Lizenz zum Ausreißen: Jetzt Ambrosia-Pflanzen entfernen

Pflanze mit gefiederten grünen Blättern, roten Stängeln mit abstehenden Haaren und noch nicht aufgeblühten, in Ähren am Stängel stehenden Blütenknospenzum Vergrößern anklicken
Die Ambrosia ähnelt dem Beifuß, hat aber grüne statt weiße Blattunterseiten.
Quelle: Uwe Starfinger / Julius Kühn-Institut

Am 27. Juni ist Ambrosia-Tag – doch nicht nur dann sollten Sie die Augen aufhalten und die hoch allergene Pflanze beseitigen.

Sie sieht harmlos aus, hat es aber in sich: Die aus Nordamerika stammende Ambrosia breitet sich in Deutschland immer mehr aus. Sie ist nicht nur ein lästiges Ackerunkraut. Ihr Pollen kann schon in kleinen Mengen heftige Gesundheitseffekte beim Menschen auslösen. Dazu zählen allergische Reaktionen wie Heuschnupfen, Bindehautreizungen und allergisches Asthma. Wer bisher schon mit Pollenallergien zu kämpfen hatte, dem kann Ambrosia wegen ihrer langen Blütezeit von Juli bis Oktober noch zusätzlich zu schaffen machen.

Gemeinsam gegen Ambrosia

Um die Ausbreitung der Pflanze einzudämmen, sind alle gefragt: Wer Ambrosia-Bestände im öffentlichen Raum, etwa auf Brachen, Äckern oder an Straßenrändern, sichtet, sollte dies dem örtlichen Grünflächen- oder Pflanzenschutzamt oder dem Julius Kühn-Institut melden. Wer die Pflanze auf eigenem Grund und Boden antrifft, kann selbst aktiv werden:  die Pflanze am besten noch vor der Blüte samt Wurzel mit Handschuhen ausreißen. Wenn die Pflanze bereits blüht, sollten Sie dabei zusätzlich einen Maske gegen Staub tragen, beziehungsweise als Allergiker jeglichen Kontakt  vermeiden. Die blühende Ambrosia-Pflanze gehört wegen der Gefahr der Weiterverbreitung nicht in Kompost, Biotonne oder Grünabfuhr, sondern, in einem Plastikbeutel verpackt, in den Restmüll. Wer es mit größeren Beständen zu tun hat, kann sich bei der örtlichen Stadtreinigung erkundigen, ob die Pflanzen dort entsorgt und verbrannt werden können.

Die im Frühjahr keimende Pflanze beginnt im Juni in die Höhe zu wachsen und ist dann gut zu erkennen. Zuerst ähnelt sie Möhrenkraut, später dem  Beifuß, von dem die Ambrosie jedoch durch die grünen statt weißen Blattunterseiten zu unterscheiden ist. Die Blätter sind doppelt gefiedert, der Stängel abstehend behaart und oft rötlich (siehe Bildergalerie ganz unten).

Ambrosia-Samen können als Verunreinigung auch in Vogelfutter enthalten sein. Deshalb sollten Stellen rund um Futterhäuschen besonders unter Beobachtung stehen.

Am 27. Juni ist Ambrosia-Aktionstag

Das Umweltbundesamt (UBA), das Julius Kühn-Institut (JKI), die Freie Universität (FU) Berlin und die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) starten am Samstag, den 27. Juni, den ersten bundesweiten Ambrosia-Aktionstag. Gemeinsam soll aufgeklärt werden, wie die Pflanze bekämpft werden kann. Ziel ist aber auch, das Thema auf die politische Tagesordnung zu bringen. In der Schweiz etwa sind Landbesitzer bereits dazu verpflichtet, das Aufblühen der Pflanze zu verhindern. In Deutschland wäre eine solche gesetzliche Verpflichtung auf Bundesebene noch zu diskutieren.

In Berlin, Karlsruhe, dem brandenburgischen Vetschau und anderen Gemeinden finden rund um den Ambrosia-Tag Aktionen oder Informationsveranstaltungen statt. In einigen Kommunen wird Ambrosia bereits systematisch bekämpft. In Berlin beispielsweise sind sogenannte Ambrosia-Scouts unterwegs, um die Pflanze aufzuspüren und auszurupfen.

Quelle: Umweltbundesamt

Ambrosia: Eine hochallergene Pflanze breitet sich aus

Wo kommt die Ambrosia-Pflanze her? Wo ist sie in Deutschland besonders verbreitet? Welche Probleme bereitet sie? Und wie sollte man die Pflanzen entfernen und entsorgen? All dies zeigt unsere Bilderanimation.

Ambrosia

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  1. Ambrosia: Eine hochallergene Pflanze breitet sich aus
  2. Die Ambrosia ähnelt dem Beifuß, hat aber grüne statt weiße Blattunterseiten.
  3. Ambrosia-Pflanzen sollten noch vor der Blüte samt Wurzel ausgerissen werden.