Wider die Verschwendung – Konkrete Schritte zur Abfallvermeidung

Jerusalemkirche
Lindenstr. 85
10969 Berlin
Deutschland
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Die Vermeidung von Abfällen kann substantiell zur Schonung der natürlichen Ressourcen beitragen. Aus diesem Grund ist die Abfallvermeidung bereits seit vielen Jahren ein wichtiges Handlungsfeld der deutschen Umweltpolitik.

Hier finden Sie den Flyer zur Fachtagung.

In Umsetzung des § 33 Kreislaufwirtschaftsgesetz erarbeitete das Bundesumweltministerium (BMUB) gemeinsam mit den Bundesländern und mit fachlicher Unterstützung vom Umweltbundesamt (UBA) ein deutsches Abfallvermeidungsprogramm, das am 31.07.2013 veröffentlicht wurde. Es definiert Abfallvermeidungsziele und empfiehlt eine Vielzahl von Maßnahmen und Prüfbereichen.

Wichtig für den weiteren Umsetzungserfolg des Programms ist nun, dass die unterschiedlichen Institutionen und Akteursgruppen im Land diese Empfehlungen aufgreifen, in konkrete Aktivitäten überführen und miteinander Erfahrungen und gute Beispiele austauschen.
Das UBA möchte hierzu einen Beitrag leisten und lädt im europäischen Jahr des Abfalls zu einer ersten Fachtagung ein.

Im Mittelpunkt der Tagung steht das Handlungsfeld Abfallvermeidende Produktgestaltung und -nutzung. Die Veranstaltung will damit die Plattform für einen breiten fachlichen Dialog schaffen. Neben einer Vorstellung aktueller Aktivitäten unseres Hauses und bereits bestehender guter Ansätze werden Arbeitsgruppen die Möglichkeit für einen besonders intensiven Austausch zu Perspektiven und Grenzen spezieller Maßnahmen bieten.

Die Arbeitsgruppen werden sich mit den folgenden, ausgewählten Aspekten der produktbezogenen Abfallvermeidung befassen:

I.    Herstellung - reparierbare und langlebige Produkte

Zunehmend kürzere Produktzyklen, getrieben durch Markt- und Modetrends sowie schnelle technische Innovationen, aber auch durch das  vorzeitige Ende der Nutzbarkeit von Produkten aufgrund von Schwachstellen aus Produktgestaltung und Herstellung (Stichwort Obsoleszenz) führen zum Anstieg wertstoffhaltiger Abfallmengen und somit zur Ressourcenverschwendung und steigender Umweltinanspruchnahme.
Den Lebenszyklusstufen „Design“ und „Herstellung“ von Produkten kommt deshalb eine zentrale Bedeutung bei der Abfallvermeidung zu, da hier die beiden Produkteigenschaften „technische Lebensdauer“ und „Reparierbarkeit“ maßgeblich geprägt werden.
Da diese Möglichkeit aus Sicht des Ressourcenschutzes bislang noch nicht in vollem Umfang genutzt werden sollen im Rahmen der Arbeitsgruppe u.a. die nachfolgenden Fragen diskutiert werden:

  • Wie werden Haltbarkeit und Reparierbarkeit zu gleichrangigen Gestaltungsanforderungen im Entwurfs- und Entwicklungsprozess der Hersteller?
  • Welche Impulse/Veränderungen sind notwendig, damit die Kunden (Handel, Gewerbe & Konsumenten)  Langlebigkeit und Reparierbarkeit stärker nachfragen?
  • Welche Instrumente zur Produktprüfung sind verfügbar (bzw. zu entwickeln), um technische Haltbarkeit und Reparierbarkeit sicherzustellen?
  • Sind rechtlichen Rahmensetzungen erforderlich, um Reparierbarkeit und lange Produktlebensdauer in einem breiten Produktspektrum sicherzustellen?

II.    Wiederverwendung – Sammeln, Prüfen, Reparieren, Aufrüsten und Qualitätssichern von Gebrauchtprodukten

Die Weiter- und Wiederverwendung von Produkten kann maßgeblich zur Abfallvermeidung und nachhaltigen Entwicklung beitragen, da die Umwelt und Ressourcen durch Verlängerung der Lebensdauer von Produkten geschont werden und der regionale Erhalt und Ausbau von Know-how und Arbeitsvermögen durch ökonomische Prozesse, die mit der Wieder- und Weiterverwendung verbunden sind, gefördert wird.
Zwar existieren eine Reihe guter Ansätze und Beispiele, dennoch zeigen sich aber bei der praktischen Umsetzung von attraktiven und kostenseitig konkurrenzfähigen Wartungs-/Reparaturangeboten sowie funktionsfähiger Aufbereitungsstrukturen eine Reihe von Hemmnissen und Hürden, die es bislang verhindern, dass dieses Potenziale in der Breite erschlossen werden.
Vor diesem Hintergrund sind u.a. die folgenden Fragen von Belang:

  • Wie kann der Zugriff von Aufbereitungs- Wiederverwendungsaktivitäten auf wiederverwendbare Altgeräte gesichert werden?
  • Wie können tragfähige Aufbereitungsstrukturen gestaltet werden?
  • Welche Anforderungen bestehen an Qualifikation und technisch-finanzielle Ausstattung?
  • Welche Kooperationsformen zwischen verschiedenen Akteuren des Wiederaufarbeitungsprozesses sind besonders wirksam?
  • Sind rechtliche Regelungen erforderlich, um einen geeigneten Rahmen zu setzen?


III.    Gebrauchtwarenhandel – Wirksame und (ökologisch, ökonomisch und sozial) nachhaltige Formen

Die Nachfrage nach und der Absatz von gebrauchten und/oder aufbereiteten Produkten sind zentrale Stellgrößen bei der Umweltentlastung durch eine verstärkte Weiter- und Wiederverwendung von Produkten.
In den vergangenen Jahren haben sich hier zahlreiche neue Geschäftsmodelle entwickelt. Dies sind vor allem internetgestützte Dienstleistungen und Vertriebsformen, aber auch  klassische Gebrauchtwarenhäuser, die sich vor allem im urbanen Kontext „revitalisieren“. 
Mit dem Internet konnten unzweifelhaft neue Absatzwege für den Gebrauchtwarenhandel erschlossen werden. Dennoch liegen hier noch deutliche weitere, bislang nicht erschlossene Absatzpotenziale.
Beim Gebrauchtwarenhandel allgemein und beim Internetvertrieb im Besonderen müssen allerdings auch die hiermit verbundenen Umweltbelastungen  beachtet werden. So sind nicht alle gebrauchten Güter umwelteffizienter als neue Produkte und bergen online-Geschäfte die Gefahr allzu langer Transportwege.
Im Zusammenhang mit einer breiten Umsetzung nachhaltiger Formen des Gebrauchtwarenhandels sind die folgenden Aspekte zu diskutieren:Wie kann die Nachfrage nach / der Handel mit Gebrauchtwaren gestärkt werden?

  • Wie kann die Nachfrage nach / der Handel mit Gebrauchtwaren gestärkt werden
  • Welche Rolle spielen Branding (übergreifender „Markenname“) und Qualitätssicherung beim Erfolg von Gebrauchtwarenhandel?
  • Welche Rahmenbedingungen braucht der Gebrauchtwarenhandel, damit er sich erfolgreich etabliert?
  • Welche Rolle spielen ökonomische und soziale Aspekte bei der Umsetzung des Gebrauchtwarenhandels?
  • Welche Aspekte sind aus ökologischer Sicht bei der Ausgestaltung Gebrauchtwarenhandels zu berücksichtigen?

Rückblick

Im Mittelpunkt der Tagung stand das Handlungsfeld „Abfallvermeidende Produktgestaltung und –nutzung“. Ziel dieser ersten Veranstaltung zur Abfallvermeidung war es, eine Plattform für einen breiten fachlichen Dialog zu schaffen und insbesondere Perspektiven und Grenzen zu ausgewählten Aspekten und Maßnahmen intensiv zu diskutieren.

Fotos "Wider die Verschwendung", Mai 2014

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  1. Diskussion vor dem rebeam-Poster
  2. Blick in die Arbeitsgruppe I
  3. Diskussion mit dem Podium
  4. Diskussion vor dem Poster von EBAY
  5. Diskussion in kleiner Gruppe
  6. Aufsteller mit Informationen im Foyer
  7. Eingang des Veranstaltungsortes "Jerusalemkirche"
  8. Frau Moser beim Vortrag
  9. Diskussion im Tagungsraum
  10. Blick in den Tagungsraum und auf die Leinwand
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