Weniger ist mehr beim Waschen

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Die Waschtemperatur bestimmt den Energieverbrauch.
Quelle: Kzenon / Fotolia.com

Zu viel Waschmittel und hohe Waschtemperaturen belasten beim Waschen unnötig Haushaltskasse und Umwelt.

Etwa 630.000 Tonnen Waschmittel werden jährlich in Deutschland verbraucht. Das sind etwa acht Kilogramm pro Einwohner. Zusammen mit Weichspüler, Waschhilfsmitteln und Wäschepflegemitteln kommen dann sogar etwa 850.000 Tonnen pro Jahr zusammen. Mit jedem Waschgang gelangen die darin enthaltenen Chemikalien teilweise mit dem Abwasser in Flüsse und Seen.

Die heutigen superkompakten Waschmittel sind etwa doppelt so ergiebig wie die von vor 20 Jahren. Trotzdem ist der Pro-Kopf-Verbrauch an Waschmittel von damals zu heute kaum gesunken. Überdosierung bringt kein besseres Waschergebnis, sondern verursacht höhere Kosten und eine größere Umweltbelastung. Die Waschmaschine sollte möglichst voll beladen werden, das Waschmittel wird dann je nach Verschmutzungsgrad und Wasserhärte dosiert. Daher werden auf der Packung Dosierungen für „leicht“, „normal“ und „stark“ verschmutzte Wäsche in Kombination mit den Wasserhärten weich, mittel und hart angegeben.

Wird auf der Waschmittelpackung zwischen „leicht“, „normal“ und „stark“ verschmutzter Wäsche unterschieden, genügt für Wäsche im Haushalt meist die Dosierung für leicht bzw. normal verschmutzt. Den Härtegrad ihres Leitungswassers können Sie bei Ihrem Wasserversorgungsunternehmen erfragen oder meist auf dessen Internetseite nachschauen.

Und wer außerdem nicht zu heiß wäscht, kann richtig Geld sparen:

Für die Energiekosten einer 60°C-Wäsche lässt sich fast zweimal bei 40°C oder sogar dreimal bei 30°C waschen. Die meisten Textilien werden schon im  20°C-, 30°C- bzw. 40°C-Waschprogramm sauber. Damit entlasten Sie die Umwelt und Ihre Haushaltskasse zusätzlich durch Einsparung von Energie.
In vielen Waschmaschinen ist das Energiesparen bereits eingebaut – über ein sogenanntes Eco-Programm. Ein 60°C-Eco-Programm hat dabei die Waschleistung eines 60°C-Waschgangs, läuft aber in Wirklichkeit bei niedrigeren Temperaturen. Zwar dauert es länger, spart aber letztlich Energie, weil das Wasser nicht so stark aufgeheizt wird.

Waschen und Trocknen reduziert die Keimbelastung normaler Wäsche ausreichend. Nur in Krankenhäusern, bei ansteckenden Krankheiten oder zum Schutz von Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollte aus Hygienegründen mit einem Vollwaschmittel bei höheren Temperaturen gewaschen werden.

Ist die ganze Wäsche stark verschmutzt, sind teilweise höhere Waschtemperaturen nötig. Sind nur einzelne Textilien mit wenigen Flecken verschmutzt, sollten man die Flecken gezielt mit Fleckenlöser vorbehandeln. Dann kann die Wäsche wie gewohnt in ein sparsames Niedrigtemperatur-Programm.

Um der Bildung eines Biofilmes und der dadurch verursachten Geruchsbildung in der Waschmaschine vorzubeugen, sollte allerdings einmal im Monat eine Wäsche bei 60°C mit einem bleichmittelhaltigen Vollwaschmittel-Pulver gewaschen werden. Kochwäsche sollte im Haushalt die Ausnahme sein, zum Beispiel bei ansteckenden Krankheiten oder wenn sich doch trotz aller Vorsorge ein hartnäckiger Biofilm in der Waschmaschine gebildet hat.


Erklärfilm: Wasserhärte

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 Wäsche waschen  Waschmittel