Indikator: Ökologischer Landbau

Ein Diagramm zeigt den Anstieg des prozentualen Anteils der Ökolandbauflächen an den gesamten landwirtschaftlichen Flächen von 1996 (2,1 Prozent) bis 2015 (6,5 Prozent). Es zeigt außerdem das 20 Prozent-Ziel der Bundesregierung.zum Vergrößern anklicken
Anteil des Ökologischen Landbaus an der landwirtschaftlich genutzen Fläche
Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Diagramm als PDF

Inhaltsverzeichnis

 

Die wichtigsten Fakten

  • Bis 2015 stieg der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen an der landwirtschaftlich genutzten Fläche auf mehr als den dreifachen Wert des Jahres 1996.
  • Zuletzt wuchs der Wert nur noch langsam.
  • Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Flächenanteil des Ökologischen Landbaus auf 20 % zu erhöhen.
  • Bei gleicher Entwicklung wie in den Vorjahren würde es noch mehrere Jahrzehnte dauern, bis der Zielwert erreicht ist.
 

Welche Bedeutung hat der Indikator?

Die konventionelle intensive Landwirtschaft verursacht vielfältige Umweltbelastungen und ist mitverantwortlich für den Verlust der Artenvielfalt. Der Ökologische Landbau hingegen ist eine umwelt-, klima- und naturverträglichere Art der Bewirtschaftung. Ziel sind möglichst geschlossene Nährstoffkreisläufe und ein Wirtschaften im Einklang mit der Natur.

Im Ökologischen Landbau werden keine mineralischen Düngemittel eingesetzt. Vielfältige Fruchtfolgen mit Zwischenfruchtanbau erhalten und fördern Bodenleben und -fruchtbarkeit. Der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel fördert die biologische Vielfalt in der Agrarlandschaft. Die artgerechte Tierhaltung dient dem Tierwohl und sorgt für Akzeptanz in der Bevölkerung. Dem ökologischen Landbau kommt somit eine Vorreiterrolle für eine nachhaltige Landbewirtschaftung zu.

 

Wie ist die Entwicklung zu bewerten?

Der Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen ist in den letzten 30 Jahren kontinuierlich gestiegen. Der Flächenanteil unter ökologischer Bewirtschaftung an der landwirtschaftlichen Nutzfläche stieg zwischen 1996 und 2015 von 2,1 % auf 6,5 %. In den letzten Jahren ist die Fläche unter ökologischer Bewirtschaftung zwar weiter angewachsen, die jährliche prozentuale Zunahme hat aber nachgelassen. Gemessen an den deutlich gestiegenen Pachtpreisen erzielen die meisten Ökobauern zu geringe Erlöse, um weiterhin am Markt bestehen zu können.

Die Bundesregierung hat sich sowohl in der Nachhaltigkeitsstrategie als auch in der Biodiversitätsstrategie das Ziel gesetzt, den Flächenanteil des Ökologischen Landbaus auf 20 % zu steigern (Bundesregierung 2016, BMU 2007). Von diesem Ziel ist Deutschland noch sehr weit entfernt: Entwickelt sich der Flächenanteil so langsam fort wie in den letzten sechs Jahren, wird das Ziel erst in Jahrzehnten erreicht sein.

Um sich dem Ziel schneller anzunähern, müssen die Wachstumshemmnisse des Ökologischen Landbaus identifiziert und durch effiziente Maßnahmen behoben werden. Darüber hinaus sind Rechtssicherheit und eine weiterhin kontinuierliche Förderung erforderlich, um Landwirte zur Umstellung auf den Ökolandbau und zu seiner Fortführung zu ermuntern.

 

Wie wird der Indikator berechnet?

Der Indikator umfasst Flächen, die gemäß der europäischen Öko-Basis-Verordnung (EG-VO 834/2007) bewirtschaftet werden. Die Bundesländer sammeln die Daten, die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) veröffentlicht die Gesamtzahlen jährlich. Angaben zur gesamten Landwirtschaftsfläche basieren auf der Landwirtschaftsstatistik und werden zusammen mit dem Flächenanteil des Ökolandbaus jährlich im „Statistischen Jahrbuch über Ernährung, Landwirtschaft und Forsten“ veröffentlicht (BMEL 2016). Das Statistische Bundesamt verwendet für den Indikator der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie eine leicht abweichende Datengrundlage. Es weist methodisch bedingt einen etwas niedrigeren Anteil des Ökolandbaus an der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus.

Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie im Daten-Artikel „Ökologischer Landbau“.