Abschätzung des Schadpotentials von Hochwasser- und Extremwetterereignissen für landwirtschaftliche Kulturen.

Ziel der Studie

Der Bericht untersucht die ökonomischen Auswirkungen von Hochwasser auf die Landwirtschaft in Deutschland anhand von Hochwasserrisikogebieten sowie die Auswirkungen von extremen Dürre und Frostereignissen auf landwirtschaftliche Erträge von Weizen, Roggen, Gerste, Raps, Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben.

Erscheinungsjahr

Untersuchungsregion/-raum

Bundesland Bundesweit
Untersuchungsraum Ackerland
Räumliche Auflösung 

unterschiedlich: Landesebene, Kreisebene, RAUMIS-Regionen

Verwendete Klimamodelle / Ensembles

Weitere Parameter 

Temperatur, Niederschlag, Bodenwassersättigung

Zeitraum 

Eine Abschätzung der monetären jährlichen Schäden durch Extremwetterereignisse mit einer Wiederkehrhäufigkeit alle 15 Jahre erfolgte für die Zeiträume 1961-2015 und 1986-2015.

Klimawirkungen

Klimawirkungen in Handlungsfeld
  • Landwirtschaft

Ertrag und Qualität der Ernteprodukte

- „In Deutschland sind ca. 0,31 Mio. ha Ackerland potentiell von einem HQ M betroffen; das sind etwa 2,7 % des gesamten Ackerlandes. Beim Grünland sind es etwa 9 % des gesamten Grünlandes, das sich in einer potenziellen HQ M Region befindet.“ (S. 7)
- „Im Falle eines HQ M Ereignisses im Jahr 2010 ergäbe dies im Durchschnitt einen Erlösverlust von 1.260 €/ha für Ackerflächen bzw. 1.154 €/ha für Getreideflächen. Bayern hat mit ca. 28.000 ha Getreide, das sich im Gebiet eines potentiellen HQ M befindet, mit 17 % den größten Anteil von HQ M gefährdeten Getreideflächen im Vergleich zwischen den Bundesländern, die nach unseren Analysen Erlöse von ca. 33.000 € im Jahr 2010 erzielten, gefolgt von Niedersachsen mit 27.000 € und Brandenburg 16.000 €.“ (S. 9)
- „Bei Winterweizen stellen die Verluste aufgrund von Kahlfrostextremereignissen mit ca. 30 Mio. €/Jahr den wichtigsten der untersuchten Schäden dar, was auch auf die Berücksichtigung der Verluste aufgrund von Auswinterung zurückzuführen ist. Auch Trockenheit/Dürre zu unterschiedlichen Zeiten des Vegetationsverlaufes sowie extreme Hitze in der Blütezeit führen zu deutlichen Schäden auf sektoraler Ebene.“ (S. 24)
„Die Situation bei Wintergerste stellt sich insgesamt recht ähnlich dar.“ (S. 25)
- „Für Winterraps ergeben sich nach den Schätzungen mit 16 Mio. €/Jahr erhebliche Verluste aufgrund von Starkregenereignissen, wobei diese allerdings regional sehr unterschiedlich ausfallen. Insbesondere Spät- und Wechselfröste führen zu reduzierten Erlösen (10 bzw. 8 Mio. €/Jahr).“ (S. 25)
- „Für Körnermais ergeben sich insgesamt Schäden von ca. 12 Mio. €/Jahr. Die bedeutendsten Extremwetterereignisse sind in diesen Zusammenhang extrem viele Tage mit Staunässe (ca. 5 Mio. €/Jahr) bzw. mit Hitze (ca. 4 Mio. €/Jahr).“ (S. 26)
- „Bei Kartoffeln haben Schäden aufgrund von extremer Sommertrockenheit die größte Bedeutung für Betriebe ohne Bewässerung, gefolgt von Ertragsverlusten aufgrund von Spätfrösten und Staunässe. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Verluste aufgrund von Trockenheit überschätzt werden, da viele Betriebe mit Kartoffelanbau bewässern, insbesondere in Niedersachsen.“ (S. 26f)
- „Für Zuckerrüben konnten Schäden nur für das Ereignis ‚Extreme Sommertrockenheit‘ bestimmt werden. Diese belaufen sich auf ca. 7 Mio. €/Jahr, gehen jedoch auf ca. 3 Mio. €/Jahr zurück, wenn die Extremwetterhäufigkeit des 30-Jahres-Zeitraums 1986-2015 zugrunde gelegt wird.“ (S. 27)
Hinweis: Die hier beschrieben Klimawirkungen werden in der Studie auch räumlich differenziert beschrieben.

Methodischer Ansatz

Kurzbeschreibung des methodischen Ansatzes 

Literaturauswertung neuerer Studien zur Abschätzung der Entwicklung von Hochwasserereignissen in Deutschland, anschließend Einordnung von bisherigen Studien zu ökonomischen Auswirkungen von Hochwasser in Deutschland
Abschätzung der Ertragswirkungen von Extremwetterereignissen; im Wesentlichen beruhend auf der im Endbericht zum Projekt „Agrarrelevante Extremwetterlagen“ (Gömann et al., 2015) dargestellten Vorgehensweise (kleinere Unterschiede zu den im Endbericht dargestellten Ergebnissen für Weizen können sich aus der Verwendung zusätzlicher neuer Daten sowie methodischer Anpassungen ergeben).

Analysekonzeptansatz kein Ansatz genannt
Komponenten im Analysekonzept  Sensitivität, Räumliches Vorkommen, Klimawirkung
Methodik zur Operationalisierung Proxy-Indikatoren, Qualitative Informationen (z.B. Experteninterviews)

Wer war oder ist beteiligt?

Herausgeber Johann Heinrich von Thünen-Institut; Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei
Autor / Auftragnehmer Claudia Heidecke, Frank Offermann, Marlen Hauschild
Kontakt 

Dr. Claudia Heidecke, Thünen-Institut für Ländliche Räume
Dr. Frank Offermann, Thünen-Intitut für Betriebswirtschaft
Marlen Hauschild, Thünen-Institut für Ländliche Räume

Bibliographische Angaben 

Heidecke C, Offermann F, Hauschild M (2017) Abschätzung des Schadpotentials von Hochwasser- und Extremwetterereignissen für landwirtschaftliche Kulturen. Braunschweig: Johann Heinrich von Thünen-Institut, 61 p, Thünen Working Paper 76, DOI:10.3220/WP1503576083000

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Handlungsfelder:
 Landwirtschaft