Klimaanlagen in Bahnfahrzeugen

moderner ICE-Schnellzug auf einem verschneiten Gleis in der Stadtzum Vergrößern anklicken
Die Klimaanlagen der ICE 3-Baureihe 403 kühlen mit dem natürlichen Kältemittel Luft.
Quelle: Deutsche Bahn AG

Zu den Bahn-bzw. Schienenfahrzeugen gehören Nah- und Fernverkehrszüge, S- und U- Bahnen sowie Straßenbahnen. Geheizt wird mit elektrischer Energie oder Dieselkraftstoff. Wenn die Bahnen mit Klimaanlagen ausgestattet sind, enthalten diese üblicherweise HFKW- Kältemittel. HFKW, das ist die Abkürzung für die Stoffgruppe der teilfluorierten Kohlenwasserstoffe, die hochwirksame Treibhausgase sind.

Sowohl die Heizung als auch die Kühlung der Verkehrsträger verursachen Treibhausgasemissionen. Im Jahr 2012 wurden etwa 106 Tonnen des Kältemittels R134a aus der Schienenfahrzeugklimatisierung freigesetzt, das entspricht der Treibhauswirkung von 152.000 Tonnen CO2. In der Europäischen Union sollen Produktion und Verbrauch dieser Stoffe durch die Phase-down Reglungen der EU-F-Gas-Verordnung Nr. 517/2014  schrittweise reduziert und durch weniger umweltbelastende Stoffe ersetzt werden. Bei bestimmten Anlagen könnte durch Kombination der Kühlung mit einer Wärmepumpenfunktion auch der Energieverbrauch zum Heizen und damit die CO2-Emission vermindert werden.

Bisher werden als Alternativen Anlagen mit dem Kältemittel CO2 und Klimasysteme auf der Basis von Luft, sogenannte Kaltluft-Klimaanlagen, betrachtet. Während es für CO2 erst einige Versuchsfahrzeuge gibt, sind Techniken mit Luft schon kommerziell über viele Jahre in einer ICE Baureihe im täglichen Einsatz. Über die Wirtschaftlichkeit solcher Konzepte liegen bisher keine belastbaren Daten vor. Derzeit werden in einem Forschungsprojekt verbesserte Kaltluft-Klimaanlagen für Bahnfahrzeuge im realen Betrieb getestet. Erwartet werden konkrete Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit und Effizienz des Luft-Klimasystems über den gesamten Lebenszyklus.