Auswirkungen von Tagebauten auf den Boden

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Der Tagebau ist mit gravierenden Folgen für die Umwelt verbunden. Der Abbau von Natursteinen an Berghängen beeinträchtigt dauerhaft die Vegetation. Der Abbau von Torf zerstört wertvolle Biotope und entwertet den Boden als Kohlenstoffsenke. Der Abbau von Braunkohle, Sand und Kies geht mit schwerwiegenden Eingriffen in das Bodengefüge und den Grundwasserhaushalt einher. Oft wird dabei auch Material unterhalb des Grundwasserspiegels entnommen, so dass neue Seen entstehen, aus denen im Sommer viel Wasser verdunstet. In all diesen Fällen wird das Landschaftsbild grundlegend verändert und die Bodenfläche geht für die Land- und Forstwirtschaft unwiederbringlich verloren.

Während ehemalige Kiesgruben als Badeseen durchaus Freizeitwert besitzen oder für den Naturschutz gestaltet werden können, ist dies bei ehemaligem Braunkohle-Abbauland und den verbleibenden Restlochseen nicht ohne weiteres der Fall. 

 

Umweltbelastungen durch den Braunkohleabbau

Beim Abbau von Braunkohle muss meist zuerst das Deckgebirge aufgebrochen werden, unter dem die Kohle lagert. Dabei werden erhebliche Mengen an Material bewegt. Zwar wird der Abraum anschließend dazu verwendet, um einen Teil des Lochs wieder zu verfüllen, allerdings lagert das Bruchmaterial dann in loser Schüttung, so dass das Bodengefüge dauerhaft verändert bleibt. Über Jahre und Jahrzehnte kann nicht ausgeschlossen werden, dass es im Untergrund zu Rutschungen oder Setzungen kommt. Das betrifft insbesondere auch die Ränder von Restlöchern und Restlochseen, die zurückbleiben und nicht verfüllt werden können, weil das Volumen der abgebauten Braunkohle fehlt.

Die aufgeschütteten Flächen lassen sich deshalb auch nur eingeschränkt als Baugrund nutzen. Wenn Menschen wegen Braunkohletagebau umgesiedelt werden, so ist eine spätere Rückkehr schon aus diesem Grund schwer möglich, zumal es 20 bis 30 Jahre oder länger dauern kann, bis die Fläche wieder hergestellt ist. Für Umsiedler werden deshalb in der Regel an anderer Stelle neue Siedlungen errichtet, wobei häufig Freiräume in Siedlungs- und Verkehrsflächen umgewidmet und weitere Flächen versiegelt werden. Im Gegenzug werden zwar die alten Siedlungen beseitigt und entsiegelt, da diese Fläche aber dem Braunkohleabbau anheimfällt – was mit erheblichen und z.T. irreversiblen Eingriffen in Boden und Grundwasser einher geht – kann dies nicht wirklich als Ausgleich und Ersatz für die neue Besiedlung angesehen werden.

Soll auf den aufgeschütteten Abbauflächen Landwirtschaft betrieben werden, müssen diese Flächen nach dem Aufbringen von Mutterboden erst einige Jahre mit Spezialmaschinen bewirtschaftet werden, um sie soweit zu verfestigen, dass sie konventionell bewirtschaftet werden können. Auch in diesem Fall wird die natürliche Bodenfruchtbarkeit nicht wieder vollständig hergestellt.

Hinzu kommt, dass die Oberfläche des im Tagebau frisch aufgebrochenen Deckgesteins nun auch mit Luft und Wasser in Berührung kommt. Die Mineralien an der Oberfläche reagieren mit Sauerstoff aus der Luft sowie mit Wasser und den darin gelösten Substanzen, wodurch sie teilweise in wasserlösliche Mineralien umgewandelt werden. Durch Regen oder Grundwasser können dann lösliche Stoffe ausgeschwemmt werden und ins Grundwasser oder in die Oberflächengewässer gelangen. Dies kann Gewässer versauern oder mit Eisen oder anderen Metallen belasten. Die Wasserqualität in der Abbauregion kann dadurch für lange Zeit stark beeinträchtigt werden, so dass es erforderlich werden kann, Trink- und Brauchwasser zur Versorgung von Bevölkerung und Betrieben über Fernleitungen in die betroffene Region zu transportieren. Auch die Nutzbarkeit der Restlochseen als Freizeitgelände und ihr Potenzial für den Natur- und Artenschutz kann durch eine mangelhafte Wasserqualität getrübt werden.

 

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