Grillen

Gemüsespieße mit Champignon, Paprika, Zwiebel und Mais auf dem Grillzum Vergrößern anklicken
Gemüsespieße mit Dip oder marinierte Zucchini – gehen Sie doch mal neue Wege beim Grillen.
Quelle: shangarey / Fotolia.com

Unsere Tipps

  • Kaufen Sie Holzkohle aus nachhaltiger Waldwirtschaft (FSC-Siegel).
  • Vermeiden Sie starke Rauchentwicklung beim Grillen durch gute Luftzufuhr und geeignete Grillanzünder.
  • Grillen Sie auch mal Gemüse statt Fleisch.
  • Defekte elektrische Grillgeräte geben Sie bei der kommunalen Sammelstelle ab.

Gewusst wie

Grillen und Gesundheit: Grillen, insbesondere auf Holzkohle, ist wegen der Schadstoffentwicklung (PAK, Feinstaub, CO, CO2) nicht empfehlenswert. Weil gegrillte Speisen aber vielen Menschen gut schmecken und weil die Art der Zubereitung auch andere (soziale) Aspekte beinhaltet, gehört es bei vielen zu einem gelungenen Sommerfest oder einem besonderen Feierabend mit dazu. Die Gesundheitsgefährdung beim Grillen können Sie reduzieren:

  • Grillen Sie nur im Freien bei sehr guter Belüftung. In Innenräumen reichern sich die Brandgase CO und CO2 schnell an und führen zu ernsthaften Vergiftungen.
  • Vermeiden Sie starke Rauchentwicklung beim Grillen: durch geeignete Grillanzünder und gute Luftzufuhr.
  • Verhindern Sie, dass das Grillgut schwarz wird und dass Fleischsaft oder Fett in die Glut tropft (z.B. durch Fettauffangschale oder Aluschale). Beim Verbrennen von Fett entstehen polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), wie zum Beispiel das krebserregende Benzpyren. Diese lagern sich mit dem Rauch als schwarze Kruste auf dem Grillgut an. Verzichten Sie deshalb auch auf ein Ablöschen mit Bier.
  • Verwenden Sie Grillgut ohne Nitritpökelsalz: Bei großer Hitze entstehen im Grillgut als krebserregend geltende Nitrosamine, wenn das Grillgut Nitritpökelsalz enthält.

In Sachen Gesundheit ist der Elektrogrill erste Wahl, da hier kaum solche Gefahrenstoffe entstehen.

Geeignete Holzkohle: Das DIN-Prüfzeichen (DIN EN 1860-2) stellt sicher, dass die Holzkohle kein Pech, Erdöl, Koks oder Kunststoffe enthält. Darüber hinaus gewährleistet das FSC-Siegel (Forest Stewardship Council), dass für die Erzeugung von Holzkohle kein Tropenwald abgeholzt wurde und dass das verwendete Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung stammt. FSC-zertifizierte Holzkohle/-Briketts sind in sehr vielen Baumärkten, Supermärkten und Tankstellen erhältlich.

Was Sie noch tun können:

  • Nehmen Sie insbesondere bei dichter Wohnbebauung Rücksicht auf Ihre Nachbarn und die behördlichen Auflagen. Nicht jeder mag den Grillduft. Deshalb ist es auch sinnvoll, die kommunal unterschiedlichen „Grillsatzungen“ zu beachten.
  • Wie bei der Ernährung insgesamt gilt auch beim Grillen: Weniger Fleisch (v.a. Rind), mehr Gemüse, Bioprodukte, möglichst regional und saisonal sind am besten für die Umwelt und die Gesundheit.
  • Verwenden Sie auch beim Grillen Mehrweggeschirr. Dann schmeckt das Essen nicht nur besser, sondern Sie vermeiden auch unnötigen Müll. Für die Gartenparty gibt es auch wiederverwendbares und spülmaschinengeeignetes Plastikgeschirr.
  • Ein Grill lässt sich gut aus- und verleihen: Schaffen Sie sich Ihren Grill zusammen mit Nachbarn an oder laden Sie diese gleich mit dazu ein. Gemeinsam schmeckt es besser.
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Hintergrund

Grillkohle: Im Jahr 2012 importierte Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 243.000 Tonnen Grillkohle. Hauptlieferanten waren Polen (59.000 Tonnen), Paraguay (44.000 Tonnen) und Litauen (31.000 Tonnen). Gerade bei Produkten ohne Kennzeichnung besteht die Gefahr, dass sie aus Tropenholz hergestellt wurden.

Eine Ökobilanz-Studie des TÜV Rheinland hat ergeben, dass die Art des Grillens (Holzkohle, Gas- oder Elektrogrill) für die Umwelt längst nicht so wichtig ist, wie die Auswahl des Grillguts. Nahezu 95 Prozent der anfallenden klimarelevanten Emissionen werden durch das Grillgut verursacht. Tierische Produkte beispielsweise belasten die Umwelt über den gesamten Lebensweg weit mehr als Gemüse. Bei einer Ökobilanz werden rechnerisch die Emissionen und andere Umweltauswirkungen über den gesamten „Lebensweg“ eines Produktes analysiert: von der Herstellung oder Erzeugung über Transport und Verkauf bis zur Verwendung und Verwertung.

TÜV Rheinland: Klimaoptimiertes Grillen entlastet die Umwelt (Ökobilanz).

Statistisches Bundesamt: Polen mit 59 000 Tonnen Deutschlands Hauptlieferant für Grillkohle (Pressemitteilung vom 25.06.2013).

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 Holzkohle