Vulnerabilitätsanalyse 2021

Gemäß des Auftrags der Bundesregierung im Fortschrittsbericht 2015 wird gemeinsam mit dem Behördennetzwerk Klimawandel und Anpassung eine aktualisierte,handlungsfeldübergreifende Vulnerabilitätsanalyse durchgeführt. Diese wird den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand, die verfügbaren Daten und den methodischen Fortentwicklungsbedarf berücksichtigen und der Weiterentwicklung der DAS dienen.

Vulnerabilitätsanalyse 2021, FKZ 3717 48 1020 - Stand: 28.11.2017


Hintergrund

Die Folgen des Klimawandels sind bereits heute messbar und werden Deutschland auch in Zukunft vor große Herausforderungen stellen. Um der Anpassung an den Klimawandel in Deutschland einen politischen Rahmen zu geben, hat die Bundesregierung im Jahr 2008 die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel (DAS ) verabschiedet. In 2011 wurde sie durch den Aktionsplan Anpassung (APA ) um konkrete Maßnahmen ergänzt. Die Fortschrittsberichte der DAS ziehen in regelmäßigen zeitlichen Abständen eine Zwischenbilanz und schreiben den Handlungsrahmen der Klimaanpassung fort. Ein Bestandteil der Fortschrittsberichte sind Ergebnisse der Vulnerabilitätsanalyse Deutschlands, die aufzeigen, in welchen Handlungsfeldern, Sektoren und Naturräumen besonderer Handlungsbedarf besteht.
Die Vulnerabilitätsanalyse Deutschlands wurde zuletzt in den Jahren 2011 bis 2014 erstellt und im Jahr 2015 veröffentlicht. Sie beschreibt die Betroffenheit und Anpassungskapazität in insgesamt 14 Handlungsfeldern. Dafür wurden die Klimawirkungen mit der größten Bedeutung für Deutschland identifiziert und mit Daten, Wirkmodellen und Experteninterviews operationalisiert. In allen Betrachtungen unterscheidet die Studie zwischen naher und ferner Zukunft. Außerdem wird zwischen einem starken und schwachen Klimawandel differenziert. Die Studie bietet damit eine umfassende und über die Handlungsfelder hinweg vergleichbare Einschätzung der Vulnerabilität aus Sicht des Jahres 2015.

Zielstellung
Basierend auf dem Auftrag der Bundesregierung im Fortschrittsbericht 2015 hat das Umweltbundesamt (UBA ) 2017 eine neue Vulnerabilitätsanalyse in Auftrag gegeben. Ziel ist es, ein aktualisiertes, handlungsfeldübergreifendes Gesamtbild der Vulnerabilität Deutschlands gegenüber dem Klimawandel basierend auf dem aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand und einer weiterentwickelten Methode zu erarbeiten. Hierfür wurde ein internationales Konsortium von Forschungs- und Beratungseinrichtungen beauftragt. Die Vulnerabilitätsanalyse soll 2021 erscheinen.

Vorgehen
Die Vulnerabilitätsanalyse wird wie die Vorläuferstudie in enger Kooperation mit einem Netzwerk aus Behörden erstellt werden. Das vom UBA geleitete Netzwerk wurde 2011 als damaliges Netzwerk Vulnerabilität ins Leben gerufen und hat sich in der Zwischenzeit als wichtiger Ort der Zusammenarbeit der Bundesbehörden zum Thema Klimawandelanpassung etabliert. Durch dieses Behördennetzwerk wird vorhandenes Wissen und Expertise zu den Folgen des Klimawandels und Anpassungsmaßnahmen gebündelt und der handlungsfeldübergreifende Austausch vertieft. Die enge Einbeziehung der Bundesbehörden gewährleistet die Relevanz der Ergebnisse des Vorhabens.
In der ersten Phase des Forschungsvorhabens soll die Methodik der Vulnerabilitätsanalyse kritisch begutachtet und weiterentwickelt werden. Schwerpunkte bei der Weiterentwicklung und Durchführung der nächsten Vulnerabilitätsanalyse sind die Einschätzung der Anpassungskapazität, die Berücksichtigung der sozioökonomischen Situation und Entwicklungen, die Verbesserung der Bewertungsmethodik und die Integration von staatlichen und nicht-staatlichen Experten/-innen in die Vulnerabilitätsanalyse. Die Methodik soll dabei noch stärker am Bedarf von politischen Akteuren ausgerichtet werden und Handlungsbedarfe als wissenschaftliche Grundlage für Aktionspläne zur Klimawandelanpassung der Bundesregierung und der Länder identifizieren. Bei der sektorenübergreifenden Aggregierung, der Bewertung und der Priorisierung der Ergebnisse sollen Wechselwirkungen zwischen den Handlungsfeldern verstärkt berücksichtigt werden.
In der zweiten Projektphase wird die überarbeitete Methodik auf die verschiedenen Handlungsfelder der Klimaanpassung angewendet. Dabei werden wie bei der letzten Vulnerabilitätsanalyse quantitative und qualitative Daten und Informationen kombiniert, um breite Fachexpertise wie auch Detailwissen mitaufzunehmen. Hierzu werden Interviews, Konsultationen und Workshops mit Behördenvertretern/-innen und externen Experten/-innen durchgeführt.

Ergebnisse
Über die Bewertung der Klimawirkungen, der Anpassungskapazitäten und der Vulnerabilität hinaus soll das Forschungsvorhaben aufzeigen, wo zusätzliche Unterstützung durch den Bund erforderlich ist. Außerdem sollen Forschungsbedarfe aufgedeckt und Empfehlungen zur Durchführung zukünftigen Vulnerabilitätsanalysen abgeleitet werden. Die überarbeitete Methodik soll in einem aktualisierten Leitfaden niedergeschrieben werden und verwandten Vorhaben als Vorlage dienen. Bereits während des Projektes werden politikrelevante Zwischenergebnisse veröffentlicht werden. Neben Produkten für politische Akteure werden auch Kommunikationsprodukte für die Wissenschaft und die breite Öffentlichkeit erarbeitet werden.

Laufzeit
09/2017 – 08/2020

Projektteam
adelphi, Berlin
EURAC research, Bozen
Bosch & Partner, München

Ansprechpersonen
Dr. Inke Schauer/Umweltbundesamt
inke.schauser(at)uba.de

Walter Kahlenborn/adelphi
kahlenborn(at)adelphi.de