Wettbewerb Wir und die Zukunft: der grüne Blick

Themen

Produkte

Aktuelles

Service

Verwandte Sachgebiete im UBA

Sie sind hier: Startseite > ProdukteProdukte > Bauprodukte > Lösemittelarme Lacke für Maler und Lackierer

Produkte

Lösemittelarme Lacke für Maler und Lackierer

Letzte Änderung: 26.05.2011

„Blauer Engel” Kriterien der Umweltzeichen-Vergabegrundlage für schadstoffarme Lacke überarbeitet

Das Wilhelm-Klauditz-Institut der Fraunhofer Gesellschaft in Braunschweig führte im Rahmen des Globalansatzes „Machbarkeitsstudie für neue Umweltzeichen” das Forschungsvorhaben „Grundlagenarbeiten zur Überarbeitung des Umweltzeichens für Lacke – Überarbeitung der Kriterien schadstoffarme Lacke” im Auftrag des Umweltbundesamtes durch.

Das Vorhaben gliederte sich in zwei Teile. Im ersten Teil führte der Auftragnehmer eine Fragebogenaktion zu wichtigen Themenkomplexen, wie Marktbedeutung, Einsatzgebiete und Zufriedenheit durch. So ermittelte das WKI mit Hilfe eines mit dem UBA abgestimmten Fragebogens von den Zeichennehmern wichtige Informationen zur Relevanz der Lacke mit dem Blauen Engel für das jeweilige Unternehmen. Die Zufriedenheit der Zeichennehmer mit dem Blauen Engel ist ein wesentliches Kriterium für die Zukunft des Umweltzeichens.

Im zweiten Teil des Vorhabens untersuchte das WKI zunächst 100 verschiedene Blauen Engel - Lacke mit Hilfe einer Mikrokammeruntersuchung als Schnelltest auf Emissionen. Anschließend wurden 30 verschiedene Lacke ausgewählt und insgesamt über einen Zeitraum von 28 Tagen in einer Emissionsprüfkammer nach dem Bewertungsschema des Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) auf VOC/SVOC-Emissionen untersucht und bewertet. Die Ergebnisse der Prüfkammeruntersuchungen zeigen, dass eine Vielzahl der schadstoffoptimierten Rezepturen auch als emissionsarm eingestuft werden können und die Emissionen teilweise deutlich unter den Anforderungen des AgBB-Bewertungsschemas liegen. Einzelne Produkte wiesen aber auch deutlich zu hohe Emissionen auf. Aus diesen Erkenntnissen leitete ein Expertenkreis aus Vertretern der Lackindustrie, von Prüfinstituten und des Verbraucherschutzes gemeinsam mit RAL und Umweltbundesamt Kriterien für eine neue Vergabegrundlage ab, die das Vorgehen des AgBB-Schemas in die Rezepturprüfung integrieren. Die Anforderungen der Vergabegrundlage enthalten nun differenzierte Maximalwerte für VOC, SVOC und bisher nicht bewertete Stoffe, mit denen die Emissionen der Lacke deutlich strenger limitiert werden, als nach dem AgBB-Bewertungsschema zulässig wäre. Eine Kontrolle der Wirksamkeit dieses Verfahrens wird durch eine periodisch erfolgende, stichpunktartige Emissionsmessung an ausgewählten Lacken erfolgen.

Untersuchungen zur Gebrauchstauglichkeit von lösemittelarmen Lacken

Die Decopaint-Richtlinie, als erste Regelung zur Begrenzung des Lösemittelgehaltes in Produkten, wurde im Dezember 2004 durch die Lösemittelhaltige Farben- und Lack-Verordnung (ChemVOCFarbV)* in nationales Recht umgesetzt. Sie stellt Anforderungen an die Reduktion des Lösemittelgehaltes u. a. in Bautenanstrichstoffen in zwei Stufen (2007 und 2010).

*Chemikalienrechtliche Verordnung zur Begrenzung der Emissionen flüchtiger  organischer Verbindungen (VOC) durch Beschränkung des Inverkehrbringens lösemittelhaltiger Farben und Lacke (ChemVOCFarbV), herausgegeben am 22.12.2004 (BGBl. I, Nr. 70, S. 3508).

An die im Projekt untersuchten Lacke und Lasuren werden künftig folgende Anforderungen gestellt:

 

Produktkategorie

Typ

VOC in g/l im gebrauchsfertigen Produkt

Stufe I ab 1.1.2007

Stufe II ab 1.1.2010

d

Beschichtungsstoffe für Holz-, Metall- oder Kunststoffe für Bauwerke, ihre Bauteile und dekorativen Bauelemente (innen und außen)

Wasserbasis

Lösemittelbasis

150

400

130

300

e

Klarlacke und Lasuren für Bauwerke, ihre Bauteile und dekorativen Bauelemente (innen und außen) einschließlich sog. deckender Lasuren

Wasserbasis

Lösemittelbasis

150

500

130

400

Das Forschungsvorhaben ”Vergleichende Untersuchungen der Gebrauchstauglichkeit von schadstoffarmen und lösemittelbasierten Bautenlacken unter Berücksichtigung von Neuentwicklungen lösemittelbasierter Lacke” hatte das Ziel, neu entwickelte Lacke mit guter Qualität und reduziertem Lösemittelgehalt besonders für die Anwendung durch den Maler zu identifizieren, um deren Einsatz fördern zu können. Die neuen Lacke sollten mit konventionellen Produkten verglichen werden, die die Anforderungen der Decopaint-Richtlinie nicht einhalten. Das Projekt wurde vom Institut für Lacke und Farben e. V. (ILF) in Magdeburg durchgeführt. Es wurde von einem Beirat begleitet, der sich aus Vertretern aller relevanten Akteure zusammensetzte und in dem u. a. Empfehlungen für das Vorgehen erarbeitet wurden. Teilnehmer dieses Beirates waren neben den Lackherstellern die Arbeitsgemeinschaft der Bau-Berufsgenossenschaften, der Hauptverband des deutschen Maler- und Lackiererhandwerkes, die Industriegewerkschaft Bau-Steine-Erden und der Verband der deutschen Lackindustrie.

Das ILF untersuchte insgesamt 63 Lacke und Lasuren. Dabei wurden wasserverdünnbare Lacke, neu entwickelte lösemittelreduzierte Lacke sowie konventionelle Lacke unter Berücksichtigung ihrer verschiedenen Anwendungsbereiche vergleichend untersucht. In Zusammenarbeit mit dem Beirat erarbeitete das ILF ein einheitliches Prüfverfahren zur Untersuchung des technischen Leistungsspektrums und zur Identifizierung der Vor- und Nachteile der einzelnen Systeme. Des Weiteren wurden Untersuchungen zum Gehalt und den Emissionen an flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOC) durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen, dass wasserverdünnbare Lacke mit Lösemittelgehalten von 3 bis 112 g/l (ca. 0,2 bis 9 Masse - %) die Anforderungen der Stufe II der Decopaint-Richtlinie erfüllen. Diese Produkte halten auch die Anforderungen des Blauen Engels ein. Von den 28 untersuchten lösemittelbasierten Lacken halten 15 Produkte die Stufe I und 7 Produkte die Stufe II ein. Alle High-Solid Systeme bestehen bereits heute die Anforderungen der Stufe II.

Die untersuchten Lacke und Lasuren wurden 2002 für das Projekt ausgesucht. Bereits zu diesem Zeitpunkt konnten demnach viele Produkte die Anforderungen der Decopaint-Richtlinie für 2007 erfüllen (s. Berichtseite 87ff.).

Die Lacke (wasserverdünnbar oder lösemittelbasiert), die die Stufe I der Decopaint-Richtlinie erfüllen, decken ein breites Spektrum unterschiedlicher Systeme ab und sind in der Gebrauchstauglichkeit mit konventionellen Systemen – ca. 30/40 % bis 80 % Lösemittelgehalt – vergleichbar oder überlegen. Die Stufe II der Decopaint-Richtlinie erfüllen – von den im Jahr 2002 am Markt verfügbaren Lacken – im Wesentlichen wasserverdünnbare Lacke und High Solids. Auch diese zeichnen sich durch eine im Vergleich zu den konventionellen Produkten gute Qualität aus (s. Berichtseite 51ff. und 4ff.).

Im Vorhaben wurden weiterhin orientierende Messungen zum Emissionsverhalten von Lackanstrichen durchgeführt. Es wurden 8 Lacke auf einen inerten Untergrund (Stahlblech) aufgebracht und das Emissionsverhalten mit Hilfe einer Emissionsmesszelle (FLEC) ermittelt. Die unterschiedlichen Lacksysteme zeigen Unterschiede im Emissionsverhalten. Bei den wasserbasierten Lacken emittieren hauptsächlich Rezepturbestandteile welche nach der Trocknung rasch abklingen. Aus den lösemittelhaltigen Lacken emittieren neben den Lösemitteln vor allem höhere Aldehyde. Dies sind Spaltprodukte der oxidativen Trocknung der Alkydharze (s. Berichtseite 94ff.).

Startseite | Presse | Publikationen | Das Umweltbundesamt | Service & Kontakt | Daten | Jobs | Termine | Impressum | English | Sitemap