Mit dem Kreuzfahrtschiff in die Antarktis

Das Kreuzfahrtschiff Bremen fährt durch antarktisches Gewässer. Hinter ihr ragt eine steile schneebedeckte Felswand auf. Die Wolken hängen sehr tief. Auf dem Schiff stehen Menschen in Kälteschutzanzügen. zum Vergrößern anklicken
Der Großteil der Antarktisbesucher erreicht das ewige Eis per Schiff.
Quelle: Fritz Hertel/UBA

In der Antarktis gibt es keine Hotels, keine Restaurants oder touristische Infrastruktur wie an anderen Urlaubszielen. Das Gros der Besucherinnen und Besucher reist auf einer schwimmenden Herberge an. Das Spektrum an Möglichkeiten reicht von kleinen Segelbooten bis hin zu großen Kreuzfahrtschiffen mit ein paar Tausend Passagieren.

Traditionell erreicht der Großteil – nämlich 95 Prozent – aller Antarktisbesucher den Kontinent und seine vorgelagerten Inseln per Schiff. Für die Reisen stehen drei Kategorien von Schiffen zur Auswahl. Den Hauptanteil machen Expeditionskreuzfahrtschiffe mit weniger als 200 Passagieren aus. Danach folgen mittelgroße Kreuzfahrtschiffe mit 200 bis 500 Passagieren und wenige große, so genannte „Cruise-only“-Schiffe mit mehr als 500 Passagieren. Letztere dürfen jedoch im Antarktisvertragsgebiet keine Anlandungen durchführen, sind also lediglich auf die Kreuzfahrt selbst beschränkt. Infolge des Schwerölverbots der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) für antarktische Gewässer, das im August 2011 in Kraft trat und neben dem Verbrauch auch das Bunkern von Schweröl untersagt, fahren derzeit die wenigsten „Cruise-only“-Schiffe in die Antarktis.

Touristinnen und Touristen nehmen heutzutage zahlreiche Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten in der Antarktis wahr, die über einen einfachen Landspaziergang hinausgehen. Die Angebote der Reiseunternehmer reichen unter anderem von Tauchgängen über Kajaktouren, Camping, geführte Wanderungen bis hin zu Klettertouren und Bergbesteigungen. Manche Anbieter ermöglichen sogar Ausflüge mit Helikoptern oder Unterseebooten. Die breite Palette an Möglichkeiten ist jedoch auch mit Bedenken verbunden, da es für die wenigsten der angebotenen Aktivitäten konkrete Richtlinien gibt und Besucherinnen und Besucher durch falsches Verhalten großen Schaden im empfindlichen Ökosystem der Antarktis anrichten können.

Begleitung durch geschulte Lektoren

Während der Reise werden die Besucherinnen und Besucher durch ein geschultes Lektorenteam begleitet. Vorträge an Bord über die Besonderheiten der antarktischen Tier- und Pflanzenwelt sowie korrekte Verhaltensweisen bereiten die Reisenden auf die speziellen Bedingungen vor. Bei Landgängen muss jeweils eine Lektorin oder ein Lektor für eine Gruppe von maximal 20 Reisenden zur Verfügung stehen. Achten Sie als verantwortungsbewusste Besucherinnen und Besucher bitte stets auf die Anweisungen durch das Bordpersonal und haben Sie auch ein Auge auf Ihre Mitreisenden. So können Sie dazu beitragen, die Antarktis zu schützen und ihre Einzigartigkeit für künftige Generationen zu bewahren.

Weitere ausführliche Informationen finden Sie auf unseren Internetseiten. Ein Merkblatt sowie ein ausführlicherer Leitfaden zum richtigen Verhalten stehen Ihnen hier zur Verfügung:

Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen müssen für den Besuch der Antarktis nicht selbst eine Genehmigung beantragen. Dies übernimmt in der Regel der Reiseveranstalter. Interessierte Reisende können auf dem Schiff Einblick in die Genehmigung und weitere Unterlagen zu den rechtlichen Grundlagen erhalten.