FLOWS - Flood Plain Land Use Optimizing Workable Sustainability

Hintergrund und Ziele

Unter dem Motto "Leben mit Hochwasser in einem sich wandelnden Klima" haben sich Großbritannien, die Niederlande, Schweden, Norwegen und Deutschland zusammengeschlossen. Hintergrund ist die Erwartung von Wissenschaftlern, dass der globale Klimawandel zu einem Anstieg von extremen Niederschlagsereignissen führen wird. Insgesamt werden im Projekt ca. 40 Unterprojekte bearbeitet, die sich durch einen intensiven transnationalen wissenschaftlichen und praktischen Austausch auszeichnen. Sie sollen das Informationsangebot und den Informationsaustausch über klimabedingte Hochwasserrisiken verbessern, die Raumplanung unterstützen, vorbeugende Hochwasserschutzmaßnahmen in den betroffenen Regionen fördern sowie die hochwasserbezogenen Frühwarnsysteme optimieren.

Ziel ist die nachhaltige Entwicklung von flussgeprägten, überschwemmungsgefährdeten Gebieten im Nordseeraum durch eine verbesserte Integration von hochwasserbezogenen Informationen in alle relevanten Entscheidungsprozesse. Durch strategische und anwendungsbezogene Projekte sollen innovative Ansätze und Lösungen für Raumplanung und Hochwasserschutz erarbeitet und weiterentwickelt werden. Zu den Arbeitsfeldern zählen unter anderem die Inventarisierung von Modellen und Systemen zur Risikoabschätzung von Überflutungen, die Analyse von sozialen Aspekten wie die Risikowahrnehmung von Hochwassergefahren durch die Menschen in überschwemmungsgefährdeten Gebieten, die Erfassung von Planungspfaden in den jeweiligen Ländern sowie Konzeptentwicklungen zur besseren Integration hochwasserrelevanter Informationen in die Raum- und Bauleitplanung. Unter Berücksichtigung dieser Informationen werden Grundlagen und Wege für Entscheidungs-Unterstützungs-Systeme (DSS) aufgezeigt und entwickelt.

Laufzeit

bis

Untersuchungsregion/-raum

Land
  • Deutschland
  • Großbritannien
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Schweden
Bundesland
  • Hamburg
  • Niedersachsen
  • Schleswig-Holstein
Naturräumliche Zuordnung
  • Küste
  • Nordwestdeutsches Tiefland

Schritte im Prozess zur Anpassung an den Klimawandel

Schritt 1: Klimawandel verstehen und beschreiben

Ansatz und Ergebnisse 

Berücksichtigung von drei Szenarien für die Berechnung der Überflutungswahrscheinlichkeiten: "Minimumszenario" mit zunehmender Niederschlagsintensität um 5% und Meeresspiegelanstieg von 10 cm, "Durchschnittsszenario" mit zunehmender Niederschlagsintensität um 10% und Meeresspiegelanstieg von 25 cm, "Maximumszenario" mit zunehmender Niederschlagsintensität um 20% und Meeresspiegelanstieg von 45 cm.

Parameter (Klimasignale)
  • Veränderte Niederschlagsmuster
  • Meeresspiegelanstieg und Sturmfluten

Schritt 2a: Risiken erkennen und bewerten (Klimafolgen/-wirkungen)

Analyseansatz 

Betrachtung der Folgen eines Anstiegs extremer Niederschlagsereignisse und einer klimabedingten Erhöhung des Meeresspiegels.

Schritt 2b: Vulnerabilität, Risiken und Chancen

Ansatz und Risiken / Chancen 

Vulnerabilität wird als Bestandteil des Risikos betrachtet: Die Überflutungsgefahr (z.B. Überflutungshöhe, Strömungsgeschwindigkeit), die Vulnerabilität der Fläche (z.B. Gebäudealter und -dichte, Anzahl an Krankenhäusern) und der Menschen (z.B. prozentualer Anteil junger oder alter Menschen, Bewusstsein über Hochwassergefahren) ergibt das Flutrisiko. Anpassungskapazität wird nicht mit einbezogen.

Schritt 3: Maßnahmen entwickeln und vergleichen

Maßnahmen und/oder Strategien 

Es werden vier Arbeitsschwerpunkt für die Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen betrachtet:

1. Erarbeitung von "Good Practice"-Richtlinien für die Entwicklung von Modell- und GIS (geografische Informationssystem)-Techniken zur Erstellung von Hochwasserinformation für Raumplaner, Wassermanager und betroffene Bürger;

2. "Good Practice"-Beispiele für die Kommunikation über hochwasserrelevante Informationen (u.a. Hochwassergefährdung) mit der Öffentlichkeit und den Kommunen zur Unterstützung von raumplanerischen Entscheidungsprozessen;

3. "Good Practice"-Beispiele im Aufbau von Entscheidungs-Unterstützungs-Systemen (DSS) in der Raumplanung für eine nachhaltige Entwicklung in überschwemmungsgefährdeten Gebieten;

4. Wissenstransfer und Informationsverbreitung der erarbeiteten Produkte in den Partnerländern und anderen EU-Nationen durch Internetauftritte und interaktive Lern- und Informationssysteme;

Ziele sind

  •  die Verbesserung des Informationsangebots und des Informationsaustausches,
  •  die Förderung von vorbeugenden Hochwasserschutzmaßnahmen in den betroffenen Regionen,
  •  die Optimierung der hochwasserbezogenen Frühwarnsysteme sowie
  •  die Entwicklung web-basierter Entscheidungs-Unterstützungs-Systeme.

Es werden Techniken für die Entwicklung eines "flutresilienten" Hauses betrachtet.

Zeithorizont
  • 2036–2065
Konfliktpotential / Synergien / Nachhaltigkeit 

Nachhaltige Entwicklung von flussgeprägten, überschwemmungsgefährdeten Gebieten im Nordseeraum kann durch eine verbesserte Integration von Hochwasser bezogener Informationen in alle relevanten Entscheidungsprozesse erreicht werden.

Wer war oder ist beteiligt?

Förderung / Finanzierung 

kofinanziert durch die Europäische Union, Interreg IIIB Nordseeregion

Projektleitung 

Projektleitung in Deutschland: Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU): Amt für Bau und Betrieb - Abteilung Gewässer, Freie und Hansestadt Hamburg

Beteiligte/Partner 

Zusammenarbeit in Deutschland: Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV): Hamburg, Bezirksamt Hamburg-Nord: Tief- und Gartenbauabteilung, Bezirksamt Eimsbüttel: Tiefbauabteilung, TU Hamburg-Harburg: Arbeitsbereich Wasserbau, Landwirtschaftskammer Hannover: Bezirksstelle Uelzen - Fachbereich Regionalentwicklung und Umweltschutz, Universität Lüneburg: Fachbereich Bauingenieurwesen, Wasserwirtschaft und Umwelttechnik Zusammenarbeit mit den Ländern Norwegen, Schweden, den Niederlanden und Großbritannien

Ansprechpartner

BSU - Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
Stadthausbrücke 8
D-20355 Hamburg

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Handlungsfelder:
 Küsten- und Meeresschutz  Raumordnung, Regional- und Bauleitplanung  Wasserhaushalt, Wasserwirtschaft