Schaltanlagen

schematische Zeichnung einer Anlagezum Vergrößern anklicken
Illustration einer beispielhaften gasisolierten Schaltanlage
Quelle: Ecofys

Schwefelhexafluorid (SF6) mit seinem sehr hohen Treibhauspotential wird in Schaltanlagen zur Isolation und Löschung eingesetzt. Im Rahmen einer Selbstverpflichtung konnten die Emissionen deutlich gesenkt werden. Alternative Produkte für die Substitution von SF6 wurden und werden für verschiedene Anwendungsfelder entwickelt.

Inhaltsverzeichnis

 

Studie zu Möglichkeiten der Substitution von SF6

In einer Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) sind bis Anfang 2018 Alternativen zu SF6 in elektrischen Betriebsmitteln hinsichtlich ihrer Einsatzfähigkeit, ihrer Vorteile und Einsatzgrenzen sowie Umweltauswirkungen zu prüfen. Näheres zur Studie finden Sie unten im Textabschnitt "Projektbeschreibung".

 

Veröffentlichung Zwischenbericht

Im Juli hat das Projektkonsortium aus Ecofys und ETH Zürich einen ersten Zwischenbericht im Zuge des Projekts „Konzept zur SF6-freien Übertragung und Verteilung elektrischer Energie“ für das Bundesumweltministerium veröffentlicht. Der Zwischenbericht legt den Schwerpunkt auf die Beschreibung des aktuellen Wissensstands zu elektrischen Betriebsmitteln in der Mittel- und Hochspannung, in denen potentiell SF6 zum Einsatz kommt. Der aktuelle Wissensstand wird für den Endbericht um mögliche Maßnahmen zur SF6 Reduzierung ergänzt. Der Endbericht ist für Anfang 2018 geplant.

Alle Interessensträger haben die Gelegenheit zur Kommentierung bis zum 31.08.2017. Bitte senden Sie Ihre Stellungnahmen bzw. kommentierten PDF-Versionen per E-Mail an: secretariat-germany [at] ecofys [dot] com.

 

Fachgespräch

Im März 2017 fand hierzu ein erstes Fachgespräch mit wichtigen Herstellern und Anwendern von Schaltanlagen in der Hoch- und Mittelspannung statt. Auf der Veranstaltung präsentierten und diskutierten das Projektteam und die Teilnehmer Zwischenergebnisse der Untersuchung. Den Schwerpunkt des Workshops bildeten Thesen zum aktuellen Stand der Technik SF6-betriebener Sachaltanlagen sowie Alternativen in der Hoch- und Mittelspannung. Das Ergebnisprotokoll sowie weitere Folien finden Sie unter „Projektzwischenergebnisse“.

Im Herbst 2017 wird ein zweites Fachgespräch mit europäischem Publikum in Brüssel stattfinden. In diesem Fachgespräch wird der Fokus vorrangig auf möglichen Maßnahmen im Zuge der Konzeptentwicklung liegen.

 

Projektzwischenergebnisse

1. Fachgespräch (März 2016, Berlin):

Auf der Veranstaltung präsentierten und diskutieren deutschsprachige Hersteller und Anwender den Einsatz von SF6 sowie Alternativen in elektrischen Betriebsmitteln. Die Zwischenergebnisse der Untersuchung, eine Einführungspräsentation des Umweltbundesamtes sowie das mit den Teilnehmern abgestimmte Ergebnisprotokoll finden Sie hinter den folgenden Links:

Fachtagung „Hochspannungs-Schaltanlagen“:

Erste Zwischenergebnisse stellte das Projektteam auf der Fachtagung „Hochspannungs-Schaltanlagen“ im Oktober 2016 an der TU Darmstadt vor und diskutierte diese mit den Teilnehmern. Die Folien zum Vortrag finden Sie hier.

 

Projektbeschreibung

In elektrischen Betriebsmitteln der Energieübertragung und -verteilung im Mittelspannungs- und Hochspannungsbereich wird seit vielen Jahren SF6 verwendet. In der Studie „Konzept zur SF6-freien Übertragung und Verteilung elektrischer Energie“, die im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) durchgeführt wird, sind Alternativen hinsichtlich ihrer Einsatzfähigkeit, ihrer Vorteile und Einsatzgrenzen sowie Umweltauswirkungen zu prüfen. Da eine Substitution der SF6-Technik durch alternative Isoliermedien und Techniken nur im Rahmen der Produktion neuer Anlagen erfolgen kann, konzentriert sich die Studie ausschließlich auf neue Anlagen.

Der Schwerpunkt der Studie liegt auf der detaillierten Erstellung eines Überblicks über Anlagen mit und ohne SF6-Nutzung. Weiterhin wird untersucht, welche politischen, gesetzlichen, regulativen und wirtschaftlichen Maßnahmenpakete geeignet sind, eine wirksame Reduktion des SF6-Einsatzes in Neuanlagen zu erzielen. Der intensive Dialog mit Herstellern und Anwendern von Schaltanlagen während der gesamten Laufzeit ist von großer Bedeutung.

Das Projekt läuft bis Februar 2018 und wird von der Ecofys Germany GmbH in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich durchgeführt und vom Umweltbundesamt fachlich betreut.

 

Projektteam

Projektleitung: Ecofys Germany GmbH

Ansprechpartner: Dr.-Ing. Karsten Burges, k [dot] burges [at] ecofys [dot] com

Projektpartner: ETH Zürich, High Voltage Laboratory

Ansprechpartner: Prof. Dr. Franck, franck [at] eeh [dot] ee [dot] ethz [dot] ch

Logos der drei Organisationen Ecofys, High Voltage Laboratory und ETH Zürich
Das Projekt wird von Ecofys und dem High Voltage Laboratory der ETH Zürich durchgeführt.
Quelle: Ecofys und ETH Zürich
 

Deutsche Selbstverpflichtung

Am 9. November 2000 wurde zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der deutschen Wirtschaft eine Vereinbarung zur Klimavorsorge getroffen. In diesem Rahmen haben im Jahr 2005 die SF6-Produzenten sowie die Hersteller und Betreiber von elektrischen Betriebsmitteln > 1kV eine freiwillige Selbstverpflichtung abgeschlossen, deren Ziel es war und ist, die Emissionen von SF6 zu minimieren. Die Selbstverpflichtung läuft bis zum Jahr 2020.

 

EU-Verordnung über fluorierte Treibhausgase

Elektrische Schaltanlagen unterliegen den Regelungen der Verordnung (EU) 517/2014. In Abhängigkeit von der Füllmenge und Konstruktion bestehen Anforderungen zur Dichtheitskontrolle, Führung von Aufzeichnungen und Zertifizierung des Personals. Letzteres wird durch die Durchführungsverordnung (EU) 2015/2066 konkretisiert.
Im Artikel 21 der Verordnung (EU) 517/2014 ist eine Bewertung von Alternativen für sekundäre Mittelspannungsschaltanlagen bis 01.07.2020 und für alle anderen Erzeugnisse bis Dezember 2022 vorgesehen.

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Schlagworte:
 Schwefelhexafluorid  Schaltanlagen  Freiwillige Selbstverpflichtung