Zeckenstiche vermeiden

Wandernde Zecke auf einem grünen Blattzum Vergrößern anklicken
Zecken lauern in der Vegetation und im Falllaub
Quelle: Michael Tieck / Fotolia.com

Schönes Wetter lockt uns ins Freie. Doch aufmerksam bleiben: Im Wald, Park oder am Waldsee könnten Zecken auf der Lauer sein.

Bei den aktuellen Temperaturen sind sie wieder besonders aktiv. Der Gemeine Holzbock Ixodes ricinus, die in Deutschland am weitesten verbreitete Zeckenart, wartet zum Beispiel auf Farnpflanzen, Gräsern, an Büschen, oder auch am Boden im Falllaub auf einen Wirt. Die besten mikroklimatischen Bedingungen findet der Holzbock in Laub- und Mischwäldern. Er kommt aber auch an Waldrändern und benachbarten Wiesen vor, wo es Wirtstiere und geschützte Rückzugsgebiete gibt. Wurde eine Zecke von einem Wirt zum Beispiel von einer Pflanze abgestreift, sucht sie zunächst eine geeignete Stelle, an der sie mehrere Tage möglichst ungestört Blut aufnehmen kann. Die Stiche der Blutsauger können nicht nur Hautreaktionen hervorrufen, Zecken können auch verschiedene Krankheitserreger übertragen. Beim Menschen sind es am häufigsten Borrelien. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat für das Jahr 2015 bis zur 19. Kalenderwoche aus 8 von 9 meldenden Bundesländern (gemäß länderspezifischer Verordnungen) bereits 613 Neuinfektionen mit Borrelien erfasst, bei FSME-Infektionen (Hirnhautentzündung) gab es 2015 bundesweit bisher 17 neu registrierte  Fälle (Survstat, 27.05.2015). Eine Übersicht über die FSME-Risikogebiete in Deutschland und die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) zur FSME-Schutzimpfung enthält das aktuelle Epidemiologische Bulletin Nr. 21/2015 (pdf).

Ist Zeckenkontakt möglich, tragen Sie am besten helle, lange, geschlossene Kleidung, vorzugsweise auch helle Schuhe, und ziehen die hellen Socken über die Hosenbeine. Die bräunlichen, je nach Entwicklungsstadium etwa ein bis drei Millimeter großen Zecken gelangen so nicht sofort an die Haut und sind auf hellem Untergrund besser zu erkennen. Zecken abweisende Mittel (Repellentien) können das Risiko eines Zeckenbefalls zwar verringern, aber untersuchen Sie Ihren Körper nach dem Ausflug besser trotzdem. Sehen Sie sich dabei auch   Kniekehlen, Leisten-, Achselregion, Armbeugen und Kopfhaut gründlich an. Besonders aufmerksam sollten Sie sein, um die etwa 1 mm großen Larven (mit 3 Beinpaaren) oder knapp über 1 mm großen Nymphen (mit 4 Beinpaaren) nicht zu übersehen. Zum Erkennen dieser Jungstadien kann eine Lupe im Handgepäck hilfreich sein. Auch wenn nur ein Teil der Zecken mit Erregern infiziert sind, müssen Zecken  sofort aus der Haut entfernt werden. FSME-Viren überträgt der Holzbock bereits nach der Befestigung in der Haut, Borrelien erst nach einigen Stunden. Zum Entfernen von Zecken ist zum Beispiel eine Pinzette mit sehr schmaler, gebogener Spitze sehr gut geeignet, mit der man eine befestigte Zecke flach an der Haut direkt neben den Mundwerkzeugen fest greifen und entfernen kann.

Zecken

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  1. Erwachsene Zecken sind so groß wie eine Streichholzkuppe, Nymphe und Larve dagegen kleiner
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 Zeckenbekämpfung