Richtig Lüften gegen Schimmel – im Winter besonders wichtig

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Richtig Lüften gegen Schimmel – im Winter besonders wichtig
Quelle: Karin & Uwe Annas / Fotolia.com

Draußen kalt, drinnen kalt. Kommt dann Feuchtigkeit hinzu, wächst oft Schimmel auf den Wänden. Wer richtig lüftet, kann dem vorbeugen.

Schimmelpilze kommen ganz natürlich in der Umwelt vor. Daher finden sich immer Schimmelpilzsporen in der Luft - je nach Jahreszeit mehr oder weniger. Schimmelwachstum in Innenräumen kann aber zu allergischen Reaktionen sowie zu Reizerscheinungen im Atemwegsbereich führen. Sogar nicht direkt sichtbarer Schimmel, zum Beispiel unter der Tapete oder hinter Möbeln, kann krank machen.

Schimmel wächst immer dann, wenn es in der Wohnung zu kalt und zu feucht ist. Klare Anzeichen: Die Wände fühlen sich ständig nass an, es regnet innen an den Fensterscheiben runter oder durch bauliche Schäden oder Wasserrohrbrüche, die nicht fachmännisch beseitigt wurden, tritt Wasser ein. Immer dann steigt die Gefahr für Schimmelwachstum. Regelmäßiges Lüften und Heizen sowie ein baulich intaktes Gebäude kann das verhindern.

Wichtig ist auch, Möbel nicht zu voll zu packen und sie zu dicht an eine schlecht gedämmte Außenwand zu stellen. Dann sammelt sich Feuchtigkeit und es können Schimmelpilze und Bakterien auf Wand und Schrank wachsen – die berüchtigten Schimmelflecken. Als Faustregel gilt: Wer kalte Außenwände hat, sollte große Möbelstücke einige Zentimeter von der Wand weg aufstellen.

Ausreichend Heizen und Lüften ist die beste Methode gegen Schimmel. Auch im Winter sollte die Wohnung morgens und abends für 10 Minuten quergelüftet werden. Dazu alle Fenster öffnen, die Heizung runter drehen und auf Durchzug achten.

Wer ein Hygrometer besitzt, kann sich so über die relative Luftfeuchtigkeit in der Wohnung informieren. Auf Dauer sollte die relative Luftfeuchtigkeit im Winter nicht über 50 Prozent steigen. Sind es direkt an der Wand mehr als 80 Prozent, sollte als Sofortmaßnahme mehrmals täglich durch weites Öffnen der Fenster kurz (stoß)gelüftet werden.

Wenn Sie in Ihrer Wohnung größeren Schimmelbefall entdecken, rufen Sie die Fachleute. Diese können die Ursache der Feuchtigkeit aufklären und den Schimmel beseitigen.

Nur kleine Flecken können Sie auch selbst beseitigen. Bei Metall, Keramik oder Glas reicht eine Entfernung mit Wasser und Haushaltsreiniger. Poröse Materialien (Tapeten, Gipskarton, poröses Mauerwerk) müssen entfernt werden. Auf nicht ausbaubaren Baustoffen muss der Schimmel auch in tiefer gelegenen Schichten entfernt werden. Befallene Möbelstücke können feucht gereinigt und dann getrocknet werden. Man kann sie mit Ethyalkohol desinfizieren. Polstermöbel oder Teppiche sind dagegen nur schwer zu reinigen. Hier ist die Entsorgung besser.

Essiglösungen sind zur Pilzbekämpfung ungeeignet. Sie können das Pilzwachstum sogar noch fördern. Auch auf chemische Pilzbekämpfungsmittel sollten Sie möglichst verzichten. Da sie über eine lange Zeit im Raum bleiben, können sie die Gesundheit gefährden. 

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Schlagworte:
 Innenraum-Schimmelpilz  Gesundheitsgefährdung