Grillen und Gesundheit: Grillen, insbesondere auf Holzkohle, ist wegen der Schadstoffentwicklung (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe - kurz PAK, FeinstaubKohlenstoffmonoxid - kurz CO) nicht empfehlenswert. Die hohen Feinstaubkonzentrationen, die beim Grillen entstehen, können gesundheitliche Auswirkungen haben. Das gilt besonders für Menschen, die bereits von Atemwegs- oder Herz-Kreislauferkrankungen betroffen sind. Auch gesunde Menschen können unter Reizungen der Atemwege oder der Bindehäute der Augen leiden. Die Gesundheitsgefährdung beim Grillen können Sie reduzieren:
- Verwenden Sie einen Gas- oder Elektrogrill.
- Grillen Sie nur im Freien bei sehr guter Belüftung. In Innenräumen reichern sich Kohlenstoffmonoxid (CO) und Kohlenstoffdioxid (CO2) schnell an und insbesondere Kohlenmonoxid führt sehr schnell zu ernsthaften Vergiftungen.
- Vermeiden Sie starke Rauchentwicklung beim Grillen: durch geeignete Grillanzünder und gute Luftzufuhr. Im Rauch vorhandene PAK wirken krebserregend.
- Lassen Sie nichts anbrennen. Schwarze Krusten auf Würstchen & Co. enthalten krebserregende Stoffe. Diese entstehen vor allem, wenn Fett oder Bier in die Kohlenglut tropfen und sich der dann aufsteigende Rauch auf das Grillgut legt. Um dies zu vermeiden, sollten Sie Grillschalen (möglichst nicht aus Aluminium) verwenden und nicht mit Bier oder anderen Getränken ablöschen.
- Verwenden Sie Grillgut ohne Nitritpökelsalz: Bei großer Hitze entstehen im Grillgut als krebserregend geltende Nitrosamine, wenn das Grillgut Nitritpökelsalz enthält.
Auch mal vegetarisch grillen: Rund 95 Prozent der beim Grillen anfallenden klimarelevanten Emissionen werden durch das Grillgut verursacht. Für klimafreundliches Grillen sollte man vor allem die Menge an Rindfleisch reduzieren und auch mal Käse oder Gemüse auf den Grill legen. Denn wie bei der Ernährung insgesamt gilt auch beim Grillen: Weniger Fleisch (v.a. Rind), mehr Gemüse, Bioprodukte, möglichst regional und saisonal sind am besten für die Umwelt und die Gesundheit.
Alu vermeiden: Unter dem Einfluss von Säure und Salz kann Aluminium auf Lebensmittel übergehen. Nach aktuellem Wissensstand kann nicht ausgeschlossen werden, dass eine zu hohe Aufnahme von Aluminium gesundheitsschädlich ist. Deshalb sollte der direkte Kontakt von säurehaltigen oder salzigen Speisen – etwa Tomaten, Schafskäse in Salzlake oder mit Zitronensaft gewürztes Fischfilet – mit Aluminiumfolie, Alu-Grillschalen oder unbeschichtetem Alu-Geschirr vermieden werden. Verwenden Sie besser wiederverwendbare Grillschalen aus Edelstahl, Keramik oder mit Emaillebeschichtung oder einen Elektrogrill mit Keramikoberflächen. Wenn das nicht möglich ist, ist die Verwendung von Alu-Grillschalen - insbesondere beim Grillen von Fleisch - das kleinere Übel, um das Abtropfen von Fett in die Glut und damit die krebserregenden Stoffe zu vermeiden. Salzen und würzen sollten Sie allerdings erst am Ende.
Asche in den Restmüll: Holzkohlenasche sollte ausgekühlt im Restmüll landen. Für Garten und Kompost ist sie nicht geeignet. Schadstoffe wie Schwermetalle, die von den Bäumen aufgenommen wurden, sind in der Asche konzentriert vorhanden und würden sich in Obst und Gemüse wiederfinden. Dazu kommen organische Schadstoffe wie Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die bei der unvollständigen Verbrennung beim Grillen entstehen. Viele von ihnen wirken krebserregend.
Was Sie noch tun können:
- Nehmen Sie insbesondere bei dichter Wohnbebauung Rücksicht auf Ihre Nachbarn und die behördlichen Auflagen. Nicht jeder mag den Grillgeruch und den Rauch. Deshalb ist es auch sinnvoll, die kommunal unterschiedlichen Auflagen zu beachten.
- Nutzen Sie zum Anzünden möglichst keine chemischen Grillanzünder sondern z.B. Pappe oder Anzünder auf pflanzlicher Basis (auch hier bestenfalls auf eine FSC-Zertifizierung achten).
- Verwenden Sie auch beim Grillen Mehrweggeschirr. Dann schmeckt das Essen nicht nur besser, sondern Sie vermeiden auch unnötigen Müll. Für die Gartenparty gibt es auch wiederverwendbares und spülmaschinengeeignetes Geschirr.
- Verwenden Sie keine Einweg-Grills. Diese sind besonders umweltschädlich und gefährlich.
- Falls Sie sich durch häufig grillende Nachbarn gestört fühlen und ein nettes Gespräch nicht weiterhilft, können Sie sich an das örtliche Umweltamt wenden.