Pestizidfreie Kommune

Wiese mit bunten Wildblumen
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Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln trägt wesentlich zum Verlust der biologischen Vielfalt bei –durch die unmittelbare Schädigung von Wildpflanzen und –tieren einerseits, durch die Schädigung der Nahrungsnetze und den Entzug der Nahrungsgrundlage von Wildtieren andererseits. Zudem beeinträchtigt ein übermäßiger Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auch die Qualität der Umweltmedien, insbesondere von Boden und Wasser. All diese Beeinträchtigungen wirken sich auch auf die Lebensgrundlagen des Menschen aus. Es gilt, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln und ihre Auswirkungen auf den Naturhaushalt soweit wie möglich zu reduzieren.

Augenfällige Einsatzbereiche für Pflanzenschutzmittel sind die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft und der Gartenbau. Daneben können aber auch Anwender, die in diesem Zusammenhang weniger prominent sind, maßgeblich zu einer umwelt- und naturverträglichen Flächenbewirtschaftung beitragen. Dem öffentlichen Sektor kommt hierbei eine besondere Vorbildfunktion zu. Ein kompletter Verzicht auf Pestizide in Kommunen ist schon heute möglich, ohne die Unterhaltungspflichten einer Gemeinde zu vernachlässigen. Eine Handvoll deutscher Städte bewirtschaftet schon heute ihre Grünflächen gänzlich ohne Pestizide und hat damit Erfolg. Hierzu gehören z.B. auch größere Städte wie Münster und Saarbrücken, die bereits auf über 20 Jahre gute Erfahrung zurückblicken.
Vor diesem Hintergrund fand im Juni 2015 eine vom Umweltbundesamt (UBA) und Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) organisierte Fachtagung „Die pestizidfreie Kommune“ in der Bauhausstadt Dessau-Roßlau statt.

Im Rahmen der Fachtagung wurden mit kommunalen Grünflächenexperten, Politikern, Planern und Naturschützern Konzepte einer „pestizidfreien Kommune“ diskutiert. Dabei standen gewonnene Erfahrungen, aber auch mögliche Probleme bei einer pestizidfreien Grünflächenbewirtschaftung im Mittelpunkt des zweitägigen Programms. Ziel der Veranstaltung war, weitere Kommunen über die Möglichkeiten zu informieren, künftig auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten und sie ebenfalls für einen pestizidfreien Weg zu gewinnen. Die Vorträge, Workshops und Exkursionen boten hierfür umfangreiche Gelegenheiten. Auch wurden Spezialtechniken, die eine pestizidfreie Bewirtschaftung von Grünflächen möglich machen, vor Ort vorgestellt.
Die Schirmherrschaft über die Veranstaltung hatte die parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), Frau Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD).

Hier können Sie sich über die Inhalte und Ergebnisse der Fachtagung informieren.