Aussehen und Vorkommen
Die bernsteinfarbene Pharaoameise (Monomorium pharaonis) ist ausgesprochen klein. Die Arbeiterinnen messen nur etwa 2 mm und sind am Vorderleib bernsteinfarben, am Hinterleib dunkelbraun. Königinnen können bis zu 5 mm groß werden, sind in der Regel aber selten zu sehen, da sie im Nest verbleiben.
Pharaoameisen sind staatenbildende Insekten. Nester dieser Ameisenart können aus mehreren tausend Arbeiterinnen bestehen. Gleichzeitig kommen in jedem Nest viele Königinnen vor. Anders als bei den meisten Ameisenarten reagieren Arbeiterinnen nicht feindlich auf andere, nestfremde Pharaoameisen und verteidigen ihr Territorium nicht. Aus diesem Grund können viele Pharaoameisennester auf engem Raum nebeneinander vorkommen. Die Zahl der Nester kann sich durch Teilung vervielfachen, sodass eine sogenannte Superkolonie entsteht.
Pharaoameisen haben ein sehr effizientes System der Futtersuche. Arbeiterinnen können lohnende Futterquellen chemisch markieren, und gleichzeitig ihren Artgenossen ebenfalls chemisch mitteilen, wenn eine Futterquelle unbrauchbar geworden ist. Pharaoameisen bevorzugen Nahrung mit tierischem Protein, fressen aber auch süße Nahrungsmittel und Obst. Sie benötigen in ihren Nestern für die Entwicklung der Brut eine Temperatur von 22-30 °C. Ihre Nester sind oft auf kleinstem Raum versteckt. Vielfach bemerkt man die sogenannten „Ameisenstraßen“ erst, wenn die Nester bereits eine sehr hohe Individuenanzahl aufweisen.
Im Jahresverlauf legen die Königinnen Eier, aus denen sich Männchen (Drohnen) und befruchtungsfähige Weibchen entwickeln. Diese sind zwar geflügelt, verlassen das Nest aber nicht. Drei bis vier Wochen später und nach der Paarung sterben die Männchen, während die befruchteten Weibchen (die zukünftigen Königinnen) ihre Flügel abwerfen und mit der Eiablage beginnen. Die Entwicklung vom Ei zur ausgewachsenen Ameise verläuft über ein Larven- und ein Puppenstadium (Holometabolie). Bei einer Temperatur von 28°C dauert sie etwa 38 bis 45 Tage. Die Lebensdauer der Arbeiterinnen beträgt drei Monate, während Königinnen bis zu einem Jahr alt werden. Haben die Nester eine bestimmte Größe erreicht, verselbstständigen sich einige Arbeiterinnen in Begleitung einer oder mehrerer Königinnen und legen Tochternester an. Aus diesem Grund kann man in einigen Gebäuden eine Vielzahl an Nestern finden, die als sogenannten Superkolonie miteinander verbunden sind.
Da Pharaoameisen für ihre Entwicklung gleichbleibend hohe Temperaturen benötigen, bauen sie ihre Nester gern in der Nähe von Wärmequellen, zum Beispiel neben Warmwasserleitungen und Rohren von Zentralheizungen. Sie können auch in elektrische Geräte, zum Beispiel in Computer, Fernseher oder Steckdosen eindringen.