LIFE AgriAdapt - nachhaltige Anpassung der europäischen Landwirtschaft an den Klimawandel

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- Nominiert für den Blauen Kompass 2018 -

Das übergeordnete Ziel des Projekts LIFE AgriAdapt ist die Entwicklung, praktische Erprobung und Verbreitung von Maßnahmen, die zu einer nachhaltigen Anpassung landwirtschaftlicher Betriebstypen (Tierhaltung, Ackerbau, Dauerkulturen) an den Klimawandel führen und die Betriebe damit weniger anfällig machen. Im Gesamtprojekt sind alle vier EU-Klimarisiko-Regionen (Süd-, West-, Zentral- und Nordeuropa) vertreten. Für Deutschland ist die Bodensee-Stiftung zuständig.

Die wesentlichen Projektmodule sind:

- Verbesserung des Wissens über Entwicklung, Bewertung und Monitoring der Klimaanfälligkeit auf einzelbetrieblicher Ebene durch Entwicklung und Erprobung einer europaweit einheitlichen Methode zur Analyse und Bewertung der Anfälligkeit landwirtschaftlicher Betriebe (Klimawandel-Check).

- Praktische Erprobung von Maßnahmen zur nachhaltigen Anpassung an den Klimawandel durch die Entwicklung und Umsetzung konkreter Maßnahmenpläne auf insgesamt 120 Pilotbetrieben in Europa (je Klimarisikoregion 30 Betrieb: 12 Tierhaltungsbetriebe, 12Ackerbaubetriebe und 6 Dauerkulturbetriebe).

- Zur weiteren Förderung von nachhaltigen Anpassungsmaßnahmen und Verbesserung des Wissenstransfers werden die Projektergebnisse über Schulungen, Präsentationen und Informationsveranstaltungen an weitere Zielgruppen (Landwirte, Landwirtschaftsverbände, technische Berater, Lebensmittelstandards und Versicherungsunternehmen, Landwirtschaftsschulen, Ausbildungszentren wie auch politische Vertreter) weitergegeben.

Wie wurde die Maßnahme umgesetzt?

Hauptverantwortliche Institution (Maßnahmenträger)Bodensee-Stiftung
http://www.bodensee-stiftung.de
Kooperationspartner

Die Betriebsleiter der insgesamt 30 Pilotbetriebe in Baden-Württemberg Fachleute zur Erarbeitung des Baseline-Reports, der Crop-IDs und zur fachlichen Projektleitung (u.a. Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg, Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee, Landwirtschaftliches Zentrum BaWü in Aulendorf, Weinbau Institut Freiburg, Landesanstalt für Schweinezucht Boxberg, Bioland Beratung GmbH / LIFE SOLMACC Projekt, DWD Agrarmeteorologie, Landesanstalt für Landwirtschaft Bayern

Steuerungsinstrumente

Welches Steuerungsinstrument ist Bestandteil der Maßnahme?Freiwillige Vereinbarung, Kooperation, Informationsbereitstellung und Sensibilisierung

Beteiligung und Finanzierung

Zur Erstellung des Trainingspakets wurde mit Vertretern verschiedener landwirtschaftlicher Fachschulen in Baden-Württemberg Bestand und Bedarf in Sachen Klimawandel erhoben und abgestimmt.

Für 2018 und 2019 sind je zwei Veranstaltungen für die Lebensmittelbranche und für landwirtschaftliche Versicherungsunternehmen vorgesehen.

Kosten

Gesamtkosten des EU-Projekts belaufen sich auf ca. 2,2 Mio. Euro

FinanzierungEU

Erfolg und Nutzen

Erfolgt eine systematische Evaluation der Maßnahme?Ja
Bitte beschreiben Sie die Evaluationsmethode

Sowohl die Ergebnisse der jährlich 120 Klimawandel-Checks inkl. Maßnahmenpläne sowie die Nutzung des Trainingspakets werden im Rahmen des EU-Projekts als eigene Projektmodule selbst evaluiert.

Welche Erfolge wurden bis jetzt mit der Maßnahme erreicht?

- Entwicklung des sog. Klimawandel-Checks für landwirtschaftliche Betriebe
- Erstmalige Anwendung des Klimawandel-Checks auf 30 Pilotbetrieben in Baden-Württemberg und europaweit auf insgesamt 120 Pilotbetrieben (zusätzlich in Spanien, Frankreich und Estland)
- Ausarbeitung von insgesamt 120 einzelbetrieblichen Maßnahmenplänen zur nachhaltigen Anpassung an den Klimawandel
- Hohes Interesse bei den Landwirten, in der landwirtschaftlichen Fachwelt und in der Fachpolitik

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Klimaschutz: Einsparung von Treibhausgasemissionen oder Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre
Erläuterung

Es gibt eine große Schnittmenge in der Landwirtschaft zwischen nachhaltiger Anpassung an den Klimawandel und aktivem Klimaschutz (z.B. reduzierte oder pfluglose Bodenbearbeitung, erosionsmindernde Maßnahmen, Düngemanagement, Haltung und Fütterung von Tieren, Anbau von Zwischenfrüchten und Untersaaten, ...).

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?andere Umweltziele: z.B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
Erläuterung

Dadurch und durch weitere Anpassungsmaßnahmen (z.B. Pflanzung von Hecken und Einzelbäumen, natürliche Gebäudebeschattungen, Nützlingsförderung) entstehen positive Effekte für die Biologische Vielfalt.

Bringt die Maßnahme Nutzen für weitere Zielsetzungen außer dem Ziel der Anpassung an den Klimawandel?Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

Auch die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe verbessert sich durch eine höhere Ertragssicherheit und eine Sicherung der Erntequalität.

Welche Hindernisse wurden überwunden?

Welcher Faktor stellt/stellte ein besonderes Hindernis bei der Umsetzung der Maßnahme dar?

Für den Klimawandel-Check benötigen wir betriebliche Ertragsdaten, möglichst von 2000-2016. Diese liegen nicht immer vor.

Lösung

Wir behelfen uns aktuell mit den i.d.R. vorliegenden Ertragsdaten des Statistischen Landesamtes auf Landkreisebene.

Welche zusätzlichen Konflikte gab es?

Ökonomische Ziele: z.B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
Erläuterung

Ein Zielkonflikt besteht in der relativen Vorzüglichkeit einiger Bodenbearbeitungsverfahren (Direktsaat, Minimalbodenberarbeitung) und der damit häufig verbundenen Anwendung von Breitbandherbiziden.
Ein weiterer Zielkonflikt könnte im Falle von verstärkter Anwendung von Frostschutzberegnung in Dauerkulturen mit anderen Wassernutzungen entstehen.

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