Kurz erklärt: Die neue Effizienzkennzeichnung für Staubsauger

Staubsaugerbürste auf Teppichbodenzum Vergrößern anklicken
Ab September 2014 müssen alle neuen Staubsauger das neue Energieetikett tragen.
Quelle: Richard Villalon / Fotolia.com

Ab September 2014 müssen alle neuen Staubsauger das neue Energieetikett tragen.

Wer auf der Suche nach einem neuen Staubsauger ist, verliert wegen der unübersichtlichen Produktvielfalt schnell den Überblick. Die Saugkraft, der Stromverbrauch und die Lautstärke lassen sich nur schwer ermitteln. Deshalb orientieren sich viele an der Leistungsaufnahme in Watt. Diese Angabe wird häufig mit einer hohen Reinigungskraft gleichgesetzt. Hohe Wattzahlen bedeuten jedoch nicht immer automatisch bessere Reinigungsergebnisse.

Eine Orientierungshilfe ist daher das neue EU-Energie-Label, das gemäß der EU-Label-Verordnung ab dem ersten September auf jedem neu in den Handel gelangenden Staubsauger zu finden sein muss.

Das Etikett unterteilt die Staubsauger in die bereits von Kühlschränken und Waschmaschinen her bekannten Energieeffizienzklassen A bis G. Dabei steht das A für die Klasse mit der besten Effizienz. Zusätzlich werden noch der Jahresstromverbrauch und die Lautstärke (in dBA) aufgeführt. Auf dem Etikett sind auch die Reinigungsklasse - die sogenannte Staubaufnahme auf Teppich- sowie auf Hartboden - und die Staubemissionsklasse bzw. das Staubrückhaltevermögen angegeben. Beide Angaben sind wichtige Qualitätsmerkmale des Staubsaugers.

Grundlage für diese Maßnahme ist die sog. Energieverbrauchskennzeichnungs-Richtlinie der EU. Ergänzt durch die EU-Ökodesign-Verordnung, mit der die Umweltauswirkungen energieverbrauchender Produkte vermindert werden sollen, sind zudem bestimmte Mindestanforderungen für die Energieeffizienz einzuhalten. Demnach dürfen ab September nur noch Staubsauger, die eine Nennleistungsaufnahme von weniger als 1.600 Watt haben in den Handel gebracht werden. Ab September 2017 muss diese sogar unter 900 Watt liegen. Ab diesem Zeitpunkt werden die Energieeffizienzklassen A+++ bis D eingeführt. Wasserfilterstaubsauger müssen dann auch das Etikett tragen.

Neben den effizienteren Staubsaugern werden aber auch noch die älteren Modelle auf dem Markt zu finden sein. Wie bei der Glühlampe im Jahr 2009 können die vorhandenen Bestände ohne Zeitbegrenzung weiterhin verkauft werden.

Diese EU-Maßnahmen sind schon des Öfteren kritisiert worden. Angeführt wird, dass bei einer geringeren Wattzahl die Saugdrüse verkleinert werden müsse, um die gleiche Saugleistung zu erzielen. Damit gehe ein größerer Zeitaufwand einher, was wiederum zu einer Erhöhung des Stromverbauchs führe. Diese Kritik ist jedoch sehr einseitig, denn nicht nur die Wattzahl ist dafür verantwortlich, wie gut ein Gerät funktioniert, sondern auch dessen Fähigkeit zur Staubaufnahme und Staubemission. Dass gute Staubsauger mit weniger Leistungsaufnahme auskommen, bestätigt auch Stiftung Warentest.  Anforderungen zur Mindeststaubaufnahme stellen sicher, dass die Geräte trotz reduzierter Leistungsaufnahme gut reinigen und den aufgenommenen Schmutz zurückhalten. Verbraucher haben also die Möglichkeit, bessere Produkte für ihr Geld zu bekommen, die gleichzeitig einen erheblichen Teil zum Klimaschutz beitragen.

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 Energieetikett  Staubsauger  Endenergieeffizienz  Stromverbrauch