Letzte Änderung: 25.02.2011
Dessau im Februar 2011
Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde des Umweltbundesamtes,
Seit 1976 begehen wir in der Bundesrepublik Deutschland jährlich am 5. Juni den „Tag der Umwelt“. Im Jahr 2011, dem Internationalen Jahr der Wälder, steht er unter dem Motto
Jede und Jeder von uns nutzt Leistungen des Waldes. Wälder gleichen Witterungsextreme aus und bieten ebenso Schutz vor Lawinen wie vor Hochwasser; sie liefern Holz und reinigen die Luft sowie versickerndes Regenwasser. Wir verbringen gern Zeit im Wald, um uns zu erholen oder Sport zu treiben. Ein großer Teil der biologischen Vielfalt unserer Erde befindet sich in Wäldern.
Wälder werden aber auch durch menschliche Aktivitäten gefährdet. Neben großflächige Rodungen seit dem Mittelalter traten im 20. Jahrhundert Belastungen durch Luftschadstoffe aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft als wesentliche Gefährdung für den Wald hinzu. Bei der Minderung von Schwefelemissionen haben wir in Deutschland inzwischen große Erfolge erzielt. Bei Stickstoffverbindungen ist dagegen noch eine weitere Reduzierung erforderlich, um Mensch und Umwelt langfristig vor Schadwirkungen zu schützen. Derzeit wachsen wegen des vom Menschen verursachten Klimawandels die Risiken für Wälder durch Wetterextreme wie Dürre, Starkregen und Stürme oder durch massiven Schädlingsbefall. Der Umbau zu standortgerechten, klimatoleranten Mischwäldern hilft, diese Risiken zu mindern. Wälder können dem Klimawandel auch entgegenwirken, denn sie beeinflussen die atmosphärischen Treibhausgaskonzentrationen. Einerseits entziehen sie der Luft Kohlenstoffdioxid, andererseits geben sie es bei Ernte, Feuer oder Rotteprozessen wieder ab. Um den Kohlenstoffspeicher des Waldes zu erhalten oder noch zu erhöhen, gilt es, global die Entwaldung zu reduzieren, den Wald nachhaltig zu bewirtschaften, unter Schutz zu stellen oder neu anzupflanzen.
Eine Herausforderung stellt die weltweit steigende Nachfrage nach Holzbiomasse für stoffliche und energetische Nutzungen dar. Nur mit naturnahem und umweltverträglichem Waldbau kann es gelingen, die Versorgung nachhaltig zu sichern, das heißt, gleichzeitig auf lange Sicht die Produktivität unserer Wälder, ihre Artenvielfalt sowie die ökosystemaren Leistungen zu erhalten. Wo immer möglich, sollte Holzbiomasse eine Nutzungskaskade durchlaufen. Das heißt, es sollte zuerst stofflich genutzt werden - zum Beispiel in Form von Möbeln oder Bauholz - dann als Ausgangsmaterial für die Holzwerkstoffindustrie dienen und erst danach einer energetischen Nutzung zugeführt werden.
Dem Umweltbundesamt ist der Schutz der Wälder ein wichtiges Anliegen, das wir insbesondere bei der Entwicklung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und von Strategien zur nachhaltigen Biomassenutzung stets im Blick haben. Der „Tag der Umwelt“ bietet eine gute Gelegenheit auf die wichtige Bedeutung von Umweltschutzmaßnahmen z.B. im Bereich der Luftreinhaltung und des Bodenschutzes für die Erhaltung lebendiger und leistungsfähiger Wälder aufmerksam zu machen.
Zu diesem und verwandten Themen bieten wir Ihnen gern verschiedene Informationsmaterialien an.
Ich wünsche Ihnen ein gutes Gelingen Ihrer Aktivitäten für lebendige Wälder – für uns und für kommende Generationen!
Ihr
Jochen Flasbarth
Präsident des Umweltbundesamtes