Achtung: Wasser versteckt!

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Das meiste Wasser wird zur Produktion von Lebensmitteln und Kleidung verbraucht.
Quelle: Andrey Volokhatiuk / Fotolia.com

Nur 3 % des Wassers verwenden wir zu Hause, ein Vielfaches davon wird beim Herstellen von Lebensmitteln und Kleidung eingesetzt.

Wasser nutzen wir zum Einen direkt zu Hause, zum Beispiel beim Waschen und Trinken. Wir  verbrauchen es zum Anderen indirekt, in Lebensmitteln oder Textilien, die mit viel Wasser erzeugt oder hergestellt werden.

In Deutschland nutzt jede Person durchschnittlich etwa 120 Liter pro Tag: etwas weniger als die Hälfte für Baden und Duschen, den  Rest für die Toilettenspülung, Wäschewaschen, Essen, Trinken oder Geschirrspülen. Der indirekte tägliche Wasserbedarf fällt in Deutschland um ein Vielfaches höher aus. Er lässt sich aber nicht auf eine Person herunter rechnen, da er vom individuellen Konsum abhängt. Für 1 kg Rindfleisch müssen mehr als 15.000 Liter Wasser aufgebracht werden. Der Wasserfußabdruck eines Kilogramms konventioneller Baumwolle liegt bei bis zu 10.000 Liter Wasser. Auf Grund des geringen Einsatzes von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln beim Anbau von Biobaumwolle ist der Wasserfußabdruck hier geringer. Weitere Beispiele zum Wasserverbrauch von Produkten gibt es hier.

Insgesamt beträgt der Wasserfußabdruck – direktes plus indirektes Wasser –  in Deutschland mehr als das Zweifache des Bodensees und entspricht einem täglichen Bedarf von mehr als 3.900 Litern pro Person. Ein Teil dieser Wassermenge liegt weit außerhalb Deutschlands. Da die Futtermittel, die wir hierzulande benötigen - die Hälfte der Agrarfläche Deutschlands dient der Erzeugung von Futtermitteln – teilweise importiert werden muss, beanspruchen wir zum Beispiel in Südamerika für den Futtermittelanbau zusätzliche Flächen und dortige Wasserressourcen.

Generell gilt, je weniger Fleischprodukte und je mehr wir regional und saisonal einkaufen –  also lieber regionale Erdbeeren im Sommer statt beispielsweise spanische Erdbeeren im Winter – desto mehr tragen wir zum Schutz der Wasserressourcen in anderen Ländern bei. Wie stark sich unser Konsum letztlich auf die Wasserressourcen in anderen Ländern auswirkt, hängt von den klimatischen Bedingungen, der Qualität des Wassermanagements und auch den Produktionstechniken vor Ort ab. Weniger T-Shirts in besserer Qualität oder aus Biobaumwolle statt billiger Massenware zu kaufen, reduziert ebenso den indirekten Wasserbedarf.

Beim direkten Wasser zu sparen, ist dagegen nicht immer sinnvoll. Hier gilt es vor allem, beim Warmwasser genauer hinzusehen, da hierfür zusätzlich Heizenergie aufgebracht werden muss.

10 Minuten Duschen benötigt nur die Hälfte an Warmwasser im Vergleich zum Vollbad. Auch wassersparende Armaturen, die mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ gekennzeichnet sind, reduzieren den Wasserbedarf weiter. Geschirrspüler und Waschmaschine sollten außerdem immer nur voll beladen laufen.

Video European Resources Forum Berlin Dezember 2014

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 Indirekter Wasserverbrauch  Direkter Wasserverbrauch