Erneuerbare Energien in Zahlen

Das Diagramm zeigt, wie sich die Anteile erneuerbarer Energien für Strom, Wärme und Verkehr entwickeln. Während sich Strom kontinuierlich positiv entwickelt, stagniert die Entwicklung bei der Wärme und im Verkehr seit einigen Jahren. Der Anteil der EE am Strom erreichte im Jahr 2019 42,1 Prozent, bei der Wärme 14,5 Prozent und im Verkehr 5,6 Prozent.zum Vergrößern anklicken
Entwicklung der Anteile erneuerbarer Energien
Quelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

Aktuelle und qualitätsgesicherte Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland sind ein wichtiger Baustein zur Bewertung der Energiewende. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stellt diese Daten bereit und arbeitet an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Datenbasis erneuerbarer Energien.

Inhaltsverzeichnis

 

Überblick

Die Energiewende verändert Deutschland. Um den Fortschritt des Ausbaus der erneuerbaren Energien im Strom-, Wärme- und Verkehrsbereich aktuell zu dokumentieren finden Sie in den folgenden Abschnitten aktuelle Jahresdaten im Überblick sowie detaillierte Informationen zu den Sektoren Strom, Wärme, und Verkehr. Aufbauend auf diesen jährlichen Daten wird auch die Emissionsbilanz erneuerbarer Energien erstellt. Zusätzlich informieren Monats- und Quartalsberichte über die Entwicklung der erneuerbaren Energien in den letzten Monaten.

 

Status Quo der erneuerbaren Energien

Im Jahr 2019 wurden insgesamt 452 Terawattstunden (1 TWh entspricht dabei 1 Milliarde Kilowattstunden) aus erneuerbaren Energien bereitgestellt, dies entspricht über 17 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland. Von dieser Energiemenge entfielen etwa 54 Prozent (oder 244 TWh) auf die Stromproduktion, ca. 39 Prozent (oder 176 TWh) auf den Wärmesektor und etwa 7 Prozent auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich (32 TWh).

Insgesamt entwickelten sich die Erneuerbaren im Jahr 2019  positiv: Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch stieg von 37,8 Prozent (2018) auf 42,1 Prozent (2019) nochmals deutlich an, darüber hinaus wuchsen die erneuerbaren Energien auch im Wärmesektor. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch stieg um 0,2 Prozentpunkte auf 14,5 Prozent. Im Verkehr lag der Anteil mit 5,6 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres.

Insgesamt lag damit der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch über alle Sektoren hinweg bei 17,1 Prozent und kommt damit dem verbindlichen Ziel der Bundesregierung den Anteil auf 18 Prozent im Jahr 2020 zu steigern deutlich näher. Allerdings profitierten die erneuerbaren Energien im Jahr 2019 erneut von günstigen klimatischen Bedingungen: neben einer überdurchschnittlichen Sonneneinstrahlung und guten Windverhältnissen sorgte die milde Witterung besonders im Winter auch in diesem Jahr für einen Energieverbrauch auf niedrigem Niveau.

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Strom aus erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor steigerte sich von 37,8 Prozent (2018) auf 42,1 Prozent (2019) des Bruttostromverbrauchs. Insgesamt wurden im Jahr 2019 etwa 244,3 TWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt, dies sind fast 9 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern übertraf damit erstmals die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohlekraftwerken deutlich.

Wind 

Die Windenergie leistete den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und lag im Jahr 2019 nochmals über dem Rekordergebnis des Vorjahres.
Trotz des sehr niedrigen Zubaus von Windenergieanlagen an Land und auf See (plus 1.997 Megawatt (MW)) konnte mit 126 TWh ein neuer Höchstwert erreicht werden (im Jahr 2018 waren es noch 110 TWh). Damit stieg die Windstromerzeugung um fast 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Biomasse

Aus Biomasse wurden im Jahr 2019 etwa 50,4 TWh Strom bereitgestellt. Gegenüber 2018 ging die Stromerzeugung aus Biomasse damit leicht zurück. Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (29,2 TWh), feste Biomasse (10,5 TWh), und der biogene Anteil des Abfalls (5,8 TWh). Ein sehr großer Anteil (etwa 90%) der neu zugebauten Leistung (330 MW) im Bereich der Biomasse betraf die Erweiterung bestehender Anlagen – die sogenannte Überbauung – und diente damit insbesondere der Flexibilisierung der Stromerzeugung aus Biomasse.

Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) profitierte im Jahr 2019 nochmals von recht überdurchschnittlich Witterungsverhältnissen – noch mehr allerdings vom gestiegenen Zubau im letzten Jahr. Insgesamt wurden 47,5 TWh Strom aus PV-Anlagen erzeugt. Ein Anstieg von fast 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Zubau neuer PV-Kapazitäten steigt seit einigen Jahren wieder kontinuierlich an. Die Leistung neu installierter PV-Anlagen erreichte im aktuellen Jahr 3.835 MW, beträgt allerdings damit noch immer nur weniger als die Hälfte des Wertes aus dem Rekordjahr 2012 (8.161 MW).

Wasserkraft und Geothermie

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 20,2 TWh wieder deutlich über dem Wert des sehr trockenen Vorjahres. Aus Geothermie wurde mit 0,2 TWh insgesamt nur sehr wenig Strom erzeugt.

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Wärme aus erneuerbaren Energien

Der Anteil des Endenergieverbauchs für Wärme und Kälte aus erneuerbaren Energien stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte auf 14,5 Prozent. Die absolute Nutzung erneuerbarer Wärme stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 4 Prozent auf 176 TWh. Weil gleichzeitig auch etwas mehr fossile Energie im Wärmesektor verbrauch wurden stieg der Anteil nur leicht.

Im Jahr 2019 hatte die feste Biomasse (vornehmlich Holz) mit 116 TWh den bedeutendsten Anteil an der erneuerbaren Wärmebereitstellung, gefolgt von Biogas mit 13 TWh. Der Beitrag der Solarthermie sank im Jahr 2019 auf Grund niedriger  Sonneneinstrahlung um etwa 4 Prozent auf 8 TWh. Die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie gewann nochmals an Bedeutung und lag mit 16 TWh deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+8 Prozent).

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Erneuerbare Energien im Verkehrssektor

Der Verkehrssektor ist der Bereich mit dem geringsten energetischen Anteil an erneuerbaren Energiequellen. Einschließlich des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr belief sich der Anteil im Jahr 2019 auf 5,6 Prozent. Damit blieb der Anteil gegenüber dem Jahr 2018 konstant.

Im Jahr 2019 stieg der Absatz von Biokraftstoffen gegenüber dem Vorjahr marginal um etwa 1 Prozent auf nunmehr 31,7 TWh. Hiervon entfallen 22,5 TWh auf Biodiesel (+1 Prozent gegenüber dem Vorjahr), gefolgt von Bioethanol mit 8,5 TWh (-2 Prozent gegenüber dem Vorjahr) und Biomethan mit 0,7 TWh. Der rechnerisch ermittelte Stromverbrauch aus erneuerbaren Energien im Verkehrssektor betrug im Jahr 2019 5,2 TWh und steigt zusammen mit der wachsenden Nutzung erneuerbarer Energieträger in der Stromerzeugung kontinuierlich an, trägt aber noch immer weniger als 1 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch im Verkehrssektor bei und wird hauptsächlich im Schienenverkehr verbraucht.

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Emissionsbilanz erneuerbarer Energieträger

Die steigende Nutzung erneuerbarer Energieträger führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Basierend auf den Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien kann für das Jahr 2019 eine Treibhausgasvermeidung von rund 203 Millionen (Mio.) Tonnen CO2-Äquivalenten angenommen werden. Der größte Anteil an den vermiedenen Emissionen hat dabei die regenerative Stromerzeugung. Auf den Stromsektor entfielen vermiedene Emissionen in Höhe von 159 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente. Durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von über 36 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden, durch Biokraftstoffe knapp 8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente.

Die Berechnungen des UBA zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung und im Verkehrssektor führt der Einsatz erneuerbarer Energien aber auch zu signifikanten Einsparungen von Heizöl, Dieselkraftstoff und Ottokraftstoff.

Ein Diagramm schlüsselt für das Jahr 2019 die Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr nach erneuerbaren Energieträgern auf.
Netto-Bilanz der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer Energien
Quelle: Umweltbundesamt unter Verwendung von Daten der AGEE-Stat Diagramm als PDF