Anchor links Go to main navigation Go to subnavigation Go to content Go to search
Suchen

Schadstoffen in Skikleidung auf der Spur

Skifahrer im Sesselliftzum Vergrößern anklicken
Auch Skikleidung und Skiwachse können PFC enthalten.
Quelle: Kara / Fotolia.com

Wetterfeste Outdoor-Textilien können perfluorierte Chemikalien (PFC) enthalten, die umweltschädlich und gesundheitsgefährdend sind.

PFC verleihen Textilien, Papier oder Farben wasser-, fett- und schmutzabweisende Eigenschaften. Deshalb werden sie zum Beispiel in Outdoortextilien wie Skikleidung eingesetzt. PFC werden auch in Skiwachsen verwendet, um den Reibungswiderstand zwischen Schnee und Ski zu verringern. PFC sind nicht abbaubar und verteilen sich weltweit – Forscher weisen sie inzwischen überall nach, in Gewässern, im Trinkwasser, in der Nahrung, in der Luft und sogar in Blut und Muttermilch von Menschen. Einige PFC sind toxisch, können die Fortpflanzung schädigen und Krebs auslösen.

PFC finden sich auch dort, wo kaum ein Mensch hinkommt: in Schnee- und Wasserproben entlegener Bergregionen wie der Hohen Tatra, dem russischen Altai-Gebirge oder dem Torres-del-Paine-Nationalpark in Chile. Auch Bergsteiger und Skiläufer tragen zur Verbreitung dieser Chemikalien in der Natur bei, zum Beispiel durch mit PFC behandelte Ausrüstung. Dieser Zusammenhang wurde bereits in einem Forschungsprojekt des Umweltbundesamts bestätigt. Der neue „Outdoor-Report 2016“ von Greenpeace hat PFC in vielen Outdoor-Textilien und -Ausrüstung nachgewiesen, zum Beispiel in Bergschuhen, Schlafsäcken und Zelten. Dass es auch ohne die langlebigen PFC geht, beweist der Report auch: Einige Hersteller setzen bereits PFC-freie Alternativen ein.

PFC werden außerdem in vielen weiteren Produkten eingesetzt: Schmutzabweisende Teppiche und Imprägniersprays können diese Chemikalien ebenso enthalten wie Backpapier, Popcorn-Tüten, antihaftbeschichtetes Kochgeschirr oder Fassadenfarben.

Wie gelangen PFC in die Umwelt und den Körper?

PFC werden bei ihrer Herstellung, der Erzeugung PFC-haltiger Produkte und natürlich beim Gebrauch dieser Produkte freigesetzt. PFC-ausgerüstete Textilien wie Outdoor-Kleidung und Teppiche oder Imprägniersprays geben flüchtige PFC ab, die dann eingeatmet werden können. Eine Aufnahme über die Luft ist auch beim Wachsen der Ski mit dem Bügeleisen möglich. Wasserlösliche PFC gelangen über das Abwasser aus Haushalten und der Industrie in die Klärwerke und weiter in die Gewässer, denn sie werden bei der Abwasserbehandlung nicht abgebaut. Dies geschieht zum Beispiel beim Nachimprägnieren der Outdoor-Kleidung in der Waschmaschine. PFC aus Klärschlämmen werden auf Böden ausgebracht, können versickern und das Grundwasser kontaminieren. Wenn das Wasser nicht mit speziellen Verfahren gereinigt wird, können PFC dann auch im Trinkwasser auftreten. Über die Vorkommen von PFC in Abwasserkläranlagen und in der Luft von Innenräumen berichtet eine neue Studie des UBA.

PFC-haltige Produkte beim Kauf vermeiden

Sieben wichtige PFC hat die EU bereits auf Initiative des Umweltbundesamts (UBA) als besonders besorgniserregende Stoffe identifiziert. Darunter die Perfluorooktansäure (PFOA), für die Deutschland und Norwegen der EU eine strenge gesetzliche Beschränkung vorschlagen, die auch Importerzeugnisse umfassen soll. Verbraucherinnen und Verbraucher können von ihren Auskunftsrechten Gebrauch machen und beim Händler, Hersteller oder Importeur nachfragen, ob besonders besorgniserregende PFC in einem Erzeugnis enthalten sind. Für diese Anfrage stellt das UBA ein Online-Formular bereit  (siehe rechts „Ihre Anfrage“). Dort können Sie die Artikelnummer eingeben, die unter dem Strichcode zu finden ist. Wenn das Erzeugnis eines besonders besorgniserregenden Stoff enthält, muss der Handel Anfragenden dies mitteilen.

Die kostenlose iPad-App des Umweltbundesamts „PFC-Planet“ informiert Verbraucherinnen und Verbraucher, wo man überall mit PFC in Kontakt geraten kann, wie PFC in den Körper und in die Umwelt gelangen und was man dagegen tun kann. Einige Hersteller haben sich öffentlich verpflichtet, künftig auf PFC zu verzichten. Am Ende entscheiden die Verbraucher: Skikleidung soll warm sein und Schnee abhalten. Das funktioniert auch mit PFC-freien Materialien.

Grenzen Sie Ihre Suche ein

Teilen:
Artikel:
Drucken Senden
Schlagworte:
 PFC
×

Sie suchen Daten und Fakten zur Umwelt?
Helfen Sie mit, unseren Internetauftritt zu verbessern.

Ja, ich mache mit

Das Umweltbundesamt

Für Mensch und Umwelt