzlich zugelassene Fahrzeuge bekannt. Die Studie des UBA gibt einen Überblick über den Stand der Technik: Viele Fahrzeuge liegen deutlich unter den Grenzwerten.  Allerdings sind die nachgewiesenen Unterschiede bei neuen Güterwagen nicht vollständig erklärbar.

Neue EU-Lärmgrenzwerte für Kraftfahrzeuge enttäuschen

Nach fast 20 Jahren Stillstand will die EU neue Lärmgrenzwerte für Autos und Lastwagen einführen. Das UBA ließ untersuchen, welche Lärmminderung die neuen Grenzwerte bringen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Selbst ohne Berücksichtigung von Verkehrswachstum liegt die Lärmminderung deutlich unter 2 dB(A). Dabei wäre mit schärferen Grenzwerten eine Minderung von 3 dB(A) möglich, was einer Halbierung der Verkehrsmenge entspräche.